Donnerstag, 24.09.2020 17:00 Uhr

24h Le Mans: Kein volles Starterfeld

Verantwortlicher Autor: Markus Faber Le Mans (FRA), 14.09.2020, 18:48 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Auto und Motorsport +++ Bericht 2271x gelesen

Le Mans (FRA) [ENA] Erstmals seit 2014 wird es kein volles Starterfeld bei den 24-STunden von Le Mans geben. In der 88. Auflage des französischen Langstreckenklassikers sind 59 Fahrzeuge in den unterschiedlichen Klassen gemeldet. Die Königsklasse LMP-1 ist auf fünf Fahrzeuge nach dem Rückzug von Ginetta geschrumpft und stellt damit einen neuen Negativrekord auf. Im Gegensatz dazu ist die LMP2 ist mit 24 Fahrzeugen die vollste Klasse.

Knapp gefolgt von der GTE Am. In der GTE-Pro sind acht Fahrzeuge gemeldet. Das LNT-Team in der LMP-1 Kategorie hat nun sein Engagement in der aktuellen Saison der World-Endurance-Championship (WEC) gestrichen. Der Ginetta G60-LT-P1 mit den Fahrern Chris Dyson, Guy Smith und Mike Simpson wird die 24 Stunden von Le Mans 2020 nicht mehr in Angriff nehmen. Die LMP1 verzeichnet mit fünf Startern einen Allzeit-Negativrekord. Es bleiben zwei Toyotas, zwei Rebellion und der ByKolles-Enso als Teilnehmer in der Topklasse übrig.

Ginetta begründet den Rückzug mit der COVID-19-Pandemie: "Die Anzahl der Neuinfektionen in Frankreich ist auf ihrem höchsten Stand seit Beginn der Pandemie. Als Werksteam würde eine Teilnahme angesichts der neuen Quarantäne-Regeln eine mindestens vierwöchige Schließung der Ginetta-Werke bedeuten. Das würde unsere Kernaktivitäten in Großbritannien beeinträchtigen." "Das, gepaart mit einem deutlich abgeänderten WEC-Kalender, hat nach langer Überlegung zu der Entscheidung geführt, dass der G60-LT-P1 an den diesjährigen 24 Stunden von Le Mans nicht teilnehmen wird."

Dauerthema EoT und BoP

Der Le-Mans Veranstalter ACO hat die Equivalence of Technologies (EoT) für die LMP1-Klasse sowie die Balance of Performance (BoP) in den GT-Kategorien veröffentlicht. Da die LMP1 bei den 24 Stunden von Le Mans ohne Erfolgsballast fährt, regelt die EoT die Performance nun alleine. Der Toyota TS050 Hybrid wird mit 895 Kilogramm eingestuft. Das ist zwar deutlich weniger Gewicht als bei den regulären Rennen der WEC 2019/20. Dort wird allerdings ein anderes Basisgewicht (932 Kilogramm) verwendet, weil hochgerechnet auf die Streckenlänge mit dem 1,5-fachen Hybridfaktor gefahren wird. Die 892 Kilogramm sind noch immer sieben Kilo mehr als bei der 2019er-Ausgabe des Rennens (888 Kilogramm).

Die privaten LMP1 sind nach wie vor mit 816 Kilogramm (Saugmotoren; Rebellion und ByKolles) beziehungsweise 833 Kilogramm (Turbomotoren) eingestuft. Im Vergleich zum Vorjahr erhalten sie jedoch größere Tanks. Denn der Reichweitenvorteil, mit dem Toyota in der Vergangenheit den Vorteil des Hybridantriebs zur Schau stellte, ist gestrichen worden. Saugmotoren stehen 55,4 Kilogramm Benzin pro Stint zur Verfügung, Turbomotoren 52,8. Der Hybrid-Toyota bekommt lediglich 35,1 Kilogramm Sprit pro Stint zugestanden.

In den GTE-Klassen gilt wie üblich in Le Mans eine gesonderte BoP, die nur für den Circuit de la Sarthe gültig ist. Gegenüber 2019 erhält der Aston Martin Vantage AMR einen 0,03 bar höheren Ladedruck und als Ausgleich einen ein Liter größeren Tank. Damit ist der Vantage nun wieder eingestuft wie in den Qualifyings der 2019er-Ausgabe. Allerdings hat Aston Martin für das Rennen die volle Wucht der BoP-Keule zu spüren bekommen, nachdem Marco Sörensen die Pole-Position herausgefahren hatte.

Die Topkategorie der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) steht vor einem wichtigen Schritt: Am Montagmorgen präsentierte Alpine seinen Aufstieg in die neue Topklasse ab 2021 und einen einzelnen LMP1 an den Start bringen. Zum Einsatz wird ein Oreca-LMP1-Chassis kommen. Der Teamname lautet "Alpine Endurance Team". Damit werden die Franzosen die vierte Marke in er WEC 2021 neben Toyota, Glickenhaus und ByKolles.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.