Seborga: Das Mädchen, das Italien und Armenien verbindet
Seborga [ENA] Seborga (Ligurien) – Im kleinen ligurischen Fürstentum Seborga ist ein etwa elf Meter hoher Weihnachtsbaum zu einem Symbol der Solidarität zwischen italienischen Kindern und armenischen Flüchtlingskindern geworden. Es handelt sich um eine Kaukasus-Tanne, die mit Wurzeln in den Platz eingesetzt
werden soll – ein bewusst gewähltes Zeichen für Leben, Zukunft und Wiederverwurzlung. Die Idee stammt von Nicole Gorni, 11 Jahre alt, die vorgeschlagen hat, die transparenten Christbaumkugeln mit Zeichnungen zu füllen: Zeichnungen der Schüler*innen der Schulen des westlichsten ligurischen Küstenstreifens (Vallecrosia, Seborga, Perinaldo, San Biagio, Soldano und weiterer Gemeinden) und Zeichnungen von Kindern aus armenischen Flüchtlingsfamilien, die nach den Ereignissen in der Region Bergkarabach (Nagorno-Karabakh) in Armenien aufgenommen wurden.
Dank der operativen Unterstützung von UNHCR Armenien wurden hunderte Zeichnungen der Flüchtlingskinder gesammelt und nach Italien übermittelt. Die Familie Gorni und die Lehrkräfte haben alle Zeichnungen auf eigene Kosten in Farbe ausgedruckt, ausgeschnitten und einzeln in die Kugeln eingesetzt – eine vollständig ehrenamtliche Arbeit, ohne jegliche Finanzierung, nur getragen vom Wunsch, ein sichtbares Zeichen der Nähe zu setzen.
Zur Einweihung des „Baums der Solidarität“ kamen Vertreter der Gemeinden des Gebietes, der Region Ligurien sowie der armenische Generalkonsul in Italien, Pietro Kuciukian. Die Aktion fand in Italien große mediale Beachtung: Berichte der RAI, von Repubblica TV, La Stampa und den wichtigsten lokalen Medien des Ponente ligure haben die Geschichte von Seborga und den Kindern bis auf nationale Ebene getragen. Trotz ihres jungen Alters hat Nicole bereits mehrere offizielle Auszeichnungen erhalten: ein Exzellenz-Zertifikat ihres Schulbezirks für ihr kontinuierliches Engagement, Dankschreiben der Region Ligurien,
In der Vergangenheit hat Nicole außerdem – gemeinsam mit ihrer Familie – eine junge ukrainische Lehrerin aufgenommen, die während der Bombardierungen in Kiew geflohen war, um aus Sicherheit weiter online für ihre Schüler*innen unterrichten zu können. Ihre offene Haltung zu Frieden und Schutz der Kinder hat internationale Aufmerksamkeit erhalten, unter anderem durch einen Appell an Wladimir Putin, der in mehreren ausländischen Medien aufgegriffen wurde.
Die Familie Gorni arbeitet heute mit ihrer Produktionsgesellschaft LumiBear S.R.L. an einem größeren ethischen Dokumentarfilm-Projekt in Armenien. Dazu gehören umfangreiche wissenschaftliche Recherchen, die Erstellung von neun Forschungsbänden und die Entwicklung einer innovativen Analysesoftware, die kostenfrei der Universität für Naturwissenschaften in Jerewan und einer Universität in Moldau zur Verfügung gestellt werden soll. Ziel ist es, Kultur, Forschung und gelebte Solidarität zu verbinden – mit besonderem Fokus auf Kindern und Jugendlichen.
Die Initiative rund um den Weihnachtsbaum in Seborga ist der erste sichtbare Schritt dieses Weges: Ein lebender Baum aus dem Kaukasus, die Zeichnungen von hunderten Kindern und die Idee einer Elfjährigen, die Grenzen und Sprachen überwindet, um eine einfache Botschaft zu senden – dass Frieden und Nähe zwischen Völkern nicht in Konferenzsälen beginnen, sondern in den Händen von Kindern, die einander die Hand reichen.




















































