Dienstag, 21.05.2019 12:31 Uhr

Der Zug der Kraniche und Schiller

Verantwortlicher Autor: Dipl.-Ing. Wilfried Rühle Mescherin, 14.10.2016, 21:23 Uhr
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Der Erlebnispark lädt ein.
Der Erlebnispark lädt ein.  Bild: Dipl.-Ing. Wilfried Rühle

Mescherin [ENA] 11. Kranichwoche vom 01.10.2016 bis 09.10.2016 im Nationalpark "Unteres Odertal" in Mescherin. Es ist ein besonderes Naturschauspiel, wenn tausende Kraniche ihren Rastplatz in den Poldergewässern zwischen der West- und Ostoder aufsuchen. Es ist die Faszination "Natur" , die der Besucher verspürt.

Frühmorgends und spätabends sieht man die Kraniche laut trompetend über den Rastplätzen fliegen. Von einem nahegelegenen Beobachtungsturm wird dieses konkrete Erlebnis „ Natur“ besonders verinnerlicht, da die Kraniche sich in geringer Höhe befinden. Mit der Flügelspannweite von knapp 2,50 Meter hat der Vorbeiflug etwas Gigantisches und Einmaliges. Staunend genießt man den Vogelzug zusammen mit der Schönheit des beginnenden Herbstes. Es wird dem Besucher sehr schnell klar, weshalb der Kranich in der Literatur einen festen Platz hat, auch wissend, dass der Kranich Glück, Klugheit und Wachsamkeit symbolisiert.

Mit dem Sonnenaufgang beginnt der Flug vom Rastplatz auf die abgeernteten Maisfelder.
Die Kraniche kehren abends zu ihrem Rastplatz zurück.
Die Natur versinkt im abendlichen Nebel.

So mancher Besucher erinnerte sich an die Ballade von Friedrich Schiller (1797). „Die Kraniche des Ibykus“, die uns in die Zeit vor rund 2500 Jahren führt, zu den „alten Griechen“. Die Kraniche waren es, die faktisch den Mord am damaligen Sängers Ibykus aufdeckten, indem sie die Möder zu dem bekannten Ausruf animierten:"Sieh da! Sieh da, Timotheus, Die Kraniche des Ibykus!" - So wird durch Schiller der Kranich zur überzeugenen Symbolfigur für eine immer währende Gerechtigkeit. Das wäre auf jeden Fall der Bezugspunkt zur Gegenwart in der weltweiten, widerspruchsvollen Zeit, in der der Ruf nach Frieden und Gerechtigkeit immer lauter zu werden scheint.

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