Mittwoch, 21.08.2019 07:57 Uhr

Wie im Grand-Hotel

Verantwortlicher Autor: Juergen Rudolf Dikken-Wenzel MZ + KH, 16.12.2018, 15:43 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Kunst, Kultur und Musik +++ Bericht 6389x gelesen

MZ + KH [ENA] Märchen im Grand-Hotel. Das zu erleben war angesagt. Das Haus, das uns "beherbergen" sollte war und ist das Staatstheater Mainz. Das mit einer Operette von Paul Abraham aufwartet und seine Gäste empfängt wie man es rechtens erwartet von einem Grand-Hotel. Nobel und mit einer erlauchten Gästeschar. Adel vom Feinsten und Geldadel vom Reinsten. Hollywood meets Noblesse. Das passt sehr wohl zusammen, dafür bürgt Abraham.

Da zieht kein Johnny um die Welt, singt nicht für Money und tanzt nicht für Geld. Das Diwanpüppchen, süss und reizend, im weissen Kleidchen mit goldenem Schuh. Viktoria und ihr Husar flirten nicht umsonst, ganz und gar nicht. Und die Blumen von Hawaii flicht man gerne zu einem wunderschönen Strauss, einem Melodienstrauss. Doch wo viel Licht ist, da ist bekanntlich auch viel Schatten. Die Schattenseite des Abends sind die Treppen. Hoch oben, fast im Olymp, da sind Plätz e reserviert, doch wie erreicht man sie? Treppen, fast endlos und schier unerreichbar ihr Ende. Hinzu kommen die Tücken einer nicht mehr zeitgemässen Bauplanung. Von Behinderten gerechter Ausführung darf keine Rede sein. Ach, da sieht man den schönen Abend schon schwinden.

Und dann begann das Märchen.

Gute Geister tauchten auf im Vorhaus, erkennbar der gute Wille, zwei alten Herren behilflich zu sein, ihnen die Lösung des Problems auf vielerlei Art und Weise auf zu zeigen. Doch jedweder Vorschlag scheiterte an neuen Treppen, lange Treppen. Steile Treppen. Selbst der Weg übers Dach (die Dachterrasse) wurde in Erwägung gezogen. Ojehmineh, schon rechnete man insgeheim mit einem Verzicht, das stimmte gar leider traurig - - - doch dann die Zerschlagung des Gordischen Knoten und "Fröhlich" war angesagt.

D. "Fröhlich" macht fröhlich

Denn schon wurde den halb-verzweifelten Herren angesagt, wie das Problem treffsicher zu lösen sei. Gesagt, getan. Dem souveränen Auftreten eines Vorhaus-Mitarbeiters im Staatstheater Mainz zu danken, dass jegliches Problem in weite Ferne gerückt war. Viel mehr noch, absolute Freude und ein Kompliment all jenen Mitarbeitern, die sich über jegliches Mass hinaus engagierten, zu helfen. Freundlichkeit ganz deutlich im Vordergrund. Ein herzliches Dankeschön hier ausgesprochen. VIELEN DANK!

Kein Einzelfall !

Nein, dies war kein Einzelfall. Denn es betraf gleich zwei Abende im Staatstheater Mainz. "Don Carlo" die grossartige Verdi-Oper im Grossen Haus. Und am Folgetag dann die Paul-Abraham-Operette "Märchen im Grand->Hotel". An beiden Tagen - für die beiden Besucher (natürlich mit Behinderten-Ausweis) dieser höchst angenehme aussergewöhnliche Service. Übrigens... die Operette ist ein Glanzstück des Staatstheaters Mainz, man darf sie eigentlich nicht versäumen!

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