Mittwoch, 23.10.2019 01:38 Uhr

Drogenprävention der Polizei Unterfranken an Schulen

Verantwortlicher Autor: Jochen Behr Würzburg, 04.10.2019, 19:15 Uhr
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Drogenprävention der Polizei Unterfranken
Drogenprävention der Polizei Unterfranken  Bild: Jochen Behr

Würzburg [ENA] Der Konsum von weichen Drogen steigt wieder an. Erschreckende Zahlen zeigen, dass immer mehr Jugendliche den Griff zu Haschisch und Marihuana wieder wagen und sich mit diesen Drogen betäuben. Die Gefahren dabei, gerade die Langzeitfolgen sind alarmierend! Psychiatrien sind voll mit jungen Menschen.

Die Zahlen der Drogendelikte in Unterfranken sprechen eindeutige Zeichen: der Konsum der so genannten weichen Drogen, dazu zählen Cannabis Produkte ist wieder stark im kommen. Jugendliche sehen darin wieder eine alternative Möglichkeit zum Alkoholkonsum. Dieser ist für Jugendliche heutzutage oft eher abturnend, hingegen Haschisch und Marihuana in. Was aber die Jugendlichen nicht bedenken ist, welche Langzeitfolgen dieser Konsum mit sich bringt. Hier ist vor allem die psychische Komponente zu nennen. Jugendliche können durch diesen Drogenkonsum starke psychische Probleme bekommen und die Zahlen von Behandlungen in Psychiatrien in Unterfranken aufgrund von Drogenkonsum sprechen für sich.

Weitere Gefahren des Drogenkonsums von weichen Drogen sind auch die Beeinträchtigung im Straßenverkehr,von Jugendlichen oft unterschätzt oder sogar nicht vorhanden. Das Fahren unter einem Rauschzustand, selbst wenn die Einnahme schon mehrere Stunden zurück liegt kann dennoch im Blut noch nachgewiesen werden. Die Folgen sind der sofortige Entzug der Fahrerlaubnis, ein medizinisch psychologischer Test (MPU) sowie ein Strafverfahren mit Sozialstunden oder Geldstrafe. Es handelt sich hier nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um eine bedeutsame Straftat. Ein Eintrag im Führungszeugnis verbaut Jugendlichen dann oft den beruflichen Werdegang, den sie gerne ein schlagen wollten. Das kann das alles nicht wert sein!

Also es gibt sehr viele Gründe die dafür sprechen, dass man die Finger davon lässt. Gesundheitliche Aspekte, justiziable Gründe, berufliche Chancen! Warum wollen sich Jugendliche in einen Rauschzustand versetzen? Cannabisprodukte haben als Bestandteile die Cannabinoide, darunter fällt das Tetrahydrocannabinol (THC), eine psychoaktive Substanz und Terpenoide, dazu gehören die Steroide, die Hopanoide und die Carotinoide. Früher war der THC Gehalt in Cannabisprodukten wesentlich niedriger während heutzutage dieser mindestens doppelt so hoch ist. Das wissen viele Jugendliche nicht. Der THC Gehalt kann zwischen 3 und 22% betragen, im Schnitt 10%. Diese psychoaktive Substanz gibt den Konsumenten den Kick, je höher der THC Gehalt umso heftiger.

Konsumenten können daher die Dosis nicht abschätzen bei der Einnahme und jeder reagiert auch anders auf die berauschenden Substanzen. Daher informiert die Polizei Unterfranken nicht nur auf der Mainfranken Messe die derzeit in Würzburg zu besuchen ist oder auf ihren Internetseiten über Drogenkonsum und deren Folgen, sondern geht direkt dahin wo die jungen Menschen tagtäglich sich aufhalten: in die Schule. Dort finden seit geraumer Zeit Drogenpräventionsangebote statt, wo sich die Schüler hautnah mit dieser Thematik und Fachleuten darüber austauschen und unterhalten können. Das bisherige Feedback sei sehr positiv wurde uns mitgeteilt. Diese Angebote finden an weiterführenden Schulen in ganz Unterfranken statt.

Neben den Cannabisprodukten gab es in den letzten Jahren auch einen neuen Trend bei den so genannten "Legal Highs", das Designerdrogen aus der Chemieküche, die in den letzten Jahren aufgrund von Gesetzeslücken immer wieder durch neue Rezepturen legal erhältlich waren. Hier hat aber nun der Gesetzgeber diese gravierende Gesetzeslücke geschlossen, so dass auch diese mittlerweile verboten sind. Synthetische Cannabinoide wurden unter "Spice" verkauft. Mittlerweile hat sich unter den Jugendlichen herumgesprochen, dass diese Drogen wesentlich schädlicher sind auch aufgrund der Lösungsmittel Aceton und Ethanol, mit denen die Cannabinoide ausgelöst werden und auch Paraffine sind enthalten. Aceton ist z.B. auch in einem Felgenreiniger.

Daher sind diese "Legal Highs" vom Konsum her wieder rückgängig aber die Jugendlichen sind stattdessen wieder umgestiegen auf die natürlichen Cannabisprodukte, die natürlich auch gesundheitsschädlich sind, wenn auch nicht in dem Maße wie die Designerdrogen. Andere Drogen wie Crystal Meth (Methamphetamin) sind in dieser Region nicht so verbreitet und auch bei den Drogenkonsumenten nicht so beliebt, weil sich in der Drogenszene mittlerweile zum Glück herumgesprochen hat wie tödlich diese chemische Substanz ist. Auch mittlerweile weniger von Bedeutung ist XTC (Ecstasy) in dieser Region, dafür ist wieder eine Zunahme bei LSD zu verzeichnen. Woran liegt das?

Die Polizei Unterfranken sieht eine Erklärung darin, dass Jugendliche immer wieder mal was Neues ausprobieren wollen und LSD derzeit wieder im Trend liegt. Daher umso wichtiger ist die Drogenprävention der Polizei an den weiterführenden Schulen in Unterfranken. Hier hilft immer wieder nur Aufklärung der jungen Menschen, was genau diese Drogen für Wirkungen, für Langzeitwirkungen in ihren Körpern bewirken. Auch die strafrechtliche Aufklärung ist natürlich für junge Menschen wichtig. Das Bewusstsein wird hier geschärft, letztendlich natürlich entscheidet jeder junge Mensch für sich selber ob er Drogen nehmen möchte oder nicht.

Aber mit der informativen Unterstützung der Polizei Unterfranken können so Jugendliche wesentlich besser Gefahren beurteilen und für sich daher besser abwägen ob es wirklich notwendig ist, seinen Körper solche Giftstoffe an zu tun. Ein paar Unverbesserliche wird es leider immer geben, aber es gibt auch junge Menschen, die aufgrund der Drogenprävention sich danach bewusst dagegen entscheiden. Von daher ist diese Aktion der Polizei Unterfranken ein Erfolg! Weiterführende Informationen gibt es auf den Webseiten der Polizei unter https://www.polizei.bayern.de/unterfranken/

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