Dienstag, 25.09.2018 04:59 Uhr

Demo gegen S21-Urteil des Bundesverwaltungsgericht

Verantwortlicher Autor: Wolfgang Weichert Stuttgart, 08.07.2018, 17:48 Uhr
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Demo gegen S21-Urteil des Bundesverwaltungsgericht
Demo gegen S21-Urteil des Bundesverwaltungsgericht  Bild: Wolfgang Weichert

Stuttgart [ENA] Etwa 1000 Menschen versammelten sich am Samstag 07.07.2018 vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof zu einer Demonstration, um sich dagegen auszusprechen, dass die oberirdischen Gleise nach der Fertigstellung des Tiefbahnhofs ohne Weiteres abgebaut werden können.

Mit dieser Samstagsdemo reagierte das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das am Donnerstag fiel. Viele Gegner befürchten, dass der achtgleisige Tiefbahnhof eine Kapazitätsminderung des 16-gleisigen Kopfbahnhofs darstellt. Laut des Bundesverwaltungsgerichts blieben aber alle Verbindungen vom und zum Hauptbahnhof erhalten. „Wir brauchen einen Bahnhof, in dem die Züge wie bisher oben bleiben“, sagte der S-21-Gegner Egon Hopfenzitz und betonte, dass der Bahnhof unter Denkmalschutz stehe und auch deshalb erhalten bleiben solle.

Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, Rechtsanwältin und Bundesjustizministerin a.D., war eine der Sprecher|innen auf der Demo „Liebe Anwesende, Gegnerinnen und Gegner der „größten Fehlentscheidung der Eisenbahngeschichte“, wie Winne Hermann das Projekt Stuttgart 21 zurecht bezeichnet hat, vielen Dank für die Einladung, bei der heutigen Demonstration einige Worte zu sagen. Ich habe das vor zwei Jahren, im Sommer 2016, schon einmal gemacht, bei der eindrucksvollen 333. Demo gegen Stuttgart 21. Damals – also vor zwei Jahren – war den Experten und Engagierten längst klar, wie falsch die Annahmen und Behauptungen, die Versprechungen und Zusagen und auch die Kostenprognosen zu S21 waren.“

Volker Loesch, Regisseur, zur Krise der Moral, der Menschlichkeit, der Politik „Liebe Mitstreiterinnen, liebe Mitstreiter, bevor ich eine Rede schreibe, denke ich über Inhalte nach. Über das, was dringlich ist. Was unbedingt gesagt werden muss. Mit ist es noch nie so schwer gefallen wie diesmal, gleich zur Sache zu kommen. Zum Protest gegen Stuttgart 21, der uns seit fast einem Jahrzehnt auf die Straße treibt. Denn was derzeit in Deutschland und Europa passiert, ist so skandalös und schockierend, dass ich zunächst darüber sprechen will. Beim Schreiben stellten sich dann schnell Zusammenhänge her, denn das politische Groß-Klima hängt auch mit dem desaströsen Weiterbau von S21 zusammen. Das Prinzip S21 ist immer noch überall …

…ich habe hier des Öfteren Bertolt Brecht zitiert. Sein berühmtes „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“ war uns schon mehrfach Antrieb und Motivation. Brecht hat aber auch für unsere Bauherren etwas parat: „Die Erfindungen für Menschen werden unterdrückt, die Erfindungen gegen sie gefördert.“ Und an unsere Freunde von Bahn geht: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“

Den Grünen sagt Brecht: „Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war... ... Deshalb gilt der letzte Satz von Bertolt Brecht uns, der sozialen Bewegung für ein besseres Leben in Stuttgart: „Kein Vormarsch ist so schwer, wieder zurück zur Vernunft.“ Am Ende der Demonstration rief Lösch zu einem Schwabenstreich in der Haupthalle des Hauptbahnhofs auf, dem sehr viele Teilnehmer folgten. Video vom Schwabenstreich im HBF: https://youtu.be/MDDuK1b3dps

Egon Hopfenzitz
Volker Lösch
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