Mittwoch, 20.01.2021 17:01 Uhr

Krieg um Basel: Land-KB mit irrer Offensive

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Basel, 20.12.2020, 13:40 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 4719x gelesen

Basel [ENA] Basellandschaftliche spannt der Basler KB einen Spitzenmann für eine neue Digital-Offensive aus. Diese steht wacklig da. Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) hat einen Chef, der bei der Credit Suisse aufgestiegen war. John Häfelfinger heisst er, und Häfelfinger haut mