Donnerstag, 24.09.2020 18:10 Uhr

In der Stadt der hundert Türme - Reiseeindrücke aus Prag

Verantwortlicher Autor: Sebastian Böckelmann Prag, 05.08.2020, 09:36 Uhr
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Prag [ENA] Prag ist die Hauptstadt der Tschechischen Republik und liegt an der Moldau. Ca. 1,3 Millionen Menschen leben dort. Die "Stadt der hundert Türme" ist bekannt für den Altstädter Ring mit bunten Barockgebäuden, ihre gotischen Kirchen, die Restaurants mit verschiedensten Köstlichkeiten und der mittelalterlichen astronomischen Uhr, an der zu jeder Stunde ein animiertes Glockenspiel zu sehen ist.

Grund genug der Stadt einen Besuch abzustatten. Die Anreise erfolgte problemlos, auch wenn vor Prag wegen einigen Dauerbaustellen der Verkehrsfluss durchaus zähflüssig war. Nachdem das Fahrzeug geparkt wurde bezog unsere kleine Reisegruppe das Quartier für die nächsten zwei Tage. Mit knapp 50 Euro für 3 Personen und Frühstück können wir mit Sicherheit von einen Glücksgriff sprechen. Die Zimmer waren hell, sauber, gepflegt, das Personal war freundlich und hilfsbereit und das Buffet reichhaltig und abwechslungsreich. Vor uns lagen 2 sonnige Tage mit dem Besuch von vielen interessanten Orten, gutem Essen, imposanten Bauwerken und vielen zurückgelegten Kilometern.

Nachdem wir uns bei einem nahegelegenen Restaurant gestärkt hatten ging es auf den Veitsberg. Das Nationaldenkmal am Veitsberg ein patriotisches Monument zu Ehren des Hussitenführers Jan Žižka in Prag-Žižkov wirkte sehr beeindruckend. Das Nationaldenkmal das auf dem Veitsberg thront, besteht aus einem 9 m hohen und 16,5 Tonnen schweren Reiterstandbild sowie aus einer dahinter anschließenden mehrstöckigen Ehrenhalle, welche innen mit Marmor verkleidet und insgesamt 31 m hoch ist. Im Bereich von Reiterstandbild und Ehrenhalle existieren zahlreiche unterirdische Räume, in denen u. a. das Grab des unbekannten Soldaten untergebracht ist. Das Reiterstandbild ist eine der größten Bronzestatuen der Welt.

Eine weitere Station unserer Reise war das Denkmal von Jan Palach und Jan Zajíc Jan Palach war ein tschechoslowakischer Student, der sich aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings und gegen das Diktat der Sowjetunion selbst verbrannte. Er wollte damit, knapp fünf Monate nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei, ein Zeichen gegen die Rücknahme der Reformen der Regierung Alexander Dubčeks und die daraus folgende Lethargie und Hoffnungslosigkeit der tschechoslowakischen Öffentlichkeit setzen.

Er stand am 16. Januar 1969 zwischen 15 und 16 Uhr bei der Treppe des Nationalmuseums, welches den Prager Wenzelsplatz gegen Südosten abschließt, legte dort am Rande des Brunnens seinen Mantel und seine Aktentasche ab, übergoss sich mit dem Inhalt eines Benzinkanisters, entzündete ein Streichholz, stand augenblicklich am ganzen Körper in Flammen und rannte auf den Wenzelsplatz hinaus. In der Woche nach Palachs Tod nahmen sich in der Tschechoslowakei noch fünf weitere Menschen aus politischen Gründen das Leben und nur einen Monat später wurde Palachs symbolträchtige Tat von der „Fackel Nr. 2“, Jan Zajíc, ebenfalls auf dem Wenzelsplatz, wiederholt.

Nachdem alle Gruppenmitglieder ausgeschlafen hatten versorgten wir uns an dem reichhaltigen Buffet mit Kaffee und Nahrung, so das wir gut gestärkt in die Altstadt gehen konnten. Ein langer Tag lag vor uns. Eines der beeindrucktesten Orte unserer Reise an diesem Tag war die Prager Burg. Sie gilt als das größte geschlossene Burgareal der Welt und liegt auf dem Hradschin. Die Burg wurde im 9. Jahrhundert gegründet und war der Sitz der böhmischen Herzöge und Könige, zweier Kaiser des Heiligen römischen Reichs sowie des tschechoslowakischen Staatspräsidente und heue ist sie die Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik. Inmitten der Burganlage befindet sich auch der monomentale Veitsdom.

