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Seba erhält nur 20 statt 50 Frisch-Millionen

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 28.12.2020, 16:30 Uhr
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Zürich [ENA] Zuger Krypto-Bank kämpft weiter mit hohem Geldverschleiss und schwachem Geschäft. Bär gab weniger Neu-Kapital als erhofft. Wie lange gibt es die Seba Bank noch? Noch lange, so die Botschaft der Verantwortlichen des Zuger Krypto-Geldhauses unter CEO Guido Bühler. Die jüngste Kapitalerhöhung deutet auf anderes hin. Laut Seba-Informationen strömten 20 Millionen Frischgelder ins Haus. Ein Erfolg, so die Mitteilung

der Seba-Macher. Wirklich? Laut einer Quelle sollen 50 Millionen neues Kapital das Ziel gewesen sein. Trifft das zu, dann hätten Bühler&Co. nicht einmal die Hälfte der angestrebten Finanzspritze erreicht. Ein Sprecher sieht das anders. „Die Seba hat nur soviel Kapital aufgenommen, wie sie für ihr Wachstum in Europa, Asien und Middle East benötigt“, meinte er vor Wochenfrist. Deshalb habe man die Finanzierungsrunde „noch vor Weihnachten abgeschlossen und nicht bis Ende März 2021“. Die „Kapitalbasis der SEBA ist solide“, bei Institutionellen sei die Nachfrage „sehr gross“. Zentral bei der jüngsten Kapitalrunde war die Julius Bär. Die grösste Privatbank des Landes gilt als wichtige Investorin der Seba Bank.

„Seba ist für uns ein Finanzinvestment und wir haben im Rahmen unseres Anteils an der Kapitalerhöhung teilgenommen“, sagte ein Bär-Sprecher auf Anfrage. Die Seba sehe ihre Zukunft mit grossen Playern und in Asien, heisst es aus der Bank. Sie verweist auf frische Aufträge der Banque de France und eines Singapur-Fintechs namens Lightnet. Mit letzterer sei man in Fernost auf dem Vormarsch. Beim Auftrag der französischen Zentralbank geht es um die Entwicklung einer sogenannten „Central Bank Digital Currency“ (CBDC), sprich einer neuen Digitalwährung. Dabei handelt es sich um das grosse Thema aller Zentralbanken. Auch die Schweizerische Nationalbank beschäftigt sich intensiv mit der Entwicklung eines Ecoins aus ihrer Küche.

Die Seba ist stolz darauf, eine von acht von den Franzosen ausgewählten Partnern für die Testphase zu sein. Mit dabei sind neben der Seba Accenture, Euroclear, HSBC, Iznes, LiquidShare, ProsperUS sowie die Société Générale. Der Auftrag aus Paris gilt als Coup für die Seba. Ob die Zuger Krypto-Bank damit in ihrem Kerngeschäft, den modernen Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden, auf Touren kommt, steht in den Sternen. Sicher ist: Die Seba verbrennt im operativen Geschäft horrend viel Geld. Und von der alten Crew ist ein Grossteil von Bord gegangen. Der neue Seba-VR war einst bei der SNB – als Rechtschef und Compliance-Verantwortlicher winkte Kuhn einst die Insider-Deals des damaligen Präsidenten Philipp Hildebrand durch.

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