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Abriss des Jungtieraufzuchthauses in der Wilhelma

Verantwortlicher Autor: Julia Barthold Stuttgart, 06.11.2019, 20:21 Uhr
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Bis 2013 wurden im Jungtieraufzuchthaus Gorilla-Jungtiere mit der Flasche großgezogen.
Bis 2013 wurden im Jungtieraufzuchthaus Gorilla-Jungtiere mit der Flasche großgezogen.   Bild: Archivfoto von 2005: Wilhelma Stuttgart (zur Presseverwendung)

Stuttgart [ENA] Das Jungtieraufzuchthaus (JAZ) der Wilhelma wurde abgerissen. Es gehörte über 37 Jahre lang zur Stuttgarter Wilhelma und war mit seiner Menschenaffen-Aufzuchtstation, nicht zuletzt durch die Geschichte des kleinen Gorilla-Mädchens „Mary Zwo“, weit über die Region hinaus bekannt.

Das Jungtieraufzuchthaus war das erste eigene Bauprojekt in der Wilhelma, als Zoologisch-Botanischem Garten von Stuttgart. Der Bau wurde 1982 ermöglicht und fertiggestellt, mithilfe einer großzügigen Spende von umgerechnet 500.000 Euro vom Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma. Bis 2013 wurden im Jungtieraufzuchthaus Gorilla-Jungtiere mit der Flasche großgezogen und in einem Kindergarten sozialisiert.

Von Anfang an war darin die europaweit einzigartige Aufzuchtstation für die jungen Menschenaffen angelegt, die, aus ganz unterschiedlichen Gründen, nicht von ihren Muttertieren aufgezogen werden konnten. Von ganz Europa wurden die Menschenaffen-Babys und -Kinder in die Aufzuchtstation dieses Gebäudes der Wilhelma gebracht, wenn ihre Mütter sie nicht aufziehen konnten. Bis 2013 beherbergte es einen Kindergarten für Gorilla-Jungtiere, die in europäischen Zoos geboren wurden und aus unterschiedlichsten Gründen von Hand aufgezogen werden mussten. Damit war es über Jahrzehnte hinweg ein Besuchermagnet.

Außerdem war das Haus, insbesondere bei Generationen von Kindern, sehr beliebt. Es gab dort einen Brutkasten, in dem das Schlüpfen von Hühnerküken stundenlang gespannt beobachtet werden konnte und ein Mäusehochhaus mit vielen Kinderstuben. Auch das schnelle Heranwachsen der frisch geschlüpften Hühnchen wurde schön aufbereitet direkt sicht- und erfahrbar. Auch die possierlichen Kleinaffen trugen zur Beliebtheit dieses Hauses bei Klein und Groß bei.

Nach dem umstrittenen Neubau des Menschenaffenhauses im oberen Park und der dorthin verlagerten Jungtieraufzuchtstation, beherbergte das JAZ vor allem noch südamerikanische Tiere, wie Krallenaffen. Nach eingehender baulicher Prüfung wurde dann entschieden, das Haus aus Sicherheitsgründen zu schließen und letztendlich abzureißen. Vorübergehend wird die nun frei gewordene Stelle als Baustelleneinrichtungsfläche für das neue Australienhaus genutzt. Sobald dieses fertig gestellt ist, kann hier ein Haus für Krallenaffen und eine Außenanlage für Beuteltiere entstehen.

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