Nach einer Mahlzeit im Schatten der Burg ging unser Weg über die berühmte Karlsbrücke in die Altstadt. Diese Brücke wurde bereits im 14. Jahrhundert errichtet. Sie ist die älteste erhaltene Brücke über den Fluss Moldau und eine der ältesten Steinbrücken Europas. Die Brücke erhielt ihren heutigen Namen erst im Jahr 1870. Auch gilt sie als Wahrzeichen der Stadt und gehört zu den Nationalen Kulturdenkmälern über die der Krönungsweg der böhmischen Könige verläuft. Interessanter Weise trug bei der Einweihung der Brücke diese noch keinerlei Brückenschmuck. Erst nach und nach wurden über den Brückenpfeilern Skulpturen von Heiligen und Patronen aufgestellt, beginnend im Jahre 1629 und vorwiegend im frühen 18. Jahrhundert.

Natürlich besuchten wir auch den Altstädter Ring. Er ist ein großer Platz im Zentrum der Prager Altstadt. Er ist der älteste und bedeutendste Platz in Prag ist umgeben von historischen Gebäuden unterschiedlicher Baustile, wie dem Altstädter Rathaus mit der weltberühmten astronomischen Uhr, der gotischen Teynkirche, der barocken Nikolauskirche und dem Rokoko-Palais Golz-Kinsky. In der Mitte erhebt sich das monumentale Denkmal des böhmischen Reformators Jan Hus. Das bronzene Denkmal des böhmischen Reformators Jan Hus steht in der Mitte des Platzes. Es wurde im Jahr 1915, am fünfhundertsten Jahrestag der Verbrennung von Jan Hus auf dem Scheiterhaufen in Konstanz, enthüllt.

Gleich daneben erstrahlt die Mariensäule. Bereits bis zum Jahr 1918 stand vor der Teynkirche eine 14 Meter hohe Säule. Sie wurde auf Anordnung Kaisers Ferdinand III. kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges errichtet, als Dank für die Rettung der Prager Altstadt vor den protestantischen schwedischen Truppen. Am 3. November 1918, wenige Tage nach der Ausrufung der selbstständigen Tschechoslowakei, wurde sie als ein Symbol der Niederlage am Weißen Berg und der habsburgischen Oberherrschaft von Demonstranten niedergerissen. Am 23. Januar 2020 stimmte der Prager Magistrat für die Wiedererrichtung der Mariensäule. Zum Glück können Reisende wie wir seit Juni 2020 die Rekonstruktion der Mariensäule bestaunen.

Auf unserem Wege kamen wir auch immer wieder an dem in der südwestlichen Ecke des Altstädter Rings befindlichen Altstädter Rathaus mit seinem 70 Meter hohen Turm vorbei. Bemerkenswert ist neben der astronomischen Rathausuhr aus dem Jahr 1410, die zu Prags größten Touristenattraktionen zählt. Prag bietet für jeden Geschmack und jedes Portmonee etwas. Unzählige Lokalitäten, Plätze, Aussichtspunkte, Kirchen und Geschäfte laden zum Verweilen ein. Trotz allem wirkt die Stadt nicht überlaufen und als Gast in dieser Stadt fühlten wir uns zu keinem Zeitpunkt gehetzt. Vor trotz dem noch den Wunsch verspürt nach Ruhe, Frieden und ein wenig Grün der sollte die Palastgärten unter der Prager Burg durch wandeln.

An den Südhängen unter der Prager Burg erstreckt sich dieser Komplex miteinander verbundener historischer Gärten (Ledebur-Garten, Kleiner und Großer Palffy-Garten, Kolowrat-Garten und Kleiner Fürstenberg-Garten). Alle Palast-Terrassen-Gärten haben verschiedenste architektonische Ausschmückung, dekorative Treppen, Balustraden, Aussichtsbalkone, Glorietten und Pavillons, welche im Einklang mit der Natur stehen, ein malerisches Ganzes ergeben und in dem sich ein verträumten Besucher leicht verlieren kann.

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