Montag, 14.10.2019 12:59 Uhr

Anwalt: Entlassener Dechant weist Woelkis Angebot zurück

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg Köln, 19.09.2019, 12:32 Uhr
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Köln [ENA] Der wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch entlassene Düsseldorfer Stadtdechant Ulrich Hennes will “alle rechtlichen Möglichkeiten” wahrnehmen, um sich gegen die “sehr ungerechte” Entscheidung von Erzbischof Rainer Maria Woelki zu wehren. Sein Anwalt Peter Schnatenberg teilte weiter mit, Hennes lehne ein “Angebot” von Kardinal Woelki ab, im Falle eines Verzichts auf seine Ämter Priester bleiben zu können.

Entgegen den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hatte Woelki Hennes mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Stadtdechant in Düsseldorf entbunden sowie ein Verfahren zur Amtsenthebung als Pfarrer eingeleitet, weil sich der Priester 2001 an einem damals 20 Jahre alten Mann sexuelle vergangen haben soll. Dafür gibt es laut Generalvikar Markus Hofmann “glaubwürdige Berichte”. Sie hätten eine Amtsenthebung durch den Erzbischof “zwingend notwendig” gemacht. Die Staatsanwaltschaft dagegen hatte eine Straftat ausgeschlossen, weil der Mann zum Zeitpunkt des angegebenen Vorfalls volljährig gewesen sei und verneint habe, dass die sexuellen Handlungen gegen seinen ausdrücklichen Willen stattgefunden hätten.

Verteidiger Schnatenberg erklärte, sowohl das staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren als auch das von dem Paderborner Kirchenrechtler Rüdiger Althaus geführte kirchenrechtliche Untersuchungsverfahren würden Hennes “eindeutig entlasten”. Beide Verfahren hätten ergeben, dass dem Dechanten “keinerlei Vorwürfe sexueller Übergriffigkeit oder sonstige strafrechtlich relevante Vorwürfe” zu machen seien. Der Generalvikar habe das der Verteidigung gegenüber in einem persönlichen Gespräch “ausdrücklich bestätigt”. Grund für die Beibehaltung der Beurlaubung solle eine “völlig an den Haaren herbeigezogene Mitteilung eines Mannes bezüglich eines angeblichen einmaligen und einvernehmlichen sexuellen Kontakts unter Erwachsenen im Jahre 2001 sein”.

Laut Anwalt bestreitet Hennes das entschieden. Erzbischof Woelki hat Verteidiger Schnatenberg zufolge seinem Mandanten angeboten, wenn er auf “seine Ämter freiwillig unter Anerkennung einer Schuld verzichte, gäbe es für ihn eine Zukunft als Priester im Erzbistum Köln”. Ausserdem falle eine entsprechende Mitteilung an die Presse gemäßigt aus. Hennes werde dieses „Angebot“ nicht annehmen und wird von seinem Anwalt weiters mit den Worten zitiert: “Ich habe mir nichts vorzuwerfen, weder strafrechtlich noch moralisch. Deshalb werde ich alle rechtlichen Möglichkeiten wahrnehmen, um mich gegen diese von mir als sehr ungerecht empfundene Entscheidung zu wehren.“

Die Hennes zustehenden Rechtsmittel des kanonischen Rechts werde seine Verteidigung für ihn wahrnehmen, teilte Schnatenberg mit. Der Anwalt ist Mitglied der Kölner Kanzlei Bernsmann, Rausch, Schnatenberg und leitete früher die Steuerfahndung Düsseldorf, laut Schnatenbergs website eine der grössten Steuerfahndungsstellen in Deutschland, die bis in die jüngste Zeit mit besonderen und bedeutenden Strafverfahren in Verbindung gebracht werde. Schnatenberg arbeite interdisziplinär auf dem Gebiet des Handels- und Gesellschaftsrechts, des Steuerrechts und insbesondere des Steuerstrafrechts.

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