Mittwoch, 16.06.2021 12:09 Uhr

Irrwitzig: CS kürt Solo-Vertrauten zu Bigboss

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 11.06.2021, 08:14 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 1364x gelesen

Zürich [ENA] David Solo ist Verhängnis der Bank, „Guru“ trieb Schweizer ins Greensill-Desaster. Nun wird Solos Ex-VR-Partner Chef CS-Assetmanagement. Der Credit Suisse droht mit den Greensill-Fonds ein Milliarden-Schaden, ihr Ruf bei den Reichsten ist im Eimer. Schuld ist David Solo, US-Finanz-Guru und Greensill-Drahtzieher. Nun vertraut die CS ausgerechnet einem Solo-Mitstreiter die Leitung des Schweizer und europäischen Asset Managements an. Filippo Rima heisst der Managing Director, er wurde laut Finews gestern vom Interims- und definitiven CEO des Bereichs gekürt.

Rima sass unter Solo im VR der Simag, einem Joint-venture der CS Asset Management mit der ETH Zürich für computergesteuertes und krisensicheres Investieren. Neben Solo und Rima sass auch Rimas grosser Verbündeter und damaliger Vorgesetzer bei der CSAM, Michel Degen, im Board der Simag. Solo war Präsident, Degen dessen Vize, Rima Mitglied. Was die Simag genau bezweckte, ist bis heute schleierhaft. Letzten Oktober zogen Degen und seine CS Asset Management der Tochter sang- und klanglos den Stecker. Aus heutiger Sicht hat das viel mit der Rolle von Solo zu tun. Dieser wurde für die CS „toxisch“, wie der Crash mit den Greensill-Fonds nahelegt. Solo hatte Lex Greensill Geld und Beratung gegeben. Solo war dank Degen 2016 mit Greensills Supply

Chain Funds in die CS hineingekommen; dies, nachdem er bei der GAM als Chef 2014 ausgestiegen war. Alle CS-Stellen, von Legal über Compliance bis CSAM- und IWM-Divisions-Leitung, gaben grünes Licht. 2017 gings los, die Kurve der Performance zeigte linear noch oben. Zuletzt hielten die Fonds 10 Milliarden Kundengelder. Madoff-mässig. Keiner schrie auf. Auch nicht, als 2018 Greensill-Fonds bei Solos alter Firma GAM in die Luft gingen. Die CS prüfte, befand aber alles für gut. Degen und Solo machten weiter, Iqbal Khan und Eric Varvel, die Chefs von Degen, hatten keine Bedenken. Auch 2020, als die Financial Times rund um die CS-Greensill-Fonds Zirkelinvestments mit der japanischen Softbank aufdeckte, durften alle weitermachen.

Chain Funds in die CS hineingekommen; dies, nachdem er bei der GAM als Chef 2014 ausgestiegen war. Alle CS-Stellen, von Legal über Compliance bis CSAM- und IWM-Divisions-Leitung, gaben grünes Licht. 2017 gings los, die Kurve der Performance zeigte linear noch oben. Zuletzt hielten die Fonds 10 Milliarden Kundengelder. Madoff-mässig. Keiner schrie auf. Auch nicht, als 2018 Greensill-Fonds bei Solos alter Firma GAM in die Luft gingen. Die CS prüfte, befand aber alles für gut. Degen und Solo machten weiter, Iqbal Khan und Eric Varvel, die Chefs von Degen, hatten keine Bedenken. Auch 2020, als die Financial Times rund um die CS-Greensill-Fonds Zirkelinvestments mit der japanischen Softbank aufdeckte, durften alle weitermachen.

Neo-CEO Thomas Gottstein stärkte Degen noch den Rücken. Dabei tauchten in der damaligen internen Untersuchung sogenannte Sideletters auf, Verträge mit Drittparteien über Entschädigungen. Das Wort Kickbacks machte die Runde. Rima stand die ganze Zeit treu an Degens Seite. Er war sein Deputy, kümmerte sich um die Aktienfonds, während Luc Mathys Degens Mann für die Festverzinslichen war. Als am 1. März 2021 das Greensill-Kartenhaus zusammenbrach, mussten Varvel, Degen und Mathys den Kopf hinhalten. Die Stunde für Rima war gekommen: Der Degen-Buddy wurde Interims-Chef CSAM. Alle Drei sind laut Handelsregister immer noch unterschriftsberechtigt. Degen sogar für die Pensionskassen der Credit Suisse.

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