Montag, 24.09.2018 23:51 Uhr

Aktionstag gegen Schmerz - Bewegung statt Bett

Verantwortlicher Autor: Lydia Budiner Berlin, 06.06.2018, 20:19 Uhr
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Bei Schmerzen - moderat Bewegen statt hinlegen
Bei Schmerzen - moderat Bewegen statt hinlegen  Bild: Lydia Budiner

Berlin [ENA] Am 5.6. beging die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. ihren 7. bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“. Über 300 Einrichtungen und Patientenorganisationen beteiligten sich. Patienten konnten sich bei einer Patientenhotline kostenfrei Rat von Experten einholen.

In ganz Deutschland haben 27 % der Bevölkerung chronische Rückenschmerzen oder Migräne. Während des Aktionstages sollte einmal mehr deutlich gemacht werden, wie lückenhaft die Versorgung von Schmerzpatienten derzeit ist. Die Versorgungsqualität und Versorgungseffizienz müssen erhöht werden. Dazu stellte Prof. Dr. H.R. Casser, Präsidiumsmitglied der Schmerzgesellschaft das Projekt „PAIN 2020“ vor, ein vom G-BA- Innovationsfonds gefördertes Projekt, das ein interdisziplinäres und multimodales Konzept stärkt, um bei Patienten einer Chronifizierung vorzubeugen und ihnen eine geeignete Therapie bieten zu können.

PAIN 2020 - Schmerzpatienten besser versorgen

In vielen anderen Indikationen ist eine berufs- und fächerübergreifende Zusammenarbeit verschiedener Experten schon Alltag (z.B. in der Onkologie)– in der Schmerzbehandlung soll das Projekt „PAIN 2020“ zu mehr Kooperation über Fächer-, Berufs- und Sektorengrenzen hinaus führen. Prof. Casser, ärztlicher Direktor des DRK Schmerz-Zentrums Mainz, weist darauf hin, dass Kooperationen „..noch viel stärker in den Behandlungsalltag eingebracht werden“ sollten.

PAIN steht für: Patientenorientiert; Abgestuft; Interdisziplinär; Netzwerk und wird bundesweit von der Barmer und über 30 Kooperationspartnern durchgeführt. Es hat eine Laufzeit von 3 Jahren und ein Gesamtvolumen von rund 7 Mio. Euro. Das Projekt soll Wege aufzeigen, die Versorgung von Patienten, die ein hohes Risiko für die Entwicklung chronischer Schmerzen haben, zu verbessern. „Ein Ziel ist es, unnötige Chronifizierungsverläufe zu verhindern, die eine immense Belastung für die Patienten und die Gesellschaft darstellen“, sagt Casser. Im PAIN 2020-Projekt sollen diese Patienten rechtzeitig identifiziert werden, um dann einer maßgeschneiderten interdisziplinären, multimodalen Diagnostik und Therapie zugeführt werden.

Kreuzschmerzen - auch eine wirtschaftliche PrHerausforderung

Kreuzschmerzen führen seit Jahren die Statistik bei den Anlässen für Arbeitsunfähigkeit und medizinische Rehabilitation an. Als Ursache vorzeitiger Berentung wegen verminderter Erwerbsfähigkeit stehen die Erkrankungen des Muskoloskelettalsystems weiter an zweiter Stelle nach den psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen (Robert-Koch-Institut Bericht 2012). Neben den Versorgungsstrukturen, die Optimierungsbedarf aufweisen, sind jedoch auch Schulung und Partizipation der Patienten ein Thema (Sachverständigenrat Gesundheit, 18.07.2016). Oftmals „schonen“ sich Patienten mit Rückenschmerzen und legen sich mit einem Cocktail aus Schmerzmitteln ins Bett. Das ist jedoch nicht der richtige Weg. Das Motto lautet: Bewegung statt Bettruhe.

Auch bei den Schmerzmitteln ist weniger mehr: Soviel wie nötig, so wenig wie möglich Schmerzmitteleinnahme, denn auch bei Selbstmedikationen gibt es zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln - Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker. Und Medikamente allein reichen nicht, wichtig ist eine kombinierte Behandlung bei chronischem Schmerz. Schließlich kann Schmerz auch Ausdruck von psychischen Problemen, wie Stress am Arbeitsplatz, Mobbing etc. sein. Auch dieser Aspekt wird in spezialisierten Zentren beleuchtet, damit so eine Behandlung überhaupt erst Erfolg haben kann.

Wenn Sie mehr erfahren möchten, wie Rückenschmerzen zu behandeln sind und was Sie selbst dazu tun können, dass Sie gesund bleiben, können Sie im Internet weiterführende Materialien finden. Die Leitlinie zur Versorgung von Patienten mit nicht-spezifischem Kreuzschmerz, Patienteninformationen und weitere Materialien finden Sie unter https://www.leitlinien.de/nvl/kreuzschmerz oder www.kreuzschmerz.versorgungsleitlinien.de sowie bzgl. Schmerzen im Allgemeinen unter https://www.dgss.org/startseite/ (Webpage der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.)

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