Mittwoch, 25.11.2020 17:16 Uhr

Wird Romeo Cerutti nächster CS-Präsident?

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 13.11.2020, 13:02 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 2321x gelesen

Zürich [ENA] Überraschend taucht Name von Rechtschef als Nachfolger von Urs Rohner auf. Die zwei Anwälte bilden ein verschworenes Duo. Die Credit Suisse steht vor der entscheidenden Wahl, wer für die nächsten 5 oder mehr Jahre auf der Brücke des Tankers stehen wird. Auf Urs Rohner, einen Wirtschaftsanwalt, soll ein Schwergewicht aus dem Banking folgen, so eine laute Forderung. Doch nun könnte ein völlig Anderer das Rennen machen.

Romeo Cerutti. In Insider-Kreisen macht in diesen Tagen der Name des General Counsel der CS die Runde. Der oberste Rechtschef der Bank als nächster Präsident? Das wäre eine der grössten Überraschungen der jüngeren Zeit auf dem Bankenplatz. Schon wieder ein Jurist? Cerutti, 58, mit Schweizer und italienischem Pass, gehört seit 11 Jahren zur obersten Führung des Finanzmultis. Nach Wanderjahren bei der Zürcher Kanzlei Homburger und der Genfer Privatbank Lombard Odier landete er 2006 am Paradeplatz. Im Hauptsitz der CS machte er schnell Karriere, über die Stationen General Counsel des Bereichs Private Banking und den Posten als Global Co-Head of Compliance ab 2008. Als Urs Rohner 2009 als designierter Präsident in den Verwaltungsrat der CS

gewählt wurde und dort für 2 Jahre als vollamtlicher Vize agierte, wurde Cerutti dessen Nachfolger als General Counsel der ganzen Gruppe. Seit jener Zeit gilt Cerutti als Rohners Mann. Die beiden Anwälte verbindet der gemeinsame Aufstieg in der Hierarchie der Nummer 2 des Bankenplatzes, die Juristerei und … die grossen Geheimnisse. Cerutti kennt alle wichtigen Rechtsfälle, in denen die CS steckt. Seinen grössten Auftritt hatte er 2014, als die CS-Spitze mit dem damaligen CEO Brady Dougan vor einem US-Senats-Ausschuss antraben musste. Cerutti war die bestimmende Figur auf Seiten der Bank. „CS bietet Senatoren die Stirn“, titelte die NZZ damals. Der vorsitzende Senator, Carl Levin, eine wegen des US-Steuerkriegs bekannte Figur in der Schweiz,

behandelte Cerutti mit Respekt. Dies im Unterschied zum damaligen Co-Leiter des Private Bankings, Hans-Ulrich Meister. Dieser geriet ins Schwimmen, als Levin ihn mit unerwarteten Fragen in die Enge trieb. Cerutti meisterte die Operation Kniefall souverän. Zumindest persönlich. Die Bank hingegen zahlte eine Milliarden-Strafe. So sehr Cerutti alle Geheimnisse seiner Bank kennt, so wenig gilt er als Mann des Geschäfts. Wie die CS unter ihm im Business auf Touren kommen soll, ist nicht klar. Doch schon bei der UBS hatte einst der General Counsel das Präsidium übernommen. Peter Kurer folgte im 2008 auf Marcel Ospel. Nach einem Jahr war Kurer Geschichte.

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