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Theaterkult und Sammelleidenschaft. Neue Ausstellung.

Verantwortlicher Autor: Peter Markl Wien, 21.09.2021, 12:26 Uhr
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Der Glückssessel aus dem alten Burgtheater
Der Glückssessel aus dem alten Burgtheater  Bild: Peter Markl

Wien [ENA] Der Theaterkult und die dazugehörige Sammelleidenschaft sind das Thema der neu eröffneten Ausstellung im Theatermuseum. Man besichtigt Theater-historisch bedeutende Künstlerandenken in zahlreichen Exponaten und erfährt dazu viel über deren SammlerInnen.

Legendär ist die Verehrung, die speziell die WienerInnen ihren Theater- und Opernstars entgegenbringen. Darum wurden und werden als Ausdruck dieser Begeisterung Andenken an die Bühnenlieblinge gesammelt. Der Bestand des Theatermuseums hat 4000 solcher Souvenirs aufzuweisen. Es handelt sich um persönliche, kuriose, aber auch wertvolle Stücke (Spazierstöcke, Haarspangen, Porzellanfiguren, Büsten und anderes) aus dem privaten und beruflichen Umfeld der KünstlerInnen der letzten 150 Jahre. Auch Überbleibsel aus Theatern, die es längst nicht mehr gibt, sind dabei. Sie erzählen so vom Wiener Theaterleben des 19. und 20. Jahrhunderts.

Es wird ein spannender Spaziergang durch die Erinnerungen theaterbegeisterter Menschen, denn mehr als 300 einzigartige Kostbarkeiten ermöglichen erstmals einen Einblick in diese Sammlung von Künstlerandenken. Kuriose Dinge wie der Glückssessel oder Holzsplitter von Bänken des alten Burgtheaters werden gezeigt, auch eine abgefallene Sohle von Gerhart Hauptmann ist zu sehen. Und natürlich jede Menge Photos. Die Privatsammlungen der beiden Schauspieler Hugo Thimig und Hubert Marischka steuern auch ehrwürdige und skurrile Dinge bei wie Totenmasken, Brillen, Zigarettenetuis und O.W. Fischers Bambi's oder ein Glas, das den letzten Umtrunk im Burgtheater überlebte, Jagdtrophäen und vieles mehr.

Karin Neuwirth, die auch die Sammlungen Künstlerandenken, Gemälde sowie Figuren- und Papiertheater aufarbeitete, hat die lebendig gestaltete Ausstellung liebevoll und für den Laien gut verständlich konzipiert. Man sollte sie unbedingt besichtigen. Es gibt immer wieder spezielle Führungen und laufend finden Veranstaltungen (Lesungen) statt. Am 17.11. liest Kammerschauspielerin Elisabeth Orth, die Doyenne des Burgtheaters, Stefan Zweigs Novelle „Die unsichtbare Sammlung“ und andere Texte über das Sammeln und über Persönlichkeiten, zu denen Objekte gesammelt wurden. Infos: theatermuseum.at

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