Mittwoch, 14.04.2021 21:50 Uhr

Aufarbeitung kolonialer Vergangenheit

Verantwortlicher Autor: Stefanie Bettinger Mannheim, 04.03.2021, 17:00 Uhr
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Th. Bumiller (m.) in kolonialer Pose mit ungenannten Teilnehmern in Deutsch-Ostafrika, zw. 1889 u. 1893.
Th. Bumiller (m.) in kolonialer Pose mit ungenannten Teilnehmern in Deutsch-Ostafrika, zw. 1889 u. 1893.  Bild: © rem

Mannheim [ENA] Die Reiss-Engelhorn-Museen (rem) werden in den kommenden beiden Jahren Sammlungsobjekte aus Afrika digitalisieren, um sie in einer Online-Datenbank öffentlich zu machen. Die Objekte stammen vorwiegend aus ehemaligen deutschen Kolonialgebieten. Das Projekt wird vom Land Baden-Württemberg gefördert.

Dank einer Förderung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg in Höhe von 61.600 Euro können die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (rem) Sammlungsobjekte aus Afrika digitalisieren und sie in einer Online-Datenbank publik machen. Die Förderung umfasst die Kosten für die personelle und technische Ausstattung. Wilfried Rosendahl, Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen, ist für die Unterstützung des Wissenschaftsministeriums dankbar: „Ganz bewusst haben wir uns dafür entschieden, die neu geschaffene Stelle mit einem Wissenschaftler aus Afrika zu besetzen. Auf diese Weise fließt bereits bei der Sichtung und Digitalisierung der Sammlungen die Perspektive der Herkunftsgesellschaften ein.“

Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten

Rosendahl strebt zudem „einen regen Austausch auf Augenhöhe an.“ „Um den Dialog mit den Herkunftsregionen zu intensivieren, planen wir zudem eine Kooperation mit den Universitäten in Lomé und Düsseldorf“, führt er fort. Auf diese Weise solle die junge Generation ins Gespräch kommen. Im Fokus des Projekts stehen zwei Sammlungen der Museen, die beide einen direkten Bezug zu ehemaligen Kolonialgebieten haben: die Sammlung "Bumiller" aus (Deutsch-)Ostafrika und die Sammlung "Thorbecke" aus Kamerun (Deutsch-Westafrika). Die Sammlungen wurden im späten 19. bzw. frühen 20. Jahrhundert zusammengetragen und bieten einen guten Ausgangspunkt für weitere Forschungen.

Die Reiss-Engelhorn-Museen entsprechen damit der "3-Wege-Strategie", auf die sich Vertreter von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden im Oktober 2020 im Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten verständigt haben. Durch eine Erfassung und digitale Veröffentlichung soll eine möglichst große Transparenz geschaffen und ein gleichberechtigter Dialog mit den Herkunftsgesellschaften angestoßen werden. www.rem-mannheim.de

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