Dienstag, 26.03.2019 19:31 Uhr

BER grüßt Stuttgarter Gemeinderat

Verantwortlicher Autor: Wolfgang Weichert Stuttgart, 26.02.2019, 20:55 Uhr
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Banneraktion vor dem Rathaus in Stuttgart
Banneraktion vor dem Rathaus in Stuttgart  Bild: Wolfgang Weichert

Stuttgart [ENA] Wenn der BER den Stuttgarter Gemeinderat grüßt sind das allerdings keine netten Grüße nach Stuttgart. Der wegen Brandschutzproblemen noch nicht eröffnete Flughafen BER zeigt nach der Meinung der Stuttgart 21 Gegner Parallelen zum neuen Tiefbahnhof in Stuttgart.

In der Rede von Dipl.-Ing. Hans Heydemann auf der 454. Montagsdemo (vor ca. 1000 Teilnehmer) am 25.02.20019 verglich Heydemann den Brandschutz der Stuttgarter Straßenbahn AG Haltestellen mit denen vom neuen Tiefbahnhof: „Die Stuttgart 21 Gegner monieren den Brandschutz beim neuen Tiefbahnhof. Erst kürzlich hat man auch erkannt, dass die vor vierzig Jahren erbauten, unterirdischen Stadtbahn-Haltestellen den Anforderungen an den Brandschutz nicht genügen, deshalb müssten diese alle umgebaut und brandschutzmäßig ertüchtigt werden. Dazu sollen die Rolltreppen der Haltestelle ‚Schlossplatz‘ ausgebaut und durch feste Treppen ersetzt werden, damit im Brandfall dort die Menschen schnell genug herauskommen.

Als Fluchtwege sind Rolltreppen unzulässig! Für die Bahn gilt das beim Vorhaben Stuttgart 21 allerdings nicht – dort sind die Rolltreppen ausdrücklich als Fluchtwege in das Rettungskonzept mit einbezogen – das Eisenbahn-Bundesamt hat dem zugestimmt. Die für die S21-Tiefbahnsteighalle geplanten Festtreppen mit einer nutzbaren Breite von nur 2,35 m sind auch nicht breiter als die der Stadtbahn-Haltstelle ‚Schlossplatz‘ – aber die Anzahl der Flüchtenden aus der Tiefbahnsteighalle ist um ein Vielfaches größer. Wie kann es angehen, dass Sicherheitsbestimmungen so unterschiedlich gehandhabt werden? Doch die Bahn nimmt sich nach Gutsherrenart großzügig weitere Abweichungen von geltenden Regelwerken heraus – gerade beim Brandschutz.

Und das EBA segnet alles ab.“ Anmerkung: Allerdings fällt der Bau des neuen Tiefbahnhof in Stuttgart nicht in die Zuständigkeiten der Stadt Stuttgart. Heydemann weiter: „Die Bahn betreibe Brandschutz nach Gutsherrenart, Rolltreppen seien als Fluchtwege unzulässig, beim Projekt S 21 aber dennoch ins Rettungskonzept einbezogen und abgesegnet vom Eisenbahn-Bundesamt (Eba). Zudem seien die Fluchtwege in den Tunnel-Vorköpfen nur 80 Zentimeter breit geplant statt mindestens 1,20 Meter, wie es vom Eba gefordert worden sei.“ Heydemann hat gegen die 18. Planänderung geklagt, die Verhandlung soll zur Jahresmitte vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim stattfinden.

Im Anschluss an die 454. Montagsdemo zogen einige Demonstraten noch zum Stuttgarter Rathaus. Hier entrollten sie zwei 15 Meter lange Banner mit der Aufschrift: „BER grüßt den Gemeinderat" und "www.s21-brandschutzgutachten.de“. Die gesamte Rede von Herrn Dipl. Ing. Heydemann findet man hier: http://t1p.de/Rede-Heydemann . Die nächste Montagsdemo gegen Stuttgart 21 findet am 04.03.2019 auf dem Stuttgart Schlossplatz statt.

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