Dienstag, 04.08.2020 21:20 Uhr

Ein Umspannwerk – buchstäblich Spannend

Verantwortlicher Autor: Uwe Rembor Augsburg, 15.06.2020, 07:49 Uhr
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Typisches Umspannwerk
Typisches Umspannwerk  Bild: Uwe Rembor

Augsburg [ENA] Der Strom kommt einfach aus der Steckdose, wenn man ihn braucht. Man soll nicht in eine Steckdose fassen und in Deutschland hat es 220 Volt. Das ist so ziemlich Alles was wir als durchschnittliche Stromverbraucher wissen. Sich über mehr Gedanken zu machen, dazu besteht normalerwiese kein Anlass.

Höchstens wenn der Strom einmal ausfällt denkt man darüber nach. Über Kraftwerke wissen wir noch relativ gut Bescheid. Die Diskussion um und über Kernkraftwerke, Windkraftwerke, Solarkraftwerke, Wasserkraft, Kohle usw. füllen die Medien und werden angeregt diskutiert. Aber wie gelangt der Strom eigentlich nach seiner Entstehung in meine Bürosteckdose? An was sich manche von uns vielleicht noch aus dem Physikunterricht erinnern: Je länger Strom unterwegs sein soll, desto höher muss die Spannung sein. Daraus ergibt sich, dass der sogenannte Starkstrom, das ist der Strom, der vom Kraftwerk aus in die Gemeinde reist, dies mit einer Spannung von bis zu 380.000 Volt tut.

Wie aber werden aus 380.000 Volt meine 220 V Haushaltsspannung? Würde Hochspannung zu uns ins Haus geliefert, wären Schäden an unseren Geräten die Folge (die sind einfach nicht für die Entgegennahme und Verarbeitung von Hochspannung gemacht) und es käme zu tödlichen Stromschlägen: Hohe Spannung = mehr Strom = tödlichere Stromdosis. Hochspannung muss also vor der Lieferung in die Haushalte wieder zu Niederspannung umgewandelt werden. Das geschieht in den Umspannstationen. An denen fährt man meistens achtlos vorbei weil da von außen gesehen nichts Spektakuläres passiert und weil man sich an den Anblick von großen und kleinen Strommasten und Leitungen längst gewöhnt hat – ein Alltagsanblick.

Im Umspannwerk kommt also Hochspannung von den Kraftwerken an, und Niederspannung verlässt die Anlage in Richtung Haushalte. Aber wie genau passiert das? Glücklicherweise übertragen wir Wechselspannungen. Man kann mit Hilfe von Transformatoren aus kleinen Wechselspannungen große machen und umgekehrt. Ein Transformator (kurz Trafo) besteht meist aus zwei elektrisch getrennten Spulen auf einem gemeinsamen Eisenkern. Er besteht meist aus zwei oder mehr Spulen (Wicklungen), die in der Regel aus isoliertem Kupferdraht gewickelt sind und sich auf einem gemeinsamen Magnetkern befinden.

Ein Transformator wandelt eine Eingangswechselspannung, die an einer der Spulen angelegt ist, in eine Ausgangswechselspannung um, die an der anderen Spule abgegriffen werden kann. Dabei entspricht das Verhältnis von Eingangs- und Ausgangsspannung dem Verhältnis der Windungsanzahlen der beiden Spulen. So wird zum Beispiel bei einem Windungsverhältnis von 20 zu 1 eine Eingangsspannung von 240 Volt in eine Ausgangsspannung von 12 Volt transformiert. Je nach Auslegung des Transformators kann die Ausgangsspannung somit kleiner, größer oder gleich der Eingangsspannung sein.

Transformatoren dienen vielfach zur Spannungswandlung in Energieversorgungsanlagen und in technischen Geräten, dabei insbesondere in Netzteilen zur Bereitstellung von Kleinspannungen in vielen Arten von elektrischen und elektronischen Geräten. Viel Platz braucht so ein Umspannwerk, mindestens 4 Fußballfelder. Da unser Strombedarf stetig wächst, werden auch die meisten Umspannwerke stetig erweitert, eine Dauerbaustelle. Auf den Anlagen stehen ganze Felder mit Isolatoren, Transformatoren, Zu- und Ableitungen und jede Menge Blitzableiter – ein Blitzeinschlag in eine Hochspannungsanlage wäre ein Super-GAU. Umspannwerke sind gut bewacht, habe eigene Sicherheitszentralen und sind zusätzlich oft sogar durch mehrere Sicherheitsfirmen gesichert.

Rabiate Umweltschützer, die Etwas gegen Stromversorger haben, Terroristen die strategische Infrastruktur lahmlegen wollen, aber auch der Schutz der Bevölkerung vor dem Kontakt mit Hochspannungsanlagen sind Gründe genug. Für Aktionäre sind Stromversorger sogenannte "Blue Chips" - sie gelten als krisensicher, denn Strom braucht jeder und das immer,egal wie die Kunjunktur gerade steht, und auch während der Coronakrise fließt der Strom kräftig weiter.

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