Montag, 28.09.2020 06:52 Uhr

Oldtimer-Grand-Prix 2020

Verantwortlicher Autor: Erich Hein Nürburgring, 20.08.2020, 20:03 Uhr
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Corona, die Hitze und ein Live-Stream
Corona, die Hitze und ein Live-Stream  Bild: Erich Hein

Nürburgring [ENA] 7. bis 9. August: Ob es ein Spiel mit dem Feuer war, wird man noch sehen, aber ein Beweis, dass Großveranstaltungen in Zeiten der Pandemie möglich sind, wurde am Nürburgring bereits erbracht. Das gute Hygiene-Konzept der Nürburgring GmbH überzeugte ...

nicht nur die zuständige Kreisverwaltung Ahrweiler, die die Ausnahmegenehmigung für bis zu 5000 Zuschauer pro Tag genehmigte. Vom Parkplatz bis zum Sitzplatz auf der Tribüne wurden die mit personalisierten Tickets, die man nur online kaufen konnte, ausgestatteten Zuschauer gelenkt, Nur vier Plätze nebeneinander durften eingenommen werden, Gastronomiebereiche und Toiletten waren separiert. Maskenpflicht galt bis zum Sitzplatz und immer, wenn diese verlassen wurden.

Die Nürburgring GmbH zeigten, dass Freizeiterlebnisse für mehrere tausend Menschen mit einem durchdachten Hygienekonzept möglich sind. Da störte es den Veranstalter auch nicht, dass es am Ende deutlich weniger Zuschauer waren, als pro Tag erlaubt waren. Rund 3000 waren es am zuschauerstarken Samstag auf drei Tribünen, die für die Rennen der historischen Sportwagen freigegeben wurden. Nicht nur die Zuschauer waren von dem Geschehen auf der Strecke begeistert.

„Wenn diese Autos ihre Runden drehen, dann faszinieren sie das Publikum“, resümierte Jacky Ickx (76). Die belgische Formel-1-Ikone fuhr am Wochenende im neuen Formel-1-Sonderlauf den Ferrari 213 B3, mit dem er 1972 den Großen Preis von Deutschland am Ring gewann. Er freute sich über die Gelegenheit im Renntempo unterwegs zu sein. „Ich habe viele Erinnerungen an den Nürburgring -darunter auch einige sehr spezielle“, sagte Ickx und lächelte dabei vielsagend.

„Auch wenn wir dieses Wochenende vor einer kleineren Kulisse fahren und im Sinne der Sicherheit auf besondere Regeln achten müssen, bleibt solch ein Oldtimer- Rennen etwas ganz Besonderes für das Publikum und auch für die Aktiven. Der AvD hat großartige Arbeit geleistet, dieses Event unter diesen besonderen Voraussetzungen möglich zu machen“. Im gleichen Lauf präsentierte der vierfache Le-Mans-Sieger Marco Werner einen Lotus 77 John Player Special und freute sich ebenfalls: „Wir hatten vier Monate Stillstand, in denen wir vieles verpasst haben und einige wichtige Veranstaltungen ausgefallen sind.

Nun geht es wieder los. Schön, dass der AvD es geschafft hat. 5000 Zuschauer am Tag möglich zu machen“. Ex-DTM- und Sportwagen-Pilot Kris Nissen, der im Feld der Tourenwagen Classic einen Gruppe-A-BMW M3 E30 aus der DTM bewegte, fasste zusammen: „Ich muss den Veranstaltern im Namen von allen Teilnehmern ein Riesenkompliment machen: Dankeschön, dass sie es gemeinsam mit dem Nürburgring möglich gemacht haben, dass wir hier fahren.“ Nicht nur die verkleinerte Zuschauerkulisse machte diesen 48. AvD-Grand-Prix zu einer außergewöhnlichen Auflage des großen Klassik-Festivals.

