Mittwoch, 21.08.2019 06:44 Uhr

Österreichische Klimaschutzziele und Wohnen

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 29.01.2019, 15:38 Uhr
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Wien [ENA] Die Raiffeisen Bausparkasse und das Österreichische Ökologie Institut präsentierten im Dezember 2018 bei einer Pressekonferenz in Wien eine Studie über Einfamilienhäuser. Österreich hat relativ viele. Genau genommen über 2.1 Mio. Hauptwohnsitze in Ein - und Zweifamilienhäusern. Das war auch die bevorzugte Besiedlungsform nach dem Zweiten Weltkrieg und tatkräftig unterstützt von der Raiffeisen Bausparkasse.

Die Österreicher lieben ihre Häuser. Viele sind selbst gebaut , es war genügend Bauland und freie Flächen vorhanden. Das ändert sich jetzt. Besonders das Thema "Klimaschutz " wird als Argument verwendet. Denn angeblich stellen plötzlich Einfamilienhäuser eine hohe Belastung für die Umwelt dar. Dabei macht diese Wohnform fast 80 Prozent des Gebäudebestandes aus und hat somit den größten Flächenbedarf. Die Raiffeisen argumentiert, dass Einfamilienhäuser besonders an der Zersiedelung und Bodenversiegelung schuldig sind und nach ihrer Studie wäre es ökologisch sinnvoller, wenn Menschen vermehrt in energieeffizienten Wohnungen in Ballungsräumen leben würden.

Es wird weiter argumentiert, dass es in Österreich nicht gelungen ist, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Neben dem Anwachsen der Emissionen im Verkehrssektor ist eben auch ein Trend zu Einfamilienhäusern dafür verantwortlich meint die Raiffeisen. Hat man noch vor einigen Jahren Ölheizungen staatlich gefördert, sind sie jetzt der Zankapfel und neue Systeme wie Biomasse oder Umgebungswärme werden forciert. Die Frage ist nur, wer soll das bezahlen? Die Umrüstung eines Heizsystems, oder aufwendige Wärmedämmungen sind eine große Investition für Hausbesitzer, mit der sie oft überfordert sind. Trotzdem bemängelt die Raiffeisen, das die Sanierungsrate abgenommen hat und es einer Sanierungsoffensive bedürfe.

Zu fragen ist, ob sie sich nicht ein ganz anderes Österreich wünscht, denn das Österreich 2050 ist bereits weitgehend gebaut, da der gegenwärtige Baubestand schon 70 Prozent der Zukunft ausmacht. Und viele Gebäude entsprechen angeblich nicht mehr den Klimazielen. Wenn man bedenkt, dass Einfamilienhäuser über vier Millionen Menschen, also fast der Hälfte der Bevölkerung, Wohnraum bieten, dann kann man nicht so ohne weiteres diese Wohnform mit dem Argument von Treibhausgasemissionen infrage stellen. Denn dann hebt man Österreich aus den Angeln.

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