Samstag, 23.03.2019 07:18 Uhr

Lipödem ist eine ernstzunehmende Erkrankung

Verantwortlicher Autor: Universitätsklinikum Bonn (UKB) Bonn, 25.01.2019, 17:43 Uhr
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Bonn [ENA] Lipödem ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Experte vom Universitätsklinikum Bonn zur Behandlung der schmerzhaften Fettverteilungsstörung. dieser schweren Fettverteilungsstörung von den Krankenkassen bezahlt werden? Anders als häufig missverstanden geht es hier aber nicht um einen kosmetischen Eingriff, sondern die Betroffenen leiden an schmerzhaften, krankhaft wuchernden Fettansammlungen.

Am Universitätsklinikum Bonn betreuen und beraten Privatdozent Dr. Klaus J. Walgenbach und sein Team seit Jahren Betroffene. In der Sache äußert sich der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie wie folgt: Wie ordnen Sie die Relevanz des Lipödems ein? Das Lipödem ist eine weit verbreitete Erkrankung mit geschätzt circa drei Millionen Betroffenen allein in Deutschland. Doch die Erforschung dieser ernstzunehmenden Fettverteilungsstörung steckt noch in den Anfängen. Erkrankte Patienten, nahezu ausschließlich Frauen, leiden an schmerzhaften, symmetrischen sowie krankhaft vermehrten Fettansammlungen an den Beinen. Bei etwa jedem dritten Erkrankten sind zusätzlich die Arme betroffen.

Trotz Maßnahmen wie Sport, Diät, Lymphdrainagen und Kompressionsstrumpfhosen, die das krankhaft vermehrte Fettgewebe nicht reduzieren können, führen die Symptome des Lipödems bei Betroffenen oftmals zu erheblichen Einschränkungen im Alltag, Beruf, in der Familie und Freizeit. Zudem vergehen oftmals Jahre bis zur Diagnosestellung, sodass die Betroffenen häufig einen langen Leidensweg hinter sich haben. Was bedeutet das konkret? Der Faktor Zeit spielt durchaus eine entscheidende Rolle beim Lipödem, da man davon ausgeht, dass es sich um eine fortschreitende Erkrankung handelt.

Sie beginnt gewöhnlich in Phasen einer hormonellen Veränderung, wie es beispielsweise in der Pubertät, bei Schwangerschaften oder in den Wechseljahren der Fall ist. Zudem gibt es Hinweise auf eine familiäre Häufung beim Lipödem. Aufgrund der großen Unsicherheit bei der Diagnosestellung wird von einer hohen Dunkelziffer unerkannter Fälle ausgegangen. Woran ist denn ein Lipodem zu erkennen? Es gibt derzeit keine etablierten Untersuchungsmethoden, die ein Lipödem eindeutig nachweisen. Die Diagnose erfolgt rein klinisch, also im Rahmen einer körperlichen Untersuchung. Wegweisend sind dabei die typischen Symptome und die Blickdiagnose des erfahrenen Arztes.

Typische Hinweise auf ein Lipödem können dabei eine ungleiche Fettgewebsvermehrung an den Extremitäten, vor allem am Oberschenkel und der Knieregion sowie von den Unterschenkeln zum Knöchelbereich hin sein. Das Lipödem betrifft dabei typischerweise nicht den Fuß, sondern hört am Sprunggelenk auf. Zudem können Betroffene eine Neigung zu schnellen Blutergüssen an der Haut haben. Sie klagen auch über ein Schwere- und Spannungsgefühl, eine Berührungsschmerzhaftigkeit und Ödemen an den betroffenen Extremitäten. Wie kann ein Lipödem erfolgreich behandelt werden?

Ziel ist, zum einen Beschwerden wie Schmerzen, Wassereinlagerung und Disproportion durch eine Volumenreduktion direkt zu behandeln. Zum anderen gilt es, Komplikationen des Lipödems wie Hautinfektionen, Lymphödeme sowie orthopädische Probleme zu verhindern. Doch während durch konservative Maßnahmen wie manuelle Lymphdrainage, Kompressionstherapie und Bewegungstherapie Ödeme zumindest teilweise reduziert werden können, ist eine Reduktion des krankhaft vermehrten Fettgewebes weder durch Diät noch durch diese konservativen Behandlungsansätze möglich.

Die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie (DGP) empfiehlt deshalb in ihrer S1-Leitlinie eine operative Behandlung insbesondere dann, wenn trotz konsequent durchgeführter konservativer Therapien noch Beschwerden bestehen oder diese zunehmen. Die Fettabsaugung, also eine so genannte Liposuktion, kann beim Lipödem das krankhafte Unterhautfettgewebe an Beinen und Armen und damit den Gewebeumfang und den Ort der Ödemeinlagerung dauerhaft reduzieren. Dadurch werden Spontanschmerz, Druckschmerz sowie die Neigung zu Ödem und Hämatom signifikant verbessert. Dabei bleibt die Befundverbesserung mehrheitlich über viele Jahre bestehen.

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