Freitag, 14.12.2018 17:56 Uhr

Deutschlands Ferkel müssen 2 Jahre weiter leiden

Verantwortlicher Autor: Horst-Peter Nauen Berlin, 02.12.2018, 14:38 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 4357x gelesen
Bundestag Berlin stimmte ab
Bundestag Berlin stimmte ab  Bild: deutscher.bundestag/Thomas.köhler

Berlin [ENA] Nun ist es offiziell, Deutschlands Ferkel müssen weitere zwei Jahre unter der betäubungslosen Kastration leiden. Dem von der Fraktion CDU/CSU und SPD eingebrachte Entwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes wurde nach einer Abstimmung im Deutschen Bundestag stattgegeben.

Nachdem Vizepräsidentin Claudia Roth die Aussprache am Donnerstag, 29. November 2018, im Berliner Bundestag zur Änderung des Tierschutzgesetzes eröffnet hatte, trat Silvia Breher (CDU) an das Rednerpult und warb für eine Verlängerung der betäubungslosen Kastration um weitere zwei Jahre. Die langjährige Geschäftsführerin des Kreislandvolksverbandes Vechta, eine Hochburg der Ferkelzucht, versuchte die Situation "weißzuwaschen" und betonte: ,,Letztmalig um zwei Jahre", und sagte weiter. ,,Auch mich ärgert es wie viele von Ihnen, dass die jetzt auslaufende Übergangfrist nicht besser genutzt worden ist." Ein Zwischenruf der Grünen: ,,Was ist das für ein Trick, Sie hatten fünf Jahre Zeit!"

Scharfe Töne gegenüber der Regierung Schwarz/Rot kamen dann von Carina Konrad (FDP): ,,Sie hatten fünf Jahre Zeit, Liebe GroKo und liebes Bundeslandwirtschaftsministerium, und 33 Tage vor Toresschluss wollen Sie uns erklären, dass es keine andere Lösung gibt, als allein die Frist zu verlängern." Auch Stephan Protschka (AfD) prangerte die Untätigkeit der Regierung an: Schwarz-Rot hat fünf Jahre Zeit gehabt, den deutschen Bauern eine tierschutzgerechte Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration zur Verfügung zu stellen. Aber was ist passiert, liebe Regierung? Gar nichts haben Sie gemacht. Sie haben unter Herrn Schmidt nichts gemacht, und unter Frau Klöckner ist bis dato auch nichts passiert."

"Dieses Gesetz ist verfassungswidrig", sagte Künast

Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte in einer emotionalen Rede, dass seit 2002 im Grundgesetz (Artikel 20a) steht - der Tierschutz ist Staatsziel: ,,Tiere ohne Betäubung schmerzhaft zu behandeln, ist eine Starftat! Die Amputation, also auch die Kastration, ist eine Straftat! Diese Koalition ist der Alptraum aller Tiere, sie denkt nur an die Profite der Schlachtindustrie und der Ferkelzüchter. Dieses Gesetz ist verfassungswidrig, wir werden Ihrem Gesetzentwurf nicht zustimmen."

Nach Abstimmung, über die Gesetzesänderung der Fraktionen der CDU/CSU und SPD, wurde mit den Stimmen der AfD-Fraktion der Antrag angenommen. Dagegen gestimmt haben die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und die Fraktion Die Linke, die FDP-Fraktion hat sich der Stimme enthalten. Fazit für die Ferkel - rund 40 Millionen Tiere werden in den nächsten zwei Jahren weiter betäubslos Kastriert und müssen weiter extreme Schmerzen erleiden.

Die vom Gesetzgeber im Jahr 2013 beschlossene Übergangsfrist im Tierschutzgesetz für das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration sollte am 31. Dezember 2018 auslaufen und wurde jetzt auf zwei weitere Jahre verlängert.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Photos und Events Photos und Events Photos und Events
Info.