Donnerstag, 21.11.2019 09:50 Uhr

Bigger - Better - Faster - Stronger? FIFA 20.

Verantwortlicher Autor: Thomas Schuster München, 19.10.2019, 08:28 Uhr
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Alles neu macht... 2020
Alles neu macht... 2020  Bild: EA-Presseserver

München [ENA] Neues Jahr, neues Glück. In altbekannter Manier poliert EA die FIFA-Reihe auf Hochglanz und jagt die Konkurrenz um PES vor sich her. Größer, schneller, besser, umfangreicher lautet dabei die Attitüde. Und wie immer, hat das neue Roll-Out seine individuellen Stärken und Schwächen.

Ganz klar ein neues Level erreicht die Bundesliga-Inszenierung. Neue Stadien und neue Headscans liefern ein authentisches Vereinsumfeld in jedes Wohnzimmer, selbst das Drumherum der Übertragung und des Broadcast lassen kaum Wünsche der Spieler und Fans unberücksichtigt. Einen dicken negativen Brocken muss die Anhängerschaft trotzdem schlucken - gerade der FC Bayern als Zugpferd Nummer 1 vermarktet sich ab der neuen Saison exklusiv beim größten Konkurrenten von Konami.

So laufen Lewandowski, Neuer und Co. zwar noch unter Originalnamen und mit bekannten Gesichtern über den Rasen, allerdings nicht mehr in der schicken Allianz Arena, die kurzerhand gestrichen wurde. Noch härter trifft es nur noch Juventus Turin, welches gleich zu Piemonte Calcio degradiert wurde. Lizenz-Gerangel aller Orten macht es möglich und leider nötig. C'est la vie.

Unliebsame Überraschungen auf dem Platz und im Gameplay dagegen sind Mangelware. Das Spiel ist merklich langsamer geworden, ansonsten wurde nur in Nuancen nachgebessert und verändert. Ein ausgewogenes Spiel entsteht nun eher dadurch, dass ein stumpfes Sprinten durch die gegnerische Abwehrreihe mit exorbitant herausragenden Spielern kaum noch möglich ist, gleichzeitig wurde die Wucht von Grätschen deutlich reduziert. Trotzdem verfestigt sich das Gefühl, dass EA nach wie vor in Sachen Fußball-Realismus hinter Konami nur die zweite Geige spielt. Fanboys und Girls der jeweils eigenen Seite mögen dies ggf. auch vollkommen anders sehen.

Den wirklichen Glanzpunkt der Neuauflage setzt daher ein lang ersehnter Schritt zurück in die eigene FIFA-Vergangenheit. Das, was vor vielen Jahren noch plump mit "Hallenfußball" umschrieben wurde, nennt sich jetzt zwar Volta, bringt aber den rauen und direkten Charme echter Straßenkicker-Atmosphäre auf den Bildschirm zurück. Das ist hipp, das ist jugendlich, das ist trendy - und macht auch den älteren Semestern Spaß, vorausgesetzt man hüllt über manch allzu gut gemeinte Inszenierung in Wort und Bild den Mantel des Schweigens.

Was bleibt? Das öde, schnörkellose, ausgelaugte und plumpe "same procedure as every year" Fazit. Nach wie vor ist die EA-Reihe (trotz kleiner Dellen im Lack) unangefochtener Spitzenreiter in Sachen Lizenzen, Spielumfang und dem erneut verbesserten und detaillierten Story-Modus. Wer einfach Lust hat, einige Stunden kompromisslosen Fußball-Gamepad/Joystick-Spaß vor der Konsole bzw. dem PC zu verbringen, der kommt am neuen FIFA-Sprössling kaum vorbei. Wer dagegen echtes Fußball-Feeling, notfalls auch Fernab von originalen Vereinen, Ligen, Spielern und Fußballverbänden sucht, der darf still und heimlich auch ein Auge und einen Ball auf die PES-Reihe werfen. Also eigentlich alles so, wie immer.

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