Donnerstag, 17.10.2019 17:36 Uhr

Pflegekräftemangel in Deutschland von Spahn neu entdeckt

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Berlin, 03.10.2019, 15:07 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 2423x gelesen
Medikamentenausgabe in einer Pflegeeinrichtung
Medikamentenausgabe in einer Pflegeeinrichtung  Bild: Erwin Lorenzen / www.pixelio.de

Berlin [ENA] Mal heisst es in den Medien Fachkräftemangel, dann wird man wieder konkreter mit Pflegekräftemangel, Handwerkermangel, ich weiss gar nicht, wo überall Fachkräfte fehlen, in den Banken jedenfalls nicht, denn seit Jahren werden ja Filialen abgebaut und Bedienung in Filialen zurückgefahren.

Beschäftigen wir uns mit dem Pflegekräftemangel. Ein Thema, das es nicht erst seit der Zeit von unserem neuen Gesundheitsminister Spahn gibt. Schon zu Zeiten von Gröhe war dieses Thema vakant, und was hat man nicht alles versucht, aus dem Ausland die so wichtigen Pflegefachkräfte anzuwerben. Mit der EU Öffnung einiger Ostländer wie Polen, Rumänien und Co. in Sachen Arbeitnehmerfreizügigkeit wurden aber nicht nur vermeintliche Fachkräfte angeworben, sondern auch dubiose Pflegefirmen schickten ihre Leute los, hier in Deutschland mal so richtig abzuzocken. Dazu kamen angebliche hochgebildete Pflegekräfte, die ihre Zertifikate und Zeugnisse mal eben auf dem heimischen Computer selbst gedruckt bzw. beschönigt hatten.

Hauptsache, man bekam einen hochbezahlten Pflegejob in Deutschland. Das haben dann auch versch. Ärzteverbände bemerkt, man glaubt es kaum, das nicht nur in Sachen Sprachen Defizite bestehen, sondern häufig auch die angeblich nachgewiesenen Ausbildungen in der Praxis nicht standhalten. Forderungen nach besseren Kontrollen und Vorabprüfungen vor der Pflegezulassung wurden laut. Aber die Politik blieb taub. Ganz im Gegenteil: Millionenkampagnen wurden in div. Ländern der Erde gestartet, geworben mit tollen Bezügen, schnellen VISA – oder Aufenthaltsberechtigungen, Wohnung usw.

In der Praxis, wie z.B. die Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA berichtet, sieht das dann ganz anders aus. (Zitat Webseite Deutsche Botschaft Manila: Die Wartezeit auf einen Termin beträgt derzeit: Familienzusammenführung/Eheschließung 5 Monate, Pflegekräfte 6 Monate, Alle übrigen Langzeitaufenthalte 5 Monate ). Aber: Die angeblich besonders hohe Motivation der Philippinos läßt sich auch aufgrund der Bezahlung hier in Deutschland begründen, wie leicht nachzulesen ist, bei einem Bruttonationaleinkommen von knapp 3000 US$ auf den Philippinen zu 46.000 US$ in Deutschland. Von deutscher Sprache ist auf den Philippinen auch unter Studierten keine Rede, auch Studierte sind schlecht bezahlt.

Auf dem Dienstleistungssektor Buchhaltung und Softwareentwicklung sind die Philippinos stark. Von Stärke im Gesundheitsbereich ist nicht die Rede. Gerade staatliche Krankenhäuser sind unterfinanziert und daher oft prekär ausgestattet. Auch das wirft Fragen auf. Quelle Daten Philippinen: wikipedia.de Dies steht ausserdem in krassem Widerspruch zum vom Bund aufgelegten „ Konzertierten Aktion Pflege. Und was macht unser Gesundheitsminister ? Reist nun selber in der Welt herum und sucht an den unmöglichsten Orten wie z.B. Mexiko oder Kosovo (ganz toll) nach hochgebildeten Pflegekräften.

