Dienstag, 25.09.2018 11:21 Uhr

Das Palais Todesco und das Paradies für Schleckermäuler

Verantwortlicher Autor: Peter Markl Wien Palais Todesco, 07.07.2018, 22:08 Uhr
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Der grosse Saal im 2. Stock
Der grosse Saal im 2. Stock  Bild: Peter Markl

Wien Palais Todesco [ENA] Wo früher im Zuge der Errichtung der neuen Ringmauer das alte Kärntner Tor stand und die Stadttore bei Dunkelheit gesperrt wurden, errichteten 1861 die Architekten Ludwig Förster und Theophil Hansen für den Bankier Freiherr Eduard von Todesco das monumentale Palais Todesco.

Die Gattin des Bauherrn unterhielt im Palais einen namhaften Künstlersalon. Johann Strauss lernte dort seine künftige Ehefrau, die berühmte Opernsängerin Henriette "Jetty" Treffz kennen. Nach der Hochzeit mit Strauß begleitete Jetty den Meister auf seinen Konzertreisen, war seine perfekte Managerin, richtete ihm sämtliche Wohnungen ein und zeigte ihm auch den Weg zum erfolgreichen Operettenkomponisten auf.

Heute gibt es dort die wohl schönsten Konditoreiräume Wiens. 2014 übersiedelte die Konditorei Gerstner in das Palais Todesco. Anton und Barbara Gerstner gründeten im April 1847 eine Zuckerbäckerei im Herzen von Wien. Man wurde bekannt durch die naturgetreuen Nachbildungen von Obst aus Tragant. Kurz darauf liefert man zum ersten Mal an den nahe gelegenen Kaiserlichen Hof und dort war man so angetan, dass Gerstner bereits 1873 den Titel eines k.u.k. Hoflieferanten verliehen bekam. In der Folge beauftragte man das Wiener Unternehmen immer öfter damit, Empfänge und Jausen bei Konzerten am Hofe kulinarisch zu betreuen.

Dies war der Beginn einer langen Erfolgsgeschichte. Ob im Kaiserpavillon im Rahmen der Weltausstellung im Wiener Prater 1873, beim Hochzeitsessen mit Hochzeitstorte für die Prinzessin Zita von Bourbon-Parma und Erzherzog Karl von Habsburg-Lothringen im Oktober 1911 oder beim Buffet anlässlich der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages 1955 im Schloss Belvedere.

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