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Fernweh Reisefieber Spezial - Vietnam

Verantwortlicher Autor: Ekkehard Boldt Dalat, 07.06.2020, 13:41 Uhr
Fachartikel: +++ Reise & Tourismus +++ Bericht 8059x gelesen
Historischer Bahnhof Dalat
Historischer Bahnhof Dalat  Bild: Ekkehard Boldt

Dalat [ENA] Vietnam erstreckt sich in tropischen Breiten, elf Grad nördlich des Äquators. Vom Gesichtspunk der Klimaverträglichkeit sollte der Reisende sich schon genau überlegen welchen Platz er zum Verweilen einnimmt. Ein Land mit einer Küste von 3260 km reicht vom Südchinesischen Meer bis zum Golf von Tonkin

...und grenzt an China, Laos und Kambodscha. Ein angenehmes Hochlandklima herrscht um die Region von Dalat auf 1500 Meter Höhe mit einer Durchschnittstemperatur von 18 Grad. Bis 1910 hatte sich der Ort zu einem beliebten Sommerziel in der Kolonialzeit entwickelt. Heute zieht es alljährlich zehntausende vietnamesischer Urlauber und Paare in den Flitterwochen an. Auch immer mehr Urlauber aus dem Ausland kommen nach Dalat. Viele genießen die frische Luft, die schöne Landschaft und das gute Essen.

Ausflugsziele um und innerhalb von Dalat gibt es derlei viele, von kitschig bis kulturell wertvoll. So z.B. der Bao Dais Sommerpalast, bewohnt vom letzten Marionetten Kaiser der Franzosen, der hier mit seiner Frau 1938-45 seine Zeit mit Jagen und Liebeleien verbrachte. Ferner der Bahnhof von Dalat der nach dem Vorbild von Deauville 1932 im Art -déco-Stil errichtet wurde. Ein alter Passagiertriebwagen fährt noch heute die 17km nach Trai Mat, einem kleinen Dorf. Die Strecke nach Phan Rang wurde im Vietnam Krieg geschlossen und nicht mehr wieder geöffnet.

Unweit des Sommerpalastes sollte man einen kleinen Abstecher ins Lam- Dong-Museum unternehmen. Untergebracht in einer Villa im französischen Stil wird für den Betrachter eine abwechslungsreiche Sammlung von Kulturgütern aus Keramik, Stoffen, Musikinstrumenten, Trachten von Volksgruppen und Fotografien aufgezeichnet. Ein verrücktes Märchenhaus, dem ein gesonderter Artikel vorbehalten ist und durchaus mit dem (ohne Gaudi zu beleidigen) „Casa Batllò“ in Barcelona verglichen werden kann, ist das Nga`s Crazy House. Es symbolisiert all das, was die Besucher an Dalat lieben oder hassen. Für das mit viel Fantasie konzipierte Haus wurde ein Holz- und Drahtgerippe mit Beton übergossen. Riesige Giftpilze und Spinnenweben, Tunneln und Leitern ..

... verwandeln es, je nach Sichtweise, in eine Scheußlichkeit oder in ein Miniatur-Disneyland. Beeindruckende Momente und Aussichten über Bergwälder, kultiviertes Land und Dörfer erlebt der Besucher bei der Besichtigung des Zen-Klosters Thien Vien Truc Lam in Verbindung mit der Dalat-Seilbahn. 180 Mönche und Nonnen leben im Kloster. Vom Tempel blickt man über den Paradies-See.

Bao Dais Sommerpalast Bild:Ekkehard Boldt
Lam- Dong-Museum Bild: Ekkehard Boldt
Nga`s Crazy House Bild: Ekkehard Boldt
Zen-Kloster Thien Vien Truc Lam Bild: Ekkehard Boldt
Zen-Kloster Thien Vien Truc Lam Bild: Ekkehard Boldt
Wasserfälle von Dambri Bild: Ekkehard Boldt

Herrliche Fotomotive werden angeboten und dieses insbesondere beim Besuch der von Dalat ca. 85km entfernten Wasserfälle von Dambri und Bo Bla. Bei Dambri stürzen unterschiedliche Wassermassen je nach Jahreszeit 90 Meter spektakulär in die Tiefe. Pagoden und Tempel sind zahlreich im Lande vertreten. Ein Tagesausflug sollte man einplanen für die Besichtigung einer buddhistischen Anlage etwa 10km von Dalat entfernt. Der Drachentempel "Ve Chai Pagode", auch Linh-Phuac-Pagode hat durchaus Hollywood Potenzial, dank ihrer unglaublich einzigartigen Mosaik-Architektur aus Glas und Keramikscherben. Sie wurde 1949 erbaut und 1950 mit einer Fläche von 6.666 m2 fertiggestellt.

Unter dem Abt von Mönch Thich Tam Vi wurden eine Reihe neuer Projekte gebaut und die Anlage 1990 vollständig restauriert. Die Besonderheit der Linh Phuoc Pagode im Vergleich zu anderen in Dalat bestehenden Pagoden, ist die Gesamtarchitektur, bestehend aus Glasresten, Keramikschalen und Porzellan. Harmonisierende und ausgleichende Muster fügen sich zu einem bunten Gesamtbildnis zusammen. Nicht nur Buddhisten, sondern auch zahlreiche Touristen kommen hierher, um kunstvolle und einzigartig künstlerische Werke zu bewundern. Hervorzuheben sind die Fassaden und geschnitzten, geschwungenen Dächer teils unter orientalischem Einfluss, ein unwirklicher Drache, der sich mit seinen 49 Metern um die Statue von Maitreya Buddha windet, ...

...der auf dem Rücken des Drachen sitzt. Weitere Gebäude sind Sanctum und Stupa, ein massives und einzigartiges architektonisches Werk. Das Heiligtum ist 33 Meter lang, 22 Meter breit. Im 1. Stock werden 108 Statuen verehrt. Im inneren Heiligtum ist die Shakyamuni Buddha-Statue 4,9 m hoch, einschließlich Lotus, der aus Stahlbeton besteht und mit Gold zusammen mit dem dynamischen Relief beschnitten ist.

Entlang des Heiligtums sind 2 Reihen von Drachensäulen mit Glastrümmern eingelegt, die dem Mosaikstil den Gräbern von Nguyen-Kaisern ähneln. Über diesen 2 Säulenreihen sind Prägungen mit Geschirrscherben eingelegt, die die Geschichte von Shakyamuni Buddha von seiner Geburt bis zum Nirvana beschreiben. Es gibt auch skulpturale Gemälde von klassischer Referenz von Amit-bha, „die Amitayurdhyana“ und „der Lotus Sutra“. Dahinter befindet sich der Ort, um die Statuen von Bodhidharma, Reliefs von 18 Arhats und 10 Bullen zu verehren und zu bestaunen.

Seitlich befindet sich der 7-stöckige Turm 37 Meter hoch (er gilt als der höchste Glockenturm Vietnams, der am 05.05.2008 von Vietbooks errichtet wurde). Die Glocke ist 4,3 m hoch, hat einen Durchmesser von 2,3 m und wiegt bis zu 8,5 Tonnen. Kaum zu glauben, dass zwischen den Menschenmassen und Gewirr unterschiedlicher Nationen regelrechte buddhistische Gebete und Zeremonien stattfinden. Ein skurriler Ort, für den der Besucher sich Zeit nehmen muss und belohnt wird.

Glockenturm Linh Phuoc Pagode Bild:Ekkehard Boldt
Linh Phuoc Pagode Bild:Ekkehard Boldt
Linh Phuoc Pagode Bild:Ekkehard Boldt
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