Sonntag, 25.07.2021 02:31 Uhr

Bär befeuert Immo-Boom mit Sprung ins Real-Estate-Biz

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 21.07.2021, 08:17 Uhr
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Zürich [ENA] Mit frisch gekaufter Kuoni Mueller & Partner will Privatbank ihren globalen Vermögenden Villen in Zürich und der ganzen Schweiz zuhalten. Die Preise für Häuser und Wohnungen im Land kennen keine Grenzen mehr. Nun springt die Julius Bär als wichtigste Schweizer Vermögensverwaltungs-Bank auf den Expresszug auf. Sie erwirbt 83 Prozent an der bekannten Immobilien-Vermittlerin Kuoni Mueller & Partner.

Deren Chef behält eine Minderheit und soll als neuer Head Real Estate Advisory die Bank im Geschäft mit Boden und Beton zu neuen Höhenflügen führen. Die Pläne reichen weit. Es geht darum, den reichsten Kunden insbesondere aus dem Ausland den immer rarer werdenden Schweizer Boden und die darauf stehenden Häusern zuzuschanzen. Der Kauf von Kuoni Mueller (KMP) ist laut Bär der erste Schritt auf dem Weg zu einem flächendeckenden Angebot. Von Zürich aus, wo KMP gross ist, will die Bär-Bank als Nächstes die Westschweiz mit dem Hotspot Genf und das Tessin mit Lugano erobern. Vom bisher reinen Hypotheken-Finanzierer hin zur Rundum-Beraterin für alle, die exklusiven Wohneigentum im Alpenstaat erwerben wollen – so die Idee.

Den Alteingesessenen, die das Land über die Jahrzehnte aufgebaut haben, führt das Vorhaben der Julius Bär in aller Deutlichkeit vor Augen, was sie im Bauch längst spüren. Ihre Traum-Immobilie können sie vergessen. Die Geldschwemme mit den hochschiessenden Vermögen der Begüterten sowie die offenen Grenzen treiben die Immo-Preise im Land der Eidgenossen in aberwitzige Höhen. Wer nichts erbt, bleibt aussen vor. In Lohn und Miete, so die Zukunft für Herr und Frau Schweizer. Grund und Boden landen hingegen bei den Erfolgreichen und Reichen aus dem Ausland – Bär&Co. leisten den nötigen Support. Die Schweiz prosperiert, so der Einwand, sie ist gefragt wie nie. Eine Insel der Glückseligen und des Wohlstands in einem überschuldeten,

verbeamteten Europa. Nicht falsch. Doch das eigene Land kommt den hier verwurzelten Leuten abhanden. Den Banken kanns recht sein, sie verdienen wie nie zuvor. „Die verwalteten Vermögen stiegen um CHF 52 Mrd. auf ein neues Rekordhoch von CHF 486 Mrd., was einer Zunahme von 12% seit Ende 2020 entspricht“, meldet heute die Julius Bär. Unter dem Strich verdiente die Bär im ersten Halbjahr mit gut 600 Millionen so viel wie seit langem nicht mehr. Das Gewinnplus bedeutet einen Anstieg um fast einen Viertel – aus dem Stand und dank viel Rückenwind mit Taxpayer-Money. Und prophezeit, dass es so weitergeht. „Nach dem rekordhohen Konzerngewinn im ersten Halbjahr gehen wir aus einer Position der Stärke in die zweite Jahreshälfte.“

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