Sonntag, 05.04.2020 12:35 Uhr

Die Visionen der FridaysForFuture-Bewegung Hannover

Verantwortlicher Autor: Helge Lindau Hannover, 15.01.2020, 08:04 Uhr
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Fahrradweg und Straßenverkehr am Aegi Hannover
Fahrradweg und Straßenverkehr am Aegi Hannover  Bild: Helge Lindau

Hannover [ENA] Nachdem sich die FFF- Bewegung Hannover eine kurze Winterpause gegönnt hat, geht der Kampf gegen den Klimawandel nun mit neuen Ideen und Aktionen weiter. Konkrete Pläne, die von den Aktivisten als Visionen bezeichnet werden, lesen sich wie eine nachweihnachtliche Wunschliste.

Die Tatsache, dass die Klimakrise für die Menschen eine existenzielle Bedrohung darstellt, sollte jetzt sogar bis in die konservativsten Kapillaren der Politik vorgedrungen sein. Auch hat man sich damit abgefunden, dass es durchaus berechtigt ist, ob dieser Situation, in Panik zu geraten. Auf dem Energie - und Klimakongress in München, sagte der Klimaforscher Professor Schellnhuber im Mai letzten Jahres: “Natürlich müssen wir in Panik geraten. Wir stehen an der Schwelle zur Vernichtung der Zivilisation. Der Kohleausstieg ist noch ein Spaziergang im Park, gegenüber den anderen notwendigen Maßnahmen.“

Die Maßnahmen für die niedersächsische Landeshauptstadt haben nun die Aktivist*innen von FridaysForFuture Hannover in Worte gefasst. Hauptpunkte dieser Forderung ist die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens und der 1,5 Grad-Celsius-Grenze. Unabdingbar sei es hierbei ein Verbot privater Autos im Innenstadtbereich bis 2022 einzuführen, sowie ein Verbot für Autos mit Verbrennungsmotor in der städtischen Umweltzone bis zum Jahr 2030. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) soll massiv ausgebaut und der Fahrradverkehr nach Kopenhagener Vorbild gestaltet werden. Das heißt, dass ÖPNV und Fahrräder bei Planung und Flächenverteilung immer Priorität haben sollte.

Diese Forderungen decken sich schon jetzt stellenweise mit den Vorstellungen des gerade gewählten neuen grünen Bürgermeisters Belit Onay. Auch wenn die von ihm anvisierten Umweltziele nicht ganz so radikal rüberkommen. Onay möchte bis zum Jahr 2030 die Innenstadt Hannovers autofrei haben und gezielt den Fahrradverkehr fördern. Sein Motto ist hierbei: “Es muss bequemer und günstiger sein, mit Bus und Bahn in die Stadt zu fahren oder Wege mit dem Rad zurückzulegen als mit dem Auto!” Auch die emissionsfreie Versorgung öffentlicher und privater Gebäude mit Energie, bildet eine große Schnittmenge mit den Ideen der FFF-Bewegung.

Außerdem sollen, nach den Vorstellungen der Bewegung, vom Hannoveraner Flughafen HAJ keine Inlandsflüge mehr starten. Auch ein generelles Nachtflugverbot soll eingeführt werden. Doch damit nicht genug. Die Gesellschaft soll erkennen und begreifen, dass nur ein bewusstes und nachhaltiges Leben, die Menschen in Lage versetzt, die Gefahren des Klimawandels zu verinnerlichen. Hierzu zählt auch die Einführung umfassender Bildungsprojekte zum Thema Klimakrise und Nachhaltigkeit, die Sprachbarrieren überwinden soll und für alle Altersgruppen zugänglich sind. Gerade junge Menschen sollen stärker in klimapolitische Belange einbezogen werden, zum Beispiel in Form eines Klimajugendrates.

Doch die Realität ist noch weit von den Träumen entfernt. Noch immer stauen sich die Autos in der Innenstadt von Hannover. Allein im Jahre 2019 wurden über eine Millionen SUV's in Deutschland neu zugelassen, was einen Höchstwert in der Statistik darstellt. Auch sind die Fahrpreise für den ÖPVN, mit einer zur Normalität gewordenen Zuverlässigkeit, zum 1. Januar wieder gestiegen und liegen jetzt schon bei satten 2,90 Euro für ein einfaches Ticket. Das dauerhafte Umsteigen auf die Öffis wird damit nicht erleichtert.

Plakat zum Klimastreik in Hannover

Um ihren Forderungen und Visionen Nachdruck zu verleihen, werden die Schüler und Studenten von FridaysForFuture Hannover, auch an diesem Freitag den 17.1.2020, wieder auf die Straße gehen. Treffpunkt ist, um 12.30 Uhr, der Opernplatz. Doch neben diesen medienwirksamen Streiks, bei denen die Ideen auf die Straße getragen werden, gibt es auch -fast täglich- mehrere Veranstaltungen, die sich mit dem Thema beschäftigen. Informationen über diese Events findet man auf der Homepage von FridaysForFuture Hannover, unter dem Link Kalender.

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