Sonntag, 25.07.2021 02:16 Uhr

Jetzt wird Home-Office riskant: Abbau, Offshoring

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 24.05.2021, 10:02 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 5062x gelesen

Zürich [ENA] Während US-Banken Leute zurück ins Büro beordern, gibt es bei UBS, CS, ZKB keine solchen Pläne. Die streichen Büros, verlagern Jobs. Sweet Home Office könnte sich zur Gefahr für die Angestellten entwickeln. Vor allem im Banking: Da sieht man bereits, wie die Firmen vom neuen Trend profitieren. Die Kosten für die Infrastruktur – Laptop, Stuhl, Drucker – landen beim Mitarbeiter. Die vielen Büroflächen an teurer Lage werden verkleinert. Das schenkt ein. Die Banken sparen immense Ausgaben, die Lasten tragen die Leute.

Dafür haben wirs gut zuhause, sagen viele. Sie könnten sich täuschen. Der Abbau am Paradeplatz nimmt Fahrt auf, wie die UBS-Kündigungen von dieser Woche zeigen. Sinnbildlich für die neue Welt ist der Auszug des UBS Asset Managements aus dem alten Gebäude an der Schanze in der Zürcher City. Die Mitarbeiter landen im UBS-Ableger an der Europaallee beim Hauptbahnhof, wo schon viele andere sind. Dort heisst es enger zusammenrücken. Kein Problem, hat genug Platz – auch nach Corona. Die Banken dürften nämlich ihren Virus-Schichtbetrieb einfach fortführen: die halbe Crew vor Ort, der Rest zuhause – hat sich doch bewährt. Für die Finanzhäuser ideal, sie erledigen zwei Fliegen auf einen Schlag.

Weniger Bürofläche heisst weniger Mietkosten, zudem sparen sie mit dem Homeoffice, weil dort die Leute für die Infrastruktur selbst aufkommen. Fehlt nur noch, die Jobs ins Billig-Ausland zu verlagern. Der Trend ist bereits im Gang, wie die CS vormacht. Ihre Informatik wächst in Indien. Wenn die Arbeit vom eigenen Heim aus in Brüttisellen erledigt werden kann, warum soll das dann nicht ebenso gut aus Bangalore klappen? So die neue Logik. Sie dürfte sich rasch Platz verschaffen. Die Kostensparer an der Spitze der Banken sehen im Kombi Heimarbeit-Offshoring das neue Eldorado. Wenn dies die Mitarbeiter, die es sich in den letzten 14 Monaten zuhause bequem gemacht haben, merken, ist es längst zu spät.

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