Sonntag, 25.07.2021 02:36 Uhr

Erschütternder Bericht zu CS-Chef Middle East

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 20.07.2021, 08:11 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 1057x gelesen

Zürich [ENA] Bloomberg schildert Zustände wie auf Piratenschiff. Hauptmann Bruno Daher schüchtere Crew ein, viele sprängen von Bord. CS findets Ok. Der gestrige Bericht von Bloomberg über den Middle-East-Chef der Credit Suisse, Bruno Daher, ist Zündstoff. Der mächtige Managing Director sei zwar erfolgreich wie kein Zweiter, aber auch so brutal wie kaum einer. Er peitsche die Crew zum Erfolg, so das US-Medium über den 62jährigen,

der seit 15 Jahren die CS zur Nummer eins in der arabischen Boom-Region gemacht hat. Die Zahlen stimmen, die Kultur nicht. Überhaupt nicht. Viele Mitarbeiter hätten genug von Dahers Peitschen-Stil, meint Bloomberg. Sie sprängen zuhauf von Bord, darunter fünf Senior-Berater mit Milliarden von Kunden, die ihnen anvertraut seien. Am schlimmsten sei der Aderlass aber bei den Jungen. Mehr als 20 Junior-Berater hätten die CS Middle East seit 2019 verlassen. Bruno sei Dank. Daher wird als Banker aus einer anderen Zeit gezeichnet. Er schreie herum, stauche die Truppe zusammen, fluche, fauche, brülle – alles, um zu siegen. Die Pferde gehen mit Daher offenbar durch. Dann heisst es Schadensbegrenzung. Kürzlich musste Daher vor versammelter Mannschaft

kleinlaut aufsagen, dass er nicht alles wörtlich meine, was er von sich gebe. Zuvor hatte der CS-Bigshot gedroht, er würde seinen Leuten eine Pistole an den Kopf halten, wenn sie nicht spurten. Diesen bereue er, meinte Daher. Er entschuldige sich dafür. Ein Rückzieher, wie es ihn bei Daher nur selten gebe, so Bloomberg. Die CS sieht null Problem im Führungsstil des Franzosen, der in Syrien zur Welt kam, in Boston studierte, bei Merrill Lynch hochkam und den arabischen Raum wie nur wenige Topbanker kennt. „The bank firmly rejects the allegations made, which are unfounded, false or taken completely out of context“, meinte ein Sprecher der Bank gegenüber Bloomberg zu den Ausführungen des grossen US-Mediums. „Credit Suisse is a leading wea

„Credit Suisse is a leading wealth manager in the Middle East under the strong leadership of Bruno Daher since 2006.“ Effektiv erfüllte Daher alle Zielvorgaben – oder übertraf sie. Er „lieferte“, was die Ober-Chefs am Zürcher Paradeplatz von ihm forderten. Kunden, Assets, Gewinn, mehr als die meisten seiner internen Konkurrenten. In der Folge sprudelten die Boni für ihn und die Vorgesetzten im Konzern. Ist Daher bei der CS deshalb nun unter Druck geraten? Die Aussagen lassen nur einen Schluss zu: Die CS findet Bruno Dahers Kultur und Stil in Ordnung. Hauptsache, der Rubel rollt. Der Rest – die Abgänge der Jungen und auch einiger Seniors, die Sequenz mit der Pistole, die Unruhe durch den Bloomberg-Bericht – gehören dazu.

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