Donnerstag, 05.12.2019 22:54 Uhr

Europaabgeordnete fordern EU-Nothilfen

Verantwortlicher Autor: Ulrich Behrens Magdeburg, 13.11.2019, 18:20 Uhr
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Sven Schulze – Europa-Abgeordneter für Sachsen-Anhalt
Sven Schulze – Europa-Abgeordneter für Sachsen-Anhalt  Bild: Bildrechte: Sven Schulze

Magdeburg [ENA] Zwei Europaabgeordnete fordern in der Europäischen Union in einem Offenen Brief Nothilfen für den drohenden Stellenabbau beim Windkraftriesen Enercon. Enercon hatte vergangene Woche angekündigt, nach Umsatzeinbrüchen etwa insgesamt 3000 Stellen abzubauen.

Das sollen jeweils rund 1500 in Magdeburg und im nieder- sächsischen Aurich sein. Im Augenblick herrscht Verunsicherung über das tatsächliche Ausmaß des Job-Abbaus. Nach Bekanntwerden des massiven Stellenabbaus beim Windkraftriesen Enercon fordern die CDU-Abgeordneten Sven Schulze – aus Sachsen-Anhalt - und Jens Gieseke - aus Niedersachsen – finanzielle Nothilfen durch die EU.

Schulze: "Solidarität mit Beschäftigten und Zulieferern"

Sie wendeten sich in einem Offenen Brief an die Europäische Kommission. “Wir müssen uns jetzt mit den Beschäftigten und Zulieferern solidarisch zeigen”, forderte Sven Schulze. “Es kann schließlich nicht sein, dass der Ausbau des Wind- kraft-Sektors politisch zunächst massiv gefordert wird, um der Branche dann den Stecker zu ziehen, ohne die Konsequenzen zu tragen.” Zu dieser Problematik ergänzte Jens Gieseke: “Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen mit den Folgen einer unkoordinierten Energiepolitik klarkommen. Es ist jetzt unsere Pflicht, ihnen unmittelbar zu helfen. Gleichzeitig müssen wir alles daransetzen, dass wir die Zukunfts-Chancen der Windenergie nicht verspielen.”

Brief an EU-Kommissarin Marianne Thyssen

In ihrem Brief an EU-Kommissarin Marianne Thyssen fordern die beiden Abgeordneten nun unmittelbare und unbürokratische finanzielle Unterstützung aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF), der dem Zweck dient, dabei zu helfen, eine neue Stelle zu finden. Die Forderung ist kein Schuss ins Blaue. Schließlich wäre es nicht das erste Mal, dass die EU unterstützend tätig wird, wenn es zum Ernstfall kommt. So stellte die Europäische Kommission im vergangenen Jahr 4,6 Millionen Euro aus dem (EGF) bereit, um den ehemaligen Beschäftigten und Zulieferern von Caterpillar in Belgien unter die Arme zu greifen.

Fonds für Unterstützung der Enercon-Mitarbeiter

Etwa 1,1 Millionen Euro gingen 2104/15 an Arbeitnehmer aus Prenzlau und Oldenburg, die infolge von Werksschließungen des Unternehmens aleo solar ihren Arbeitsplatz verloren. Jetzt sehen Sven Schulze und Jens Gieseke gute Chancen, aus eben diesem Fonds auch Gelder für die Unterstützung der Enercon-Mitarbeiter bereitgestellt zu bekommen. Auf eine Anfrage der Volksstimme Magdeburg, wie viele Stellen genau abgebaut werden müssten, erklärte Enercon-Sprecher Felix Rehwald: “Die ganz genauen Zahlen kennen wir nicht.” Eine weitere Information lautete: “Beim genannten Abbau von 1500 Stellen handele es sich jeweils um Schätzungen, für beide Firmensitze.”

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