Sonntag, 25.07.2021 02:02 Uhr

Helsana-Chefs schenken sich Prunk-Sitzungsraum

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 02.06.2021, 09:40 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 3912x gelesen

Zürich [ENA] Führende Krankenkasse peppt Zimmer für 400’000 Franken mit Hyper-Elektronik für „zeitgemässes“ Arbeiten auf. Alles bezahlt vom Kunden. Die Nummer 1 der Krankenversicherer schwimmt offenbar im Geld. Jedenfalls klotzen ihre Chefs – bei sich selbst. So liessen sich soeben die Mitglieder des Helsana-Verwaltugsrats ihr Sitzungszimmer im 4. Stock des Hauptgebäudes in Zürich vergolden. 400’000 Franken haben die obersten

Helsana-Verantwortlichen in teuereste Elektronik und ergonomische Stühle und Tische gesteckt. Luxus pur – alles zulasten Prämienzahler. Eine Quelle spricht gar von einer Million. Das habe gute Gründe. „Im Rahmen unseres Konzeptes zu neuen, zeitgemässen und innovativen Arbeitswelten sowie unter Berücksichtigung der Erkenntnisse im Umgang mit der Pandemie wurde der VR-Saal vergrössert und zeitgemäss ausgestattet.“ Der Um- und Ausbau sei nach vielen Jahren ohne Renovation dringend nötig gewesen – und er mache sich über die Zeit bezahlt, zeigte sich der Helsana-Mann überzeugt. „Es handelt sich um eine langfristige Investition in eine moderne und nachhaltige Infrastruktur. Der VR-Saal blieb seit unserem Einzug in Zürich-Stettbach im Jahr 2004

praktisch unverändert, weshalb eine grundlegende Neugestaltung längst überfällig geworden ist.“ Die Helsana sieht dies naturgemäss anders. Sie verweist auf die offengelegte Anzahl Sitzungen der VR-Komitees. Für 2020 waren das: „Geschäfts- und Entschädigungs-Ausschuss: 8, Audit- und Risk-Management-Ausschuss: 5, Anlage-Ausschuss: 8, Digitalisierungs-Ausschuss: 4“. Bei der Helsana wird auch sonst zuoberst üppig angerichtet. Der VR-Präsident („Wer Krankenversicherung betreibt, muss auch soziale Verantwortung wahrnehmen“) strich 2020 fast 300’000 Franken ein – für ein paar Sitzungen. Beim CEO waren es gut 750’000 Franken. Lohn und Bonus – alles in Cash. Da darfs schon etwas kosten. Im Verhältnis würde man immer noch kleine Brötchen backen.

Tatsächlich gönnten sich die Spitzen der UBS ein VR-Zimmer von einem anderen Sternensystem. Allein der drei Meter breite Bildschirm habe über eine Million verschlungen, hiess es rund ums „Herausputzen“ des Hauptsitzes der grössten Bank auf dem Platz.Zur Krönung gabs einen Fitnessraum mit Sprudelbad für die obersten Banker. Wäre etwas Kleines fürs körperliche Wohlergehen nicht auch noch was fürs Helsana-Headquarter? Entsprechend habe man bewusst investiert.

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