Und dann wieder der gleiche alte Trott wie schon auf den Philippinen: Während seines Besuchs in der Hauptstadt Mexikos unterschrieben Vertreter beider Seiten eine Absichtserklärung, der zufolge Pflegekräften die Einreise nach Deutschland erleichtert werden soll durch eine Beschleunigung der Annerkennungs- und Visaverfahren. Kennen wir das nicht schon ? Dieses ganze Unterschriftenprozedere von Spahn ist aber nur eine einzige große Lüge. Beweis: Filiz Polat (Bündnis 90/Die Grünen) hatte eine Anfrage an das Auswärtige Amt gerade wegen der Visavergabe gestellt.

Die Antwort von der Staatsministerin Frau Müntefering (Auszug): Die Wartezeiten auf einen Termin zur Visumantragsstellung an allen Visastellen in den Westbalkanstaaten mit Ausnahme von Montenegro liegen bei über einem Jahr. Wie kommt Herr Spahn eigentlich auf diese Idee in der Weltgeschichte rumzureisen ? Man bedenke die Kosten für diese Reise, seiner Delegation, Werbung, Sprachkurse, Bezahlung, Umzug, Reisekosten der neuen Pflegekräfte, Schulungen usw. usw. Wieder Abermillionen von Kosten. Und dann muß man sich unweigerlich fragen: Warum investiert der deutsche Staat nicht in bereits vorhandene Pflegekräfte, die ja teilweise zum Dilemma des Staates in andere Länder mit besserer Bezahlung abwandern.

Warum werden nicht aus dem Heer der Arbeitslosen und Harzt IV Empfängern neue Kräfte geschult, gut bezahlt, denn das Geld ist ja da. Das geht viel schneller als umständlich aus dem Ausland Kräfte anzuwerben und immense Kosten dafür zu produzieren. Wer es nicht glaubt sollte mal im Ministerium nachfragen: Da steht System dahinter. Man will gar nicht deutsche Arbeitslose qualifizieren für sinnvolle hier gebrauchte Arbeitskräfte, das gilt übrigens für einige andere Berufssparten auch. Komischerweise ist der Fachkräfte- /Pflegekräftemangel verstärkt seit 2016 in der Presse, genau seit dem Zeitpunkt, als der Höhepunkt des Flüchtlingszuzugs voll in Gang war.

Wie haben sich manche Arbeitgeber darüber aufgeregt, das es so lange dauern würde, bis die Flüchtlinge mit dem Anerkennungsverfahren durch wären hier in Deutschland, da wären wertvolle Fachkräfte darunter die man benötigen wollte. Später stellte sich dann heraus, das die Bildung aus bestimmten Ländern recht niedrig war, insbesondere fehlende Sprachkenntnisse, Analphabetismus und andere Probleme führten dazu, das erkannt wurde, den Mangel durch Flüchtlinge nicht begegnen zu können. Anstatt das sich die Arbeitgeber aus dem Pool eine Anzahl an Personen herausnehmen und diese weiterqualifizieren, warten die lieber mehrere Monate auf ein eventuell erteiltes Aufenthaltsrecht.

Und das obwohl die Grundqualifikation viele Arbeitsloser schon höher ist als die der zu uns kommenden Personen. Weiteres Problem sind die Vergleichbarkeit der Qualifikationen in unterschiedlichen Länder, allein durch Infrastruktur, Hygienevorschriften, Studienvergleichbarkeit u.a. kann man nicht einfach die Fachkraft auf ein deutsches Niveau übertragen, was gerne gemacht wird. Komisch, denn immer wird hier das fast einzigartige duale Ausbildungssystem gelobt, das es in vielen Ländern gar nicht gibt. Trotzdem will die Politik an immer stärker aus dem Ausland Kräfte anheuern, hier einwandern lassen um auch den demographischen Faktor zu beeinflussen, glaubt man wenigstens.

Das aber so ein Schneeballsystem NIE funktionieren kann und am Ende viele die Verlierer sind, die gar nichts bekommen, weil nichts mehr da ist von dem, was sich vorher andere großzügig geteilt haben, das wissen sogar die Hütchenspieler am Strassenrand; das auch diese Personen mal Rente beziehen und man quasi immer mehr Personen hier ins Land bringen muß um diese zu stemmen, das sich das immer weiter potentiert und irgendwann die ganze Blase platzt, das weiß auch unser Gesundheitsminister, verschweigt das natürlich der Bevölkerung.

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