Montag, 17.06.2019 03:50 Uhr

Wir sind Kirche: Untersuchungen gegen Bischöfe

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg München, 06.06.2019, 14:14 Uhr
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München [ENA] Katholische Reformer haben zu Änderung des Konsumverhaltens und “massivem Einfluss” auf Unternehmen und Politik aufgerufen, um drängende Klimaziele einzuhalten. In ihrem Pfingstaufruf appellierten sie an die Gläubigen, die Klimaproteste der Schüler verdienten Unterstützung und könnten nicht mit Rufen zur Schulordnung erledigt werden: “Vertrauen wir nicht gutgläubig den Leugnern und Beschwichtigern”, hiess es.

Für die Reformbewegung Wir sind Kirche ist das Pfingstfest der “richtige Zeitpunkt für Aufbruch und Erneuerung in ängstlichen Zeiten”, an dem die Klimaproteste unterstützt und die Missbrauchs-Aufarbeitung der Kirchen auch mit Hilfe des Staates erzwungen werden sollten. Auch dürften den Gläubigen “Beteiligungsrechte” nicht länger verweigert werden. Weltweit setzten sich Schüler dafür ein, die Schöpfung zu bewahren und die Klimakatastrophe zu verhindern. Sie machten “der Politik zu Recht Beine”, die Klimaziele einzuhalten. Alle Christen sollten der Jugend für ihr Engagement dankbar sein: “Nehmen wir massiv Einfluss auf die Politik und die Unternehmen! Ändern wir unser Konsumverhalten”, heisst es in dem Brief an die Gemeinden.

Vor allem in der römisch-katholischen Kirche ist laut den Reformern auch der Handlungsdruck nach “der jahrzehntelangen Vertuschung sexualisierten Gewalt” immens. Ihre derzeitige existenzielle Krise finde in dem Missbrauchsskandal einen Brennpunkt, für den die Bischöfe Verantwortung trügen. Seit 1. Juni seien erstmals Regelungen zur Untersuchung gegen Bischöfe in Kraft. Auch in der evangelischen Kirche lasse die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt zu wünschen übrig. “Deshalb ist der deutsche Staat gefragt, die Kirchen noch sehr viel stärker in die Pflicht zu nehmen, Standards für die Missbrauchs-Aufarbeitung zu entwickeln und die Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden einzufordern und auch zu erzwingen”, schrieben sie.

Wir sind Kirche hält die vorgelegte Projektion der Kirchenmitglieder (bis 2060 erwartete Halbierung der Mitgliederzahlen beider Kirchen) und des Kirchensteueraufkommens für alarmierend. Dem schleichenden Rückgang der Mitgliederzahlen müsse unverzüglich aktiv und positiv entgegengetreten werden. “Die Studie macht sehr deutlich, wie wichtig es ist, dass vor allem die römisch-katholische Kirche ihre Strukturen verändert: von einer von oben dirigierten Kirche, die Personal- und Finanzressourcen zuteilt, zu einer Kirche der Teilhabe, die dem Kirchenvolk die ihm zustehenden Beteiligungsrechte nicht verweigert,” erklären die Reformer. Wie in den Vorjahren rufen sie dazu auf, Pfingstmontag als Fest der Einheit der Christenheit zu feiern.

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