Donnerstag, 05.12.2019 22:44 Uhr

Zeppelin-Flug

Verantwortlicher Autor: Andi Schmidt Flugwerft Schleißheim (D), 21.11.2019, 16:42 Uhr
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Zeppelin NT, Flugwerft Schleißheim, 13.10.19
Zeppelin NT, Flugwerft Schleißheim, 13.10.19  Bild: Andi Schmidt www.andi-schmidt-aviation.de

Flugwerft Schleißheim (D) [ENA] Bereits wenige Minuten nach dem Start hat der Zeppelin seine Reiseflughöhe für München erreicht. In 500 Metern und mit Tempo 70 km/h gleitet das Luftschiff über die bayerische Metropole. Vom 11. bis 13. Oktober 2019 ist die Flugwerft Schleißheim der Startplatz für die Rundflüge der besonderen Art.

Bei bestem Wetter bewegt sich der Zeppelin sanft schwankend Richtung Allianz-Arena. Das leichte Schwanken ähnelt dem Bewegungsablauf eines kleinen Schiffes auf dem Wasser. Die Geräuschkulisse durch den Propellerantrieb ist moderat und stört in keiner Weise das Flugerlebnis. Nur das leichte Vibrieren des Kabinenbodens lässt die Kraft der drei Motoren mit jeweils 200 PS im Einsatz gegen das Element Luft erkennen. Schließlich ist eine Masse von maximal acht Tonnen zu bewegen.

Deutsches Museum Außenstelle Flugwerft Schleißheim
Allianz Arena
Pharao-Haus / Oberföhring
Isar Stauwehr Oberföhring
Kleinhesseloher See / Englischer Garten
Panorama / Rundblick

Einsatz modernster Technik

Aerodynamisch scheint das überdimensionierte *Zäpfchen* ja nicht zu sein, aber dies täuscht. Alle Flächen der Außenhaut und der Kabine sind glatt und abgerundet. Immerhin ist ein Luftschiff mit einer Länge von 75 m, einer Breite von 19 m und einer Höhe von 17 m durch die Luft zu bewegen. Zahlreiche Sensoren zeigen dem Piloten anstehende Kräfte und Drücke von anströmenden Luftmassen gegen die Leitwerke, Außenhaut und der Kabine an. Die drei Propeller mit einem Schwenkwinkel bis zu 120 Grad und der sogenannte *Querfan* gekoppelt mit dem Heckantrieb, erlauben dem Piloten Flugphasen mit höchster Manövrierfähigkeit einzuleiten. Somit lassen sich innert Sekunden allzu starke Luftströmungen und Seitenwinde korrigieren.

Die Arbeit des Piloten lässt sich während des Fluges bestens beobachten. Das Cockpit ist ein übersichtlicher *High-Tech-Arbeitsplatz* mit digitalen Anzeigen und der Clou ist die Flugsteuerung per Sidestick. Diese sogenannte *Fly-by-wire* Flugsteuerung per *Stick* kennt man von den Cockpits moderner Kampfjets oder auch der vor vielen Jahren erstmaligen Verwendung und Einzug in die *Glas-Cockpits* von Airbus. Damals noch ein großer Aufschrei der Piloten wegen dem Entfall des traditionellen Steuerhorns und heute ein gängiges und bewährtes Utensil der präzisen Flugsteuerung.

Prinz-Carl-Palais
Hofgarten
Europäisches Patentamt / Deutsches Museum
Hauptbahnhof
Olympiastadion
Olympiagelände

Ticketpreis: Fast zehn Euro pro Flugminute

Das komplette Stadtgebiet von München kann bei der Geschwindigkeit von etwa 70 km/h innerhalb von 40 Minuten Flugdauer nicht abgeflogen werden. Die angebotene Flugdauer steht dabei in fester Relation zum Flugticketpreis. Ein mehr an Flugminuten würde bestimmt so manchen zukünftigen Fluggast bezüglich seines finanziellen Einsatzes von fast zehn Euro pro Flugminute abhalten dieses Flugerlebnis zu buchen. Alle zwölf Fluggäste sind jedoch hellauf begeistert. Die freie Bewegung innerhalb der Kabine, dazu die großen Glasflächen und die Panoramascheibe am Heck, gepaart mit den Informationen des Flugbegleiters bezüglich der aktuellen Position des Luftschiffes vermitteln ein sehr intensives Erlebnis in einer Höhe von 500 Metern über München.

Jedes kleinste Detail kann in dieser von der Flugsicherung vorgeschriebenen Mindestflughöhe problemlos erkannt werden. Straßen, Plätze und Gebäude liefern entsprechende einfache Orientierungspunkte während des Rundfluges. Hilfreich ist dabei das Anfertigen von Fotos, um später daheim den Flugablauf gedanklich nochmals nachvollziehen zu können. Die Fluggäste zücken fleißig ihre Smartphones, einige wenige Passagiere sind mit Spiegelreflexkamera und Zoomoptik ausgerüstet. Zwei Glasscheiben links und rechts der Kabine können für perfekte Foto- und Filmaufnahmen geöffnet werden.

Olympiaturm
Schloss Nymphenburg / Marstall Museum
Schloss Nymphenburg / Übersicht
Großes Parterre / Schloss Nymphenburg
Pilot (li) / Flugbegleiter (re)
Zeppelin NT

Ende des Rundfluges

Durch das Eindrehen des Zeppelins Richtung Flugwerft Schleißheim kündigt sich das Ende des Rundfluges an. Jeder Fluggast hat seinen Einzelsitzplatz eingenommen und sich wieder mittels Beckengurt gesichert. Der Flugbegleiter kontrolliert die Sicherung seiner Gäste und erklärt nun die besondere bevorstehende Vorgangsweise des Aussteigens. Einzeln und auf Anweisung verlässt eine Person die Kabine und im Gegenzug erfolgt der Zustieg des neuen Gastes. Somit behält der Zeppelin am Boden bei laufenden Motoren die nötige Balance und Stabilität, da der Zeppelin in dieser Phase durch seine Größe relativ anfällig für Seitenwinde ist.

Eine leichte und nur kurze Nervosität ist bei meinen Mitfliegern zu erkennen, die alle begeisterte *Erstflieger* auf Zeppelin der neuen Technologie waren. Als nette Zugabe erhalten nun alle Fluggäste nach kurzer Fahrt im *Shuttlebus* die namentliche Urkunde bezüglich der Teilnahme am Rundflug und die Aushändigung eines exklusiven Bordbuches der *Deutsche Zeppelin-Reederei GmbH, Friedrichshafen* mit vielen historischen aber auch aktuellen Bildern rund um das besondere Flugerlebnis: *Zeppelin NT – Die schönste Art zu fliegen*. Auch im Jahr 2020 sind wieder Rundflüge über die bayerische Landeshauptstadt München buchbar.

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