Donnerstag, 21.11.2019 09:18 Uhr

Unermüdlicher Einsatz auf allen Ebenen

Verantwortlicher Autor: Landschaftsverband Rheinland Rheinland/Köln, 30.10.2019, 17:25 Uhr
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Rheinland/Köln [ENA] Unermüdlicher Einsatz auf allen Ebenen. LVR ehrte Bundestagspräsidentin a.D. Rita Süssmuth mit dem Ehrenring des Rheinlandes / NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hielt Laudatio / Auszeichnung für umfängliches und vielschichtiges Engagement. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat gestern Abend Prof. Dr. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D., den Ehrenring des Rheinlandes verliehen.

Mit der Auszeichnung würdigt der rheinische Kommunalverband Persönlichkeiten, die sich um den Gedanken der kommunalen Selbstverwaltung als Baustein eines künftigen Europas verdient gemacht haben. Zur Verleihung waren auf Einladung von Anne Henk-Hollstein, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, und LVR-Direktorin Ulrike Lubek rund 100 Gäste unter anderem aus Politik und Verwaltung des Bundes, des Landes NRW, des LVR und seiner Mitgliedskörperschaften im LVR-Landeshaus in Köln-Deutz erschienen, darunter Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, NRW-Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales.

Die Laudatio zur Ehrung hielt Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, der von 1987 bis 1994 als wissenschaftlicher Berater von Süssmuth zu ihrer Zeit als Präsidentin des Deutschen Bundestages fungierte: „Rita Süssmuth hat in ihrer langen Laufbahn, ob als erste Bundesministerin für Frauen oder als Bundestagspräsidentin, Themen aufgegriffen, die von anderen oft als kontrovers oder unpopulär in ihrer Zeit abgetan wurden: Dazu gehörten die Frauen- und Familienpolitik in den 1970er und 1980er Jahren oder das Thema Migration und Integration in den 1990ern. Als Vordenkerin, Vorkämpferin und Vorbild ist Rita Süssmuth immer vorweg gegangen. Richtschnur in all ihrem Handeln war stets das christliche Menschenbild.

Unermüdlich setzt sie sich für die Völkerverständigung in Europa und den christlich-jüdischen Dialog ein. Sie ist eine wichtige Brückenbauerin zwischen den Kulturen und Ländern Europas. Die lange Liste der Ehrungen und Preise, zum Beispiel der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen im Jahr 2011, ist Ausdruck der hohen Wertschätzung ihres herausragenden Engagements um das Gemeinwohl. Ich freue mich sehr für Rita Süssmuth, dass sie nun mit dem Ehrenring des Rheinlandes ausgezeichnet wird und gratuliere ihr von ganzem Herzen.“

Henk-Hollstein hob in ihrer Festansprache die Gründe für die seltene Ehrung des LVR auf kommunaler Ebene hervor: „Gelebte Vielfalt und die Wertschätzung jeder und jedes Einzelnen stärken das Miteinander vor Ort in den Kommunen und haben eine positive Auswirkung auf die Gesellschaft in Deutschland. Ihr unermüdliches Engagement, liebe Frau Professorin Süssmuth, steht für Vielfalt und Stärke. Es hat Strahlkraft auf die kommunale Ebene. Ihre umfänglichen und vielschichtigen Funktionen sowie Ihr Einsatz für Lösungen gesellschaftspolitischer Herausforderungen gehen einher mit Ihrem Verdienst um die Stärkung der Kommunen als direkte und unterstützende Ansprechpartnerinnen ihre Bürgerinnen und Bürger.“

Süssmuth wurde 1937 in Wuppertal geboren und studierte Romanistik und Geschichte in Münster, Tübingen und Paris, bevor sie ein Postgraduiertenstudium der Erziehungswissenschaften, Soziologie und Psychologie aufnahm. 1964 promovierte sie. Zwischen 1966 und 1982 übte Süssmuth zahlreiche wissenschaftliche Tätigkeiten an der Pädagogischen Hochschule Ruhr, der Ruhr- Universität Bochum und der Universität Dortmund aus. Bevor sie in die Politik wechselte, leitete sie zwischen 1982 und 1985 das Forschungsinstitut „Frau und Gesellschaft“ in Hannover. 1985 wurde sie zur Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit – ab 1986 zusätzlich für Frauen – ernannt und war damit die erste Frauenministerin auf Bundesebene.

Von 1987 bis 2002 war sie Mitglied des Deutschen Bundestages, von 1988 bis 1998 dessen Präsidentin. Von 1988 bis 2015 war sie Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbandes, dessen Ehrenpräsidentin sie seither ist. Neben dem Vorsitz über die Frauen Union von 1986 bis 2001 war sie zudem von 1987 bis 1998 Mitglied des CDU-Präsidiums. Zwischen 2000 und 2001 saß sie der Unabhängigen Kommission „Zuwanderung“ vor. Nach Beendigung ihrer Zeit als aktive Politikerin übernahm sie zahlreiche weitere Aufgaben. Von 2002 bis 2004 saß sie dem Sachverständigenrat für Zuwanderung und Integration vor.

Von 2004 bis 2005 gehörte sie der UN-Weltkommission für Internationale Migration an. Von 2005 bis 2009 war sie Präsidentin der privaten SRH-Hochschule für Wirtschaft in Berlin. Seit 2010 ist sie Präsidentin des deutschen Hochschulkonsortiums der Deutsch-Türkischen Universität in Istanbul. Der Ehrenring des Rheinlandes ist die höchste Auszeichnung des LVR und wird nach einem 2001 vom Landschaftsausschuss des LVR beschlossenen Statut vergeben. Er ist eigens für die Preisträger angefertigt und trägt als Stein einen Achat. Dieser wurde am Ufer des Rheins bei Rodenkirchen gefunden und stammt ursprünglich aus Idar-Oberstein. Im Laufe der Jahrtausende ist er durch den Rhein nach Köln gelangt.

Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen unter anderem Oberstadtdirektor a.D. Dr. Max Adenauer, Bundesminister a.D. Gerhart R. Baum, Bundespräsident a.D. Dr. Walter Scheel, Ministerpräsident a.D. Prof. Dr. Jürgen Rüttgers, Oberbürgermeister a.D. Dr. Norbert Burger, Bundesminister a.D. Dr. Norbert Blüm, Ministerpräsidentin a.D. Hannelore Kraft, Hedwig Neven DuMont sowie der Kölner Pfarrer Franz Meurer.

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