Dienstag, 17.09.2019 07:05 Uhr

Boll ist toll

Verantwortlicher Autor: Sharon Oppenheimer Vancouver, 27.06.2019, 15:58 Uhr
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Vancouver [ENA] Kein anderer deutscher Regisseur wird kontroverser diskutiert: die einen halten ihn für den schlechtesten Regisseur aller Zeiten, als künstlerischen Erben von Ed Wood, obwohl Boll bestimmt keine Damenunterwäsche trägt wie Wood es tat. Im Internet gibt es Anti-Boll-Seiten und Foren und in der Realität ein sabbernde Meute von Kritikern und Schreiberlingen, die fleißig Uwe Boll verreißen.

Andere wiederum halten den promovierten Filmschaffenden für einen Ausnahmekünstler und ein verkanntes Genie. Fakt ist: kaum ein anderer deutscher Regisseur ist so produktiv und lehnt sich soweit aus dem Fenster wie er. In zwanzig Jahren drehte er mehr als dreißig Filme, die oftmals von Kritikern zerfetzt wurden. Es hagelte Negativ-Auszeichnungen und schlechte Kritik, man verunglimpfte ihn als untalentierten, kritikresistenten Schundfilmer, dabei scheint es fast, als wäre es eine Art Modetrend Uwe Boll gegenüber feindlich eingestellt zu sein. Doch Boll wäre nicht Boll wenn er sich nicht zu helfen wüsste. Er lud seine Kritiker in den Boxring ein, und diejenigen, die erschienen gingen vor ihm in die Knie.

Neben der Verfilmung von Computerspielen, wagte sich Uwe Boll in den letzten Jahren auch an schwierige Themen heran: 2009 entstand der Film „Darfur“ über den Völkermord im Südsudan. In diesen Filmen zwang Uwe Boll den Zuschauer hinzusehen, wie kein es anderer zuvor getan hatte. Mit den Film „Darfur“ und hat er zwei Werke geschaffen, die absolut sehenswert sind. Kontrovers ging es um die beiden Streifen zu: „Auschwitz“ wurde 2010 der Film zur Berlinale eingereicht, wurde aber, aus welchen Gründen auch immer, nicht gezeigt. Allein der Teaser sorgte für Verwirrung in Deutschland.

In letzter Zeit ist es jedoch ruhig um Uwe Boll geworden. Seit 2016 betätigt sich Uwe Boll als Gastronom. In Vancouver, Kanada eröffnete er ein Restaurant namens „Bauhaus“ und erhielt Bestnoten. Ein Blick auf die Speisekarte zeigt, es handelt sich um solide Kost, einfallsreich, aber nicht ausgeflippt. Die Gäste schwärmen, es ist eine exquisite kulinarische Erfahrung, nobles Ambiente, exzellenter Service und das Essen ... ein bisschen davon ein bisschen davon ... in zwei Worten zusammengefasst: "Just Perfect".

Hat Uwe Boll (eigentlich Dr. Uwe Boll, denn er ist promovierter Germanist) nun seinen Abschied vom Movie-Business genommen? „Laßt Euch überraschen“, meint er lächelnd dazu.

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