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Mikroplastikverbot gefährdet 6000 Kunstrasenplätze

Verantwortlicher Autor: Ulrich Behrens Magdeburg, 23.07.2019, 18:23 Uhr
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Sven Schulze MdEP in der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament
Sven Schulze MdEP in der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament  Bild: Pressefoto Sven Schulze

Magdeburg [ENA] Auf Vorschlag der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) will die Kommission ein Verbot von Mikroplastik auf den Weg bringen. Mit diesem Mikroplastikverbot sind mindestens 6000 Kunstrasenplätze bedroht. “Dieses Verbot könnte jedoch für zahlreiche Amateurfussballvereine...

...in ganz Deutschland zum Verhängnis werden. Denn es betrifft auch Tausende Kunstrasenplätze, die mit Gummigranulat verfüllt sind”, so warnte der Europaabgeordnete Sven Schulze (CDU). Schätzungen zufolge kostet eine entsprechende Sanierung zwischen 250 000 und einer halben Million Euro und müsste schon sehr bald erfolgen. “Das Verbot soll schließlich bereits 2021, spätestens 2022, durchgesetzt werden”, so Europaabgeordneter Sven Schulze.

Sachsen-Anhalt Europaabgeordneter Sven Schulze (CDU)

“Es muss jedoch jedem klar sein, dass die Fußballvereine aus dem Amateurbereich damit vor unlösbare finanzielle Probleme gestellt werden”, erklärte der Sachsen-anhaltinische Europaabgeordnete Sven Schulze (CDU). “Ich erwarte von der neuen EU-Kommission um Ursula von der Leyen, dass hier schnell eine verträgliche Lösung gefunden wird. Schließlich soll der Jugend- und Breitensport gefördert und nicht durch derartige Verbote gehemmt werden.”

Bundesinnenminister Horst Seehofer fordert

Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Deutsche Fußballbund (DFB) beschäftigt sich intensiv mit der Problematik, mit der sich auch die deutsche Politik schon länger befasst. Ganz offiziell gibt es durch den Bundesinnenminister Horst Seehofer ein Statement. Dabei will er sich für eine Übergangsfrist von 6 Jahren für bestehende Kunstrasenplätze einsetzen.

Ausgleich zwischen Umweltschutz und Interessen des Sports

“Als Sportminister werbe ich für einen vernünftigen Ausgleich zwischen Umweltschutz und den berechtigten Interessen des Sports”, sagte der CSU-Politiker der “Welt am Sonntag”. Viele Tausend Sportanlagen in deutschen Kommunen wären sonst von der Schließung bedroht.” Auch das Europaparlament hat sich mit dem Plastik- verbot befasst, dessen Hauptziel darin besteht, der Verschmutzung der Meere entgegenzuwirken. “Grundsätzlich ist das auch völlig richtig. Der Umweltschutz ist enorm wichtig. Es kann aber nicht sein, dass gut gemeinte Richtlinien am Ende zu immer mehr und mehr Restriktionen führen.”

“Kirche im Dorf lassen”

Weil er genau das jedoch vor einigen Monaten bereits befürchtete, hat der Abgeordnete der Richtlinie in dieser Form schon bei ihrer Verabschiedung in der vergangenen Legislaturperiode nicht zustimmen können. Er sollte Recht behalten. Nun ist die CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament an die Europäische Kommission herangetreten. Dazu die generelle Meinung von Sven Schulze: “Wir sollten die Kirche im Dorf lassen.”

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