Auch das Programm unterschied sich von den Vorjahren. So konnte etwas mit den Sonderläufen der Formel-1-Legenden der 70er- bis 90er Jahre ein neues Highlight präsentiert werden, bei dem vor allem die Ferrari-Modelle aus der Königsklasse zu sehen waren. Auch das zweistündige AvD/Dunlop Historic Endurance Cup am Sonntagmorgen war neu im Programm und fand regen Zuspruch. In anderen Startfeldern wurden internationale Starter schmerzlich vermisst, deren fest geplante Teilnahme durch die Pandemiesituation verhindert wurde.

Dennoch waren auch traditionell international besetzte Rennen, wie das der zweisitzige Rennwagen und GT bis 1969/61 mit seinem Le-Mans- und Langstrecken- Ikonen Mit faszinierenden Fahrzeugen besetzt, „Mit über 300 historischen und modernen Rennwagen aus fast allen Epochen des Rundstreckensports, darunter viele Unikate und legendäre Modelle, kamen die Zuschauer ganz bestimmt auf ihre Kosten“, fasst AvD Sportpräsident Volker Strycek zusammen. Der ehemalige DTM-Pilot griff am Steuer eines STW-Opel Vectra des Irmler-Teams auch selbst ins Geschehen ein und konnte sich so auch aus der Cockpit-Perspektive ein gutes Bild machen.

„Natürlich war das Programm den Umständen entsprechend anders als in den Vorjahren“, sagte der erfolgreiche Rennfahrer und Motorsport- Manager. „Doch auch wenn einige internationale Teilnehmer uns nur über den Livestream verfolgen konnten, statt selbst dabei zu sein, haben wir eine tolle Mischung mit sehr vielen attraktiven Fahrzeugen auf die Strecke gebracht.“ Dazu gehörten etwa die Vorkriegsrennwagen der Vintage Sports Car Trophy, wo mit Ulrich Sauer ein Teilnehmer der ersten Stunde ins Volant griff. Der 78-jährige war zum 48.Mal beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix am Start und ging diesmal mit Enkelin Anna Schneider (23) an den Start.

Den modernen Abschluss des Programms bildeten die zeitgenössischen GTs des International Audi R8 Lms Cups und der FCD Racing Series mit ihren Ferrari-Modellen. So war an diesem Wochenende eine motorsportliche Zeitreise von den 20ern bis heute möglich. In dem für die Zuschauer ausnahmsweise gesperrten Fahrerlager tummelten sich außerdem viele legendäre und schöne Rennwagen aus fast allen Disziplinen und Epochen des Motorsports. So etwa GTs, Sport- und Tourenwagen der Fahrzeuggemeinschaft Historischer Rennsport (FHR), die mit mehreren ihrer Rennserien im Programm vertreten war.

Ein Highlight: der gemeinsame Lauf der FHR-eigenen 100-Meilen-Trophx mit dem DRM-Revivallauf des AvD-Oldtimer-Grand-Prix. Diesmal von Sportwagen dominiert, wurde dieses Rennen zu einem motorsportlich spektakulären und akustisch eindrucksvollen Schauspiel. Tourenwagensport der Extraklasse boten außerdem die Rennwagen aus DTM, STW, ITC, BTCC, Drm und verwandte Serien in der Tourenwagen Classic. Zahlreiche ehemalige DTM-Stars wie Harald Grohs, Leopold Prinz von Bayern und Marc Hessel gaben sich hier die Ehre. AvD Sportpräsident Strycek fasste zusammen: „Beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix haben wir auch in diesem Jahr historischen Motorsport in allen Facetten präsentieren können – inklusive einen kleinen Anteil modernen Sport.

Die Zuschauer konnten damit erleben, wie es damals war und wie es heute ist, das ist aus meiner Sicht eine gute Mischung.“ Viele positive Reaktionen bestätigten dieses Urteil - nicht zuletzt auch von jenen Fans, die nicht live vor Ort dabei waren. Sie konnten den Livestream verfolgen, der durch die Hilfe zahlreicher Partner ermöglicht wurde und in Zusammenarbeit mit Nürburgring TV erstmals in diesem Umfang und Format ausgestrahlt wurde. Über 350.000 Abrufe am Wochenende verzeichneten die Streaming-Experten der Veranstaltung auf den verschiedenen offiziellen Kanälen von AvD und Nürburgring sowie vielen Partnerkanälen.

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