Frick tanzt drei Tage im Farbenrausch des Marktfests
Frick, Kanton Aargau [ENA] FRICK. Drei Tage, ein Dorf, tausend Farben: Vom 21. bis 23. August verwandelte das Marktfest Frick die Altstadt in eine Bühne aus Musik, Licht und Lachen. Zwischen Bierbänken und bunten Schirmen zeigte sich ein Fest, das Vereine, Feuerwehr und Bevölkerung gemeinsam trugen.
Bevor die Bühnen leuchten Was am Sonntagabend in Musik und Lichtern endete, begann still: Bereits am Donnerstag rückten Baucrews an, sperrten Strassen und wiesen Umleitungen aus. Wo tags zuvor noch Alltag herrschte, wuchsen Bühnen, Bars und DJ-Pulte aus dem Boden. Die Feuerwehr Frick und der Zivilschutz der Schweizer Armee packten mit an, schleppten Bänke, sicherten Gerüste, verlegten Kabel. Das AEW und Jost Elektro sorgten dafür, dass später kein Verstärker, kein Lichtstrahl und kein Kühlschrank stillstand. Ein Kraftakt im Verborgenen – doch genau er war es, der drei Tage lang scheinbar mühelos wirkte.
Kaum öffneten sich am Freitag die Schranken, übernahm die Musik das Kommando. Auf dem Widenplatz eröffneten die Singing Foxes den Abend, ehe MatterLive die Bühne in Beschlag nahm. Wenige Meter weiter liess Éclat auf der Meck-Bühne House- und Electronic-Sounds bis in die frühen Morgenstunden pulsieren. Über das Wochenende wechselten sich Rock, Funk, Mundart-Pop und DJ-Sets nahtlos ab – von Justina Lee Brown über LöFönk bis zu den Beats von DJ Helvetix in der Chicken-Ranch. Kaum verstummte ein Rhythmus, übernahm bereits der nächste. Für jedes Ohr fand sich ein Klang, für jeden Fuss ein Takt.
Um neun Uhr abends stand eine der drei Kassen verwaist – ein kleiner Moment der Überraschung inmitten eines grossen Andrangs. Denn die Gassen füllten sich, ohne dass es je eng oder unangenehm wurde. Man bewegte sich frei, fand Platz an den Tischen, fand Platz zum Stehen. Dort, wo Musik erklang, sammelten sich die Menschen wie von selbst, tanzten, prosteten sich zu, liessen den Abend treiben. Die Stimmung war ausgelassen, aber nie aus dem Ruder – ein Fest, das seine eigene, freundliche Ordnung fand.
Wer durstig war, hatte die Qual der Wahl. Die Blaulichtbar des Pikettvereins Frick servierte Getränke unter echten Feuerwehrjacken und einem Hydranten als Dekoration, während die Taverna Leopold mit dorischen Säulen und Sonnenblumen griechisches Flair in den Dorfkern brachte. Beim Zapfpoint VollGas Bözberg zapfte man Bier unter Lichterketten, und im Sängergarte lud ein blumenberankter Torbogen zum Verweilen ein. Die Preise blieben dabei erstaunlich fair – zwischen den Ständen schwankten sie meist nur um ein bis zwei Franken. Ein Fest für jeden Geschmack, ohne dass der Geldbeutel litt.
Auch der Hunger fand sein Zuhause. Foodtrucks reihten sich neben Vereinsständen, an denen Frick seine Gastfreundschaft auf Tellern servierte – mit Sitzplatz und Zeit zum Verweilen. Wer es süss mochte, kam am Gelati aus Gipf-Oberfrick kaum vorbei: Trotz kompakter Auswahl bildeten sich Schlangen, die von der Beliebtheit des Eises mehr erzählten als jede Speisekarte. Zwischen Röschti, Churros und Caipirinha entstand ein kulinarischer Streifzug quer durchs Dorf – bodenständig hier, überraschend dort, aber immer mit Herz gemacht.
Über dem Weg zur Gastwirtschaft schwebten Dutzende Regenschirme in Rot, Gelb, Blau und Grün – ein Blickfang, der Handyfotos ganze Alben füllte. Kinder hatten Schirme bemalt, die nun als bunte Fahnen über Getränkeständen prangten, während hölzerne Wegweiser mit „Tanze" und „Z'Trinke" die Richtung durch das Festgelände wiesen – augenzwinkernd und liebevoll zugleich. Was jedoch binnen vier Tagen wuchs, verschwand ebenso schnell wieder: Am Montag rückten dieselben Teams an, die zuvor aufgebaut hatten, und lösten Frick sanft aus seinem Festkleid. Übrig blieb die Erinnerung an ein Dorf, das für drei Tage über sich hinauswuchs.




















































