Sonntag, 19.01.2020 21:05 Uhr

Die Geschichte der Guzzi Parodi

Verantwortlicher Autor: Heinz-Willy Keusgen (hwk) Nidda, 22.12.2019, 11:39 Uhr
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Via Cavor 8, Mandello del Lario, Hofeingang
Via Cavor 8, Mandello del Lario, Hofeingang  Bild: Giovanni Trincavelli, http://www.anticaofficinabeb.it

Nidda [ENA] 2019. Fast gänzlich unbemerkt geht ein runder Geburtstag an vielen Moto-Guzzi-Fans vorbei. Die „G.P.“, die Urguzzi, welche Carlo Guzzi zusammen mit Giogio Parodi in der Werkstatt ihres Freundes Giorgio Ripamonti , genannt „Ferre“ 1919 in Mandello am Comer See erschaffen haben, ist 100 alt geworden.

Diesen Geburtstag haben leider nur wenige Guzzisti gefeiert denn für viele Fans dieser Marke ist nicht das Jahr 2019, sondern 2021 das Maß aller Dinge. 1921 ist das offizielle Gründungsjahr der „Societa Anonima Moto Guzzi“ und somit feiert Moto-Guzzi seinen 100. Geburtstag 2021. Die „G.P.“ ist ein nur einmal gebauter Prototyp mit 500 Kubik, liegendem Einzylinder, Bohrung 88mm, Hub 82 mm und außenliegender Schwungscheibe. Mit Vierventilkopf, Königswelle und Doppelzündung - unglaublich für die damalige Zeit und Anfang einer Legende. Unglaublich auch, weil diese erste Guzzi tatsächlich erhalten und im Urzustand im Moto Guzzi-Museum hinter Glas zu bestaunen ist.

Der Prototyp ist bekanntlich nicht in Serie gegangen weil so viel zu teuer. Zwei Jahre später wurde der Nachfolger der G.P., nun genannt „Normale“ im ersten Firmenjahr in deutlich abgespeckter Version mit Zweiventilkopf, Einfachzündung und einiges mehr bzw. weniger gebaut und produziert. Jeder Guzzisti kennt natürlich den Firmensitz von MOTO-GUZZI in der Via Emanuele Vittorio Parodi 63 in Mandello del Lario. Viele haben sich dort schon vor dem roten Tor mit ihren Guzzis fürs Fotoalbum verewigt. Aber mal ehrlich, wer weis denn schon, wo Carlo Guzzi mit seinen Freunden die erste Guzzi mit Namen G.P. (Guzzi u. Parodi) gebaut haben?

In Mandello del Lario in der Via Cavor 8 steht das schwere schmiedeeiserner Tor mit den Initialen GR ( Giorgio Ripamonti) zumeist offen und gibt einen Blick in den Innenhof frei. Moto Guzzi Bilder, alte Maschinen, Fahnen, Leuchtreklame und ein kleines Geschäft liebevoll eingerichtet. Am Eingang ist auch eine dreisprachige Inschrift von der Gemeinde angebracht worden. Und damit klärt sich nun auf, wo denn die erste G.P entstand: „Genau hier an dieser Stelle im Jahre 1919 begann die Geschichte von Moto-Guzzi“. Im Hof führen einige Stufen hinunter in die Werkstatt, in welcher die G.P. erschaffen wurde.

Dort scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Der alte Amboss, an welchen Carlo, Giorgio und „Ferre“ das Eisen geformt haben steht immer noch genauso da wie vor 100 Jahren. Giovanni Trincavelli, genannt „Geschi“ ist der Ur-Neffe von „Feree“ und hat das ganze Anwesen seinem Ur-Onkel und Moto-Guzzi gewidmet. Die Werkstatt ist nun Museum und kann von jedermann kostenlos besichtigt werden. Im Kellergewölbe lädt eine Bar mit kleiner Bühne für Livemusik ein.

Mehr zur G.P. und der Geschichte von Giorgio „Feree“ Ripamonti sind unter der Webseite http://www.anticaofficinabeb.it/deu/index.html zu erfahren. Wer dort aber versuchen sollte, nach einem der drei angebotenen Zimmer für einen „bestimmten Zeitraum 2021“ buchen zu wollen, der wird enttäuscht werden. Im September 2021 ist nicht nur dort, in ganz Mandello und Umgebung ist bis auf das letzte Bett ausgebucht.

gemeinsamer Hof
Kellerabstieg zur Werkstatt
Werstatt mittig original Amboss
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