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25 Jahre Jugendfeuerwehr in Eisfeld

Verantwortlicher Autor: K.-W. Fleißig Eisfeld, 06.10.2017, 19:49 Uhr
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Eisfeld [ENA] Auf 25 Jahre Jugendfeuerwehr kann die Freiwillige Feuerwehr Eisfeld mittlerweile zurückblicken. Aus diesem Anlass gab es am Vorabend des 3. Oktober in den Hallen des Feuerwehrgerätehauses eine Festveranstaltung. Stadtbrandmeister Peter Pfrenger, der die Feier moderierte, konnte unter den Gästen Eisfelds Bürgermeister Sven Gregor und mehrere Stadträte, den ehemaligen Stadtbrandmeister Horst Gericke, ...

den Kreisjugendwart Jens Schubert sowie dessen Vorgänger Jürgen Fleischhauer, Bernd Bader von der SparkassenVersicherung, Vertreter benachbarter Wehren sowie aktive Eisfelder Kameraden und natürlich Eltern der Mitglieder der Jugendfeuerwehr begrüßen. Kritisch wurde vom Stadtbrandmeister angemerkt, dass seitens des Landkreises kein Vertreter den Weg nach Eisfeld gefunden hatte. „Vom Landkreis, das sind wir leider schon fast gewohnt, obwohl es nicht normal ist, ist keiner da. Der Kreisbrandinspektor hat sich entschuldigen lassen, Kreisbrandmeister ist keiner aufgetaucht. Das ist einfach nur enttäuschend.“

„Wo ist die Zeit hin“, so Pfrenger. „Wir haben schon eine ganze Generation hier in der Jugendfeuerwehr durchgebracht.“ An die Eltern gerichtet: Sie wissen, dass ihre Kinder und Jugendlichen bei uns gut aufgehoben sind.“ Lächelnd fügte er hinzu, dass es schon einen regelrechten „Elternstammtisch“ gibt, wenn die Kinder zur Ausbildung gebracht werden. Ziel der Arbeit der Jugendfeuerwehr ist eine „sinnvolle Nebenbeschäftigung nach der Schule“.

Hauptziel und Hoffnung sei natürlich, dass möglichst viele der Jugendlichen dann auch den Weg in die aktive Wehr finden. 24 der heute 46 aktiven Eisfelder Kameraden haben nach Pfrengers Worten zu DDR-Zeiten die Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“ und später dann die Jugendfeuerwehr durchlaufen. So geht sein Dank an den Jugendwart Thomas Ebert und sein Betreuerteam. „Ihr habt tolle Arbeit geleistet. Recht herzlichen Dank. Ich hoffe, ihr macht in den kommenden Jahren weiter so.“

Rückblick auf 25 Jahre Kinder- und Jugendarbeit

Jugendwart Thomas Ebert gab einen Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre der Jugendfeuerwehr in Eisfeld. Angefangen, so Thomas Ebert, hatte alles im Jahr 1992 mit 16 Mitgliedern. Heute zählt die Jugendfeuerwehr 28 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis siebzehn Jahren, darunter auch vier Mädchen. „Insgesamt haben 162 Kinder ihre ersten Erfahrungen in der Jugendfeuerwehr gemacht. Davon wurden 37 im Laufe der Jahre in die aktive Wehr übernommen. Ein Großteil ist heute noch dabei – darauf sind wir sehr stolz.“ Die Kids kommen aber nicht nur aus Eisfeld.

Der Einzugsbereich hat sich im Laufe der Jahre verändert. Die Kinder und Jugendlichen kommen heute aus allen Ortsteilen der Stadt Eisfeld, aber auch aus Brünn, Brattendorf, Goßmannsrod und Heßberg. Thomas Ebert hat die Funktion des Jugendwarts seit dem Jahr 2005 inne. In den Jahren zuvor waren dies Andreas Wicht, Steffen Truckenbrodt, Dieter Feldmann und Peter Pfrenger.

Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung umfasst die Ausbildung in der Jugendfeuerwehr auch die allgemeine Jugendarbeit. „Mitglieder der Jugendfeuerwehr erlangen bei ihrem Hobby neben einem Einblick in die Feuerwehrtechnik auch soziales Verhalten, Teamarbeit, Pünktlichkeit, Kameradschaft und sich für ihre Mitmenschen einzusetzen“, so Ebert. „Dies sind wichtige Merkmale der Jugendarbeit in den Freiwilligen Feuerwehren.“ Aller 14 Tage treffen sich die Mädchen und Jungen mit ihrem Jugendwart Thomas Ebert und den Helfern Daniel Priester, Randy Hennlein und Cornelia Lorz, um solche grundlegenden Fähigkeiten wie „Fahrzeug- und Gerätekunde, das Absetzen eines Notrufs, das Absichern der Einsatzstelle, Knoten und Stiche und vieles mehr“ zu erlernen

Die Fähigkeiten und Fertigkeiten stellen dann die zehn bis 18-jährigen Mitglieder alljährlich beim Jugendleistungsmarsch und die sechs bis neunjährigen Mitglieder bei der Abnahme des Leistungsabzeichens unter Beweis. „Auch 24-Stunden Dienste in der Feuerwehr tragen dazu bei, das Erlernte anzuwenden.“ Natürlich kommt auch die allgemeine Jugendarbeit mit zahlreichen Freizeitaktivitäten nicht zu kurz. So seien aus der Vielzahl der Aktivitäten beispielsweise die Besuche der Berufsfeuerwehren in Weimar, Erfurt, Gotha oder auch Plauen genannt.

Teambildung als wichtiger sozialer Faktor

In diesem Jahr gab es einen interessanten Besuch in der Landesfeuerwehrschule in Bad Köstritz, die vielleicht künftig auch von dem ein oder anderen Mitglied der Eisfelder Jugendfeuerwehr besucht wird, wenn man den Weg in die aktive Wehr findet. Tagesausflüge zum Tag des Blaulichts in Weimar oder ein Besuch des NATO-Stützpunktes Geilenkirchen bei Aachen waren weitere Höhepunkte. Auch Zeltlager haben für die Kinder und Jugendlichen eine lange Tradition. Seit dem Jahr 1996 war man regelmäßig auf dem Bleß. „Aber der Bleß mit unserem `Ludwig`zog uns immer wieder an.“

Denkwürdig war das Zeltlager im Jahr 1997 mit den Jugendfeuerwehren Harras und Sachsenbrunn, so Thomas Ebert. Hier zählte man 80 Personen. Die Wege führten auch auf den Simmersberg in Schnett, in die Rhön oder das Thüringer Vogtland. PointAlpha in Geisa, das Haus der Natur in Goldisthal, das Raumfahrtzentrum Morgenröthe-Rautenkranz oder auch die Schanzenanlage Klingenthal oder in diesem Jahr das Deutsche Verkehrsmuseum waren weitere Höhepunkte im gemeinsamen Leben der Kinder und Jugendlichen.

„Jugendarbeit ist interessant, vielseitig und wichtig, aber ohne Unterstützung nicht möglich. Ein herzliches Dankeschön geht daher an meine Betreuer Daniel, Randy und Conny, die Kameraden der Feuerwehren in Eisfeld und seiner Ortsteile, dem Feuerwehrverein, der Stadt Eisfeld, Sylvia Sausemuth und euch, den Eltern und Großeltern für euer Vertrauen.“ Natürlich sind in den Dank alle diejenigen eingeschlossen, die bei der Organisation, Vorbereitung und Durchführung der Festveranstaltung mitgewirkt haben. Besonders an die Eltern und Mitglieder der Jugendfeuerwehr richtet Thomas Ebert die Hoffnung, dass sie ihm weiter die Treue halten.

Geburtstagsgrüße

Im weiteren Verlauf der Festveranstaltung entboten mehrere Gäste ein Grußwort und überreichten Geschenke. Stadtoberhaupt und damit kommunaler Chef der Feuerwehr, Eisfelds Bürgermeister Sven Gregor, dankte allen für die Arbeit in der Jugendfeuerwehr, besonders Thomas Ebert und seinem Helferteam. „Die Unterstützung der Stadt ist euch sicher. Die Jugendfeuerwehr ist ein festes Fundament für die personelle Sicherstellung der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr“. Obwohl die Geschenke erst nach den Begrüßungsreden überreicht werden sollten, gab es von Sven Gregor schon einmal eine persönliche Anerkennung.

Die Mitglieder Jugendfeuerwehr wurden zur Feuerwehr in den Ortsteil Bockstadt zu einem Pizza-Essen eingeladen. Dabei soll die Pizza im Bockstadter Backhaus selbst gebacken werden. Das könnte beispielsweise anlässlich der Aktion 24-Stunden Feuerwehrdienst oder zum Sommerzeltlager geschehen. Eisfelds Wehrführer André Langguth ist seit 16 Jahren in Eisfeld und wurde von Anbeginn an als Helfer mit in die Feuerwehrarbeit integriert. Auch für ihn ist die Nachwuchsgewinnung enorm wichtig. Nach der Lehre sollten die ehemaligen Mitglieder wieder in die Jugendfeuerwehr zurückgeholt werden.

Deshalb sieht er die Notwendigkeit, dass im Landkreis Hildburghausen eine hauptamtliche Stelle eines Brandschutzerziehers geschaffen wird, um in Kitas und Schulen nicht nur Fragen des Brandschutzes zu vermitteln, sondern die Kinder auch an die Arbeit der Feuerwehr heranzuführen. An das Team der Ausbilder gerichtet sagte André Langguth: „Wir wissen eure Arbeit zu schätzen“. Für den Kreisjugendwart Jens Schubert ist es wichtig, die Kameradschaft untereinander zu pflegen.

In der Doppelfunktion auch als Sachsenbrunner Jugendwart bezieht er in diese Pflege auch die benachbarte Jugendfeuerwehr mit ein, die im kommenden Jahr auf ein 25-jähriges Bestehen blicken kann. Einen Brandschutzerzieher im Landkreis zu finden, das ist aus seiner Sicht kein Problem. Wie oftmals, würde es an der finanziellen Ausgestaltung dieser Stelle liegen. In der Frühjahrstagung des Feuerwehrverbandes wurde beschlossen, „dass vielleicht der Kreisjugendring dabei mit einsteigt. Wir haben Anträge gestellt und sie würden 70 Prozent der Lohnkosten übernehmen, der Rest müsste vom Landkreis dann kommen. Wie das wird, wissen wir aber noch nicht“.

Im Nachgang soll die Eisfelder Jugendfeuerwehr übrigens auf der Tagung des Kreisfeuerwehrverbandes im November 100 Euro erhalten. Bernd Bader von der SparkassenVersicherung überreichte eine Anerkennung in Form von 100 Euro für die Arbeit der Jugendfeuerwehr. Die Generalagentur Bader unterstützt die Arbeit der Feuerwehr schon recht lang.Symbolische Geldschecks gab es auch vom Bürgermeister. 300 Euro für die weitere Arbeit kamen von der Stadt Eisfeld.

Geschenke und Ehrungen

„Weil wir gehört haben, dass im nächsten Jahr die Projekte vielleicht etwas größer sind und auch finanziell etwas intensiver, haben Muttis und Vatis, eure Eltern, sich eingesetzt und in der Stadt Eisfeld Spenden gesammelt.“ Dabei kam die beachtliche Summe von 1.300 Euro von Unternehmen und Personen zusammen. Das war einen besonderen Applaus wert. Damit die Mädchen und Jungen an diesem Tag aber auch etwas in ihren Händen halten konnten, gab es für sie noch einen Turnbeutel im Jugendfeuerwehr-Design. Das Ausbilderteam kann sich künftig mit einer Feuerwehrsonnenbrille schmücken.

Zum Abschluss des offiziellen Teils der Feierstunde gab es Ehrungen für besonders engagierte Mitglieder der Feuerwehr. Ein gemütliches Beisammensein rundete die Feier zum 25-jährigen Bestehen der Eisfelder Jugendfeuerwehr ab. Eine Bilder-Präsentation über einen Beamer und auch Bilderwände vermittelten den Gästen einen Eindruck von den vielfältigen Aktivitäten in der Jugendfeuerwehr. Natürlich durfte auch ein Gruß des Spielmannszuges der Eisfelder Feuerwehr nicht fehlen.

Ehrungen: Die Ehrenspange der Thüringer Jugendfeuerwehr in Bronze erhielt Steve Bauer. Die Ehrenspange der Thüringer Jugendfeuerwehr in Silber erhielten Cornelia Lorz, Daniel Priester, Randy Hennlein, André Langguth und Peter Pfrenger. Die Ehrennadel der Thüringer Jugendfeuerwehr in Bronze ging an der Jugendwart des Eisfelder Jugendfeuerwehr Thomas Ebert. Da kann man nur sagen: Herzlichen Glückwunsch!

Gefahrenbekämpfungen und Rettung von Menschenleben machen auch bei Feierlichkeiten nicht halt. Das konnten die Kids auch an diesem Tag sehen. Mitten in die Festveranstaltung hinein schrillte im Gerätehaus die Alarmglocke und die zahlreichen Piepser, die Funkmeldeempfänger, riefen zum Einsatz auf die A 73 zu einem schweren Verkehrsunfall. Anschließend galt es noch, eine Ölspur zwischen Eisfeld und Sachsenbrunn zu beseitigen.

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