Mittwoch, 17.10.2018 12:24 Uhr

Jugendfeuerwehren im Dauereinsatz

Verantwortlicher Autor: K.-W. Fleißig Eisfeld/Schalkau, 09.10.2018, 09:29 Uhr
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Mädchen und Jungen im 24-Stunden-Dienst
Mädchen und Jungen im 24-Stunden-Dienst  Bild: K.-W. Fleißig

Eisfeld/Schalkau [ENA] Mädchen und Jungen der Eisfelder und Schalkauer Jugendfeuerwehr im Dauereinsatz +++ Sich einmal fühlen wie eine richtige Feuerwehrfrau oder ein Feuerwehrmann, das war am vergangenen Wochenende für Mitglieder der Jugendfeuerwehren aus Eisfeld und Schalkau möglich.

Da hieß es auch, mit Blaulicht und Martinshorn durch die beiden Städte und über die B 89 zu brausen und zu sehen, wie die meisten Fahrzeugführer den roten Fahrzeugen mit den Sondersignalen Platz machten. In einem gefühlten 24-Stundendienst gab es zahlreiche Einsätze, aber auch Theorie und andere Ausbildungseinheiten abzuarbeiten. So wie es nun einmal für einen Angehörigen der Berufsfeuerwehr in seinem 24-Stundendienst tägliche Realität ist. Einen ersten gemeinsamen Einsatz gab es für beide Jugendfeuerwehren gegen 10.30 Uhr bei der Eisfelder Firma Systec Plastics Eisfeld GmbH. Hier hatte die Brandmeldeanlage BMA ausgelöst.

Wie ist die Lage des Betriebes? Wozu sind Laufkarten da? Bei diesem Einsatz galt es für die Ausbilder und Helfer, den Kindern und Jugendlichen die Schwerpunkte eines BMA-Einsatzes zu erläutern. Gegen 15 Uhr wurden die Einsatzkräfte aus Schalkau zu einem Küchenbrand im Schalkauer Schießhaus gerufen. Da hieß es beispielsweise, den Innenangriff zur Brandbekämpfung und Personenrettung vorzubereiten. Kniend gingen die jungen Schalkauer Brandbekämpfer an die Tür, fühlten, wie heiß es ist und klopften, ob sich dahinter jemand befindet. Die Räume im Schießhaus waren verqualmt, so dass man sich nur langsam vortasten konnte. Zwischenzeitlich wurden die Eisfelder Kräfte zur Unterstützung nachalarmiert.

Eine durch Rauchgas verletzte Person wurde von den Schalkauer Rettungssanitätern medizinisch versorgt. Zur Erkundung von Glutnestern wurde eine Wärmebildkamera eingesetzt. Eine weitere Einsatzfahrt für die Schalkauer und Eisfelder Nachwuchs-Feuerwehrler gab es dann schließlich noch gegen 21.30 Uhr zu einem Verkehrsunfall mit zwei Fahrzeugen zwischen den Ortschaften Heid im Landkreis Hildburghausen und Katzberg im Landkreis Sonneberg. Da wurden die Scheinwerfer aufgebaut, die verletzen Personen gerettet und versorgt, die ausgelaufenen Betriebsstoffe gebunden und schließlich zwei vermisste Personen gesucht.

Auch dabei kam die Wärmebildkamera zum Einsatz und es wurde eine Suchkette gebildet. Zur Unterstützung der Ausleuchtung des Umfeldes wurde die Eisfelder Ortsteilfeuerwehr Bockstadt mit dem Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser TSF-W nachalarmiert. Für die Kinder und Jugendlichen war es ein Tag, der es in sich hatte. Echte Übungseinsätze, Alarmeinsatzfahrten, der Rettungsdienst war beteiligt – das war schon super. Man hat es den Mädchen und Jungen angesehen, sie waren mit Eifer dabei und hatten aber auch neben den ernsten Situationen ihren Spaß.

Johannes Lorenz war für Schalkau der Einsatzleiter. Er hat bereits den ersten Teil der Truppmann-Ausbildung absolviert und wird der Erste sein, der aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr überwechselt. Schalkauer Gruppenführerin war Leonie Reichelt. Für Eisfeld hatten Anna-Lena Lorz als Einsatzleiterin und Alouis Göpfert sowie Osram Pfrenger als Gruppenführer das Sagen. Für die Schalkauer 10 Kinder, den Jugendwart Ronny Fischer und vier Betreuer hieß es am Samstag von 9 Uhr bis 23.30 Uhr mit den Fahrzeugen Einsatzleitwagen ELW und dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 10 in Bereitschaft zu sein.

Die Eisfelder hatten aufgrund der Vielzahl der teilnehmenden Kinder zwei Gruppen gebildet. Jeweils 12 Kinder waren von 9 Uhr bis 21 Uhr und die zweite Gruppe von 15 Uhr bis zum Sonntagmorgen mit dem ELW, HLF 10 und einem Tanklöschfahrzeug TLF im Dienst. Jugendwart Thomas Ebert wurde von sechs Helfern unterstützt. Natürlich gab es für die Kids auch die Möglichkeit, die beiden Feuerwachen kennenzulernen. Die Eisfelder konnten dies nach dem Brandeinsatz im Schießhaus tun und die Schalkauer beim gemeinsamen Abendbrot in Eisfeld. Zu Mittag gab es für Eisfeld Nudeln und Feuerwehrsoße – sprich Tomatensoße – und für Schalkau Bratwurst und Joghurt. Wer im Dauereinsatz ist, muss sich natürlich auch stärken.

Eine Ölspur in Hirschendorf um 13 Uhr, eine Ölspur am Coburger Tor um 0.30 Uhr, das Ausleuchten des Hubschrauberlandeplatzes in der Schleusinger Straße um 3 Uhr und ein Fehlalarm um 6.30 Uhr rundeten den Einsatzplan für die Eisfelder Jungen und Mädchen ab. Zwischen den einzelnen Einsätzen kam weder für die Schalkauer noch Eisfelder Mitglieder der Jugendfeuerwehr Langeweile auf.

Kameradschaft und Vertrauensbildung

Wir arbeiten auch sonst als Freiwillige Feuerwehren landkreisübergreifendend bei realen Einsätzen zusammen, wissen die beiden Jugendwarte Thomas Ebert für Eisfeld und Ronny Fischer für Schalkau. Das war in diesem Jahr beispielsweise bei den beiden Großbränden in der Schalkauer Stadt der Fall, als zwei Häuser in Brand geraten waren. Warum also nicht auch einmal eine Kooperation zwischen den Jugendfeuerwehren? So haben die Schalkauer auch nicht lange gezögert, als Eisfeld diesen Vorschlag des gemeinsamen fast 24-Stundendienstes machte.

Eine feine Sache, tragen doch solche gemeinsamen Aktionen zur Kameradschaft und Vertrauensbildung bei. Jeder muss sich bei Einsätzen auf jeden verlassen können. Als Feuerwehrfrau und Feuerwehrmann in einer Einsatzabteilung ist dies besonders wichtig, setzt man doch sein eigenes Leben für die Rettung anderer Menschen ein.

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