Samstag, 12.06.2021 14:15 Uhr

Haben Tiere Gefühle?

Verantwortlicher Autor: DTK Gabriele M Perklitsch Klagenfurt, 14.05.2021, 13:27 Uhr
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Gefühlswelt von Lebewesen
Gefühlswelt von Lebewesen   Bild: DTK Gabriele M Perklitsch

Klagenfurt [ENA] Haben Tiere Gefühle? Ist das für Sie eine schwierig zu beantwortende Frage? Von Tierbesitzern wird diese Frage meist mit einem Klaren JA beantwortet werden. Denn, wer selbst ein Tier zu Hause hat, egal ob Katze, Hund, Maus, Pferd - der kann eine ganze Palette an Emotionen an den Tieren erleben.

Die Tiere leben seit Jahrtausenden sehr eng mit dem Menschen zusammen. Freude, Angst, Trauer – all diese Gefühle kann man bei ihnen beobachten, so man gewillt ist, dies auch beobachten zu wollen. Die aufmerksame Wahrnehmung, ist stets ein wichtiges Kriterium, um Dinge als das zu Erkennen, was sie wirklich sind. Vor ca. 200 Jahren fehlte jegliches Verständnis für Tiere als fühlende Mit-Lebewesen. Ihnen wurde sogar teilweise das Schmerzempfinden abgesprochen. Die Experimente die infolgedessen an ihnen durchgeführt wurden, waren entsprechend grausam und sind es leider z.T. bis heute noch. Aber sind es nicht die Menschen, die an Greultaten an ihren eigenen Mitmenschen nicht zu übertreffen sind?

Ist es nicht der Mensch, der an Gefühlskälte unübertroffen einfach so tötet? Wenn man die Menschheitsgeschichte betrachtet, die voll gepflastert ist mit Gewalt und Kriegen, dann drängt sich die Frage auf, haben Menschen Gefühle? Stellt sich da nicht auch die berechtigte Frage, wem hier der Präge-Stempel einer unfassbaren Emotionslosigkeit gebührt? Kennen Sie nicht auch wahre Begebenheiten von Straßenhunden, die ihren verletzten Hundefreund, der von einem Autofahrer niedergefahren wurde, von der Hauptverkehrstraße wegzerren und dann tagelang bei ihm ausharren, bis Hilfe naht? Menschen lassen Menschen jedoch oft einfach so alleine sterben. Corona hat dies aufgezeigt. Siehe Altenpflegeheime. Oder ist das an Gefühlskälte noch zu übertreffen?

Ja – Tiere haben Gefühle. Die Wissenschaft hat im Bereich der Neurowissenschaft ihre Erkenntnisse und Thesen diesbezüglich in den letzten Jahrzehnten neu ausrichten müssen. Mittlerweile ist bekannt, dass die Menschen mit allen übrigen Säugetierarten alte Strukturen in Teilen des Gehirns teilen und diese Gehirnregionen bei Menschen und Tieren gleichermaßen in bedrohlichen oder erfreulichen Situationen gleichsam aktiv sind. Fakt ist auch, einige Länder reagieren darauf: Frankreich hat z.B. im Bürgerlichen Gesetzbuch seit 2018 verankert, dass Tiere mit Empfindsamkeit ausgestattete lebende Wesen sind. Bisher wurden Tiere laut dem 1804 unter Napoleon erarbeiteten Code Civil als bewegliche Sache betrachtet.

Großbritannien will das Faktum, dass Tiere Gefühle haben, auch gesetzlich festschreiben und Strafen für Tierquälerei sollen härter werden. Die britische Regierung will mit Gesetzen den Import von Jagdtrophäen, den Export von lebenden Tieren sowie die Haltung von Primaten als Haustiere verbieten. Weiters sind Verbote gegen Pelzimporte sowie das Töten von Schweinen durch Vergasung mit Kholendioxid geplant. Mit all diesen Gesetzen will die britische Regierung das Land zum Vorreiter bei Tierrechten machen.

Die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse haben also das für die meisten sowieso feststehende Faktum erkannt, dass auch Tiere keine Sache, sondern empfindsame Lebewesen sind. Sie haben wie wir Menschen, Recht zu Leben. Das subjektive Erleben der Tier Empfindungen lässt sich nicht objektiv messen oder wissenschaftlich erfassen. Das große Rätsel von Leib-Seele und das Wissen über die Verbindungen zwischen Körper und Geist sowie der Gefühlswelt – ist nach wie vor ein großes Rätsel und ungelöst. Der Mensch weiß also ziemlich wenig über die Tiere und deren Gefühlswelt. Dies ist die unbefriedigende Wahrheit. Der Mensch sollte all seine Mit-Lebewesen respektvoll behandeln. Das ist auch eine Wahrheit - eine Lebenswahrheit und ewig gültig.

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