Mittwoch, 23.10.2019 01:38 Uhr

Keiner ist vor Einbrüchen mehr sicher

Verantwortlicher Autor: Jochen Behr Würzburg, 07.10.2019, 19:13 Uhr
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Einbruchsprävention
Einbruchsprävention  Bild: Jochen Behr

Würzburg [ENA] Früher ließ man auf dem Dorf den Haustürschlüssel von außen einfach stecken und es gab keine Einbrüche in Privatwohnungen. Diese Zeiten sind schon lange vorbei. Mittlerweile ist keiner mehr sicher davor, weder in Städten noch in Dörfern, die Polizei klärt auf!

Die meisten Einbrecher wissen nicht, was in dem Haus zu holen ist in das sie gerade einbrechen. Daher ist erst einmal grundsätzlich jedes Haus und jede Wohnung ein potentielles Ziel eines Einbruchs egal ob dies in einer Stadt ist oder auf dem Dorf. Keiner sollte sich in Sicherheit wiegen nur weil er im ländlichen Bereich wohnt und nicht in einer Stadt. Die Kriminalpolizei Unterfranken warnt hier ganz klar davor, das Thema auf die leichte Schultern zu nehmen. Jedes gekippte Fenster ist ein offenes Fenster! Ohne entsprechenden Einbruchsschutz können begabte Einbrecher binnen weniger Sekunden jedes Fenster öffnen, heißt es.

Wie kann man sich also davor schützen? Ein Haus, dass von außen so wirkt als sei gerade niemand anwesend ist immer eine Einladung für Einbrecher. Auch tagsüber oder abends zur Dämmerung und nicht nur nachts finden solche Einbrüche in Privatwohnungen statt. Fenster kann man mit entsprechenden einbruchssicheren Werkzeugen nachrüsten dies kostet circa 300-400 € pro Fenster und ist nicht gerade günstig. Es gibt allerdings auch hier einen Zuschuss vom Staat, wenn man qualifizierte Materialien verwendet und dies fachgerecht einbauen lässt. Was kann man noch machen? Auf jeden Fall Fenster nicht gekippt lassen beim Verlassen der Wohnung.

Die Anzahl der vollendeten Einbrüche nimmt allerdings ab, während die Anzahl der Einbruchsversuche steigt. Das bedeutet laut der Kriminalpolizei in Unterfranken, dass immer mehr Wohnungen mittlerweile so gut geschützt sind, dass es Tätern nicht mehr möglich ist binnen 20 Sekunden in eine Wohnung oder in ein Haus einzudringen. Je länger der Täter also benötigt, um zu versuchen hinein zu kommen umso größer ist die Chance dass der Täter davon ab lässt, weil es ihm zu lange dauert und die Gefahr dadurch steigt entdeckt zu werden. Was sollte man tun, wenn man Einbrecher im Haus bereits hat? Hier gibt es eine ganz klare Regel: Einbrecher nicht in die Enge treiben!

Man sollte sich bemerkbar machen indem man das Licht einschaltet und in dem man sich auch akustisch bemerkbar macht und laut sagt dass hier doch jemand sei und man denke dass hier ein Einbrecher sei und dass man sofort in auffordere zu gehen und mit der Polizei drohen, das schlägt normalerweise jeden Einbrecher in die Flucht, denn ein Einbrecher sucht in der Regel nicht den Kontakt zum Eigentümer, sondern will lieber türmen wenn er entdeckt wurde. Daher auf keinen Fall direkt den Einbrecher konfrontieren da er sonst in die Ecke getränkt wird und womöglich unüberlegt nicht nur einen Einbruch begeht, sondern auch ein Gewaltverbrechen. Stattdessen nach dem man sich bemerkbar gemacht hat sofort den Notruf wählen.

Den Rest erledigt dann die Polizei, nicht man selber. Also es ist auf jeden Fall sinnvoll auch im Schlafzimmer ein Handy für solche Notfälle geladen bereit zu halten um dann die Polizei anrufen zu können. Ansonsten neben verschiedenen Möglichkeiten, Fenster und Türen einbruchsicher zu machen hilft es natürlich auch seine Wohnung und sein Haus bei längeren Abwesenheit nicht so aussehen zu lassen, dass hier längere Zeit keiner mehr vorbei kommt, also Rollläden nicht permanent geschlossen lassen und die Nachbarn darum bitten bei längerer Abwesenheit auch mal ein Auge auf das Haus beziehungsweise die Wohnung zu werfen und bei einem Einbruchsversuch zu reagieren.

Was natürlich auch überhaupt keinen Sinn macht ist seinen Urlaub öffentlich anzukündigen, zum Beispiel über soziale Netzwerke wie Facebook einen Status öffentlich abzusetzen dass man ab morgen für vier Wochen im Urlaub ist. Auch zu vermeiden ist es an Flughäfen sein Gepäckstück mit seinen Adressdaten öffentlich so zu kennzeichnen dass andere Menschen erkennen können, dass diese Person womöglich für die nächsten Tage und Wochen nicht unter dieser Adresse sich befindet. Licht ist immer ein Zeichen, dass wahrscheinlich im Haus sich jemand aufhält. Ein "normaler" Einbrecher beobachtet nicht ein bestimmtes Objekt für längere Zeit vorab und plant diesen Einbruch.

Natürlich gibt es neben Einbrechern aus der Region auch organisierte Banden, die zum Einbrechen speziell aus dem europäischen Ausland nach Deutschland einreisen und direkt nach dem Einbruch wieder verschwinden. Diese organisierte Banden aber haben in der Regel kein Interesse an irgendwelchen Privatwohnungen, wo sie gar nicht wissen ob da was zu holen ist, vielmehr geht es hier um gewerbliche Einbrüche, wo im Vorfeld bereits recherchiert wurde was hier zu holen ist. Hier ist natürlich auch die Infrastruktur für solche geplante organisierte Kriminalität von Einbrüchen ausschlaggebend und eine Autobahn in der Nähe für schnelle Fluchtwege natürlich solchen Banden von Vorteil.

Also es ist im Normalfall für organisierte Banden aus dem europäischen Ausland nicht sinnvoll irgendwo in ländlicher Gegend in einem Dorf ein Objekt aus zu suchen, wo der Zugang sehr begrenzt ist und es nur ganz wenige Fluchtwege gibt und diese dann auch zeitlich nur begrenzt nutzbar sind um möglichst schnell wieder außer Landes zu kommen. Nur 100 % sicher ist man nie! Daher sollte sich jeder Bürger dieses Thema verinnerlichen und für sich einmal Gedanken darüber machen ob er in Sachen Einbruchsschutz Verbesserungen sieht. Auch kann sich der Bürger hier professionell von der Kriminalpolizei durch einen Hausbesuch beraten lassen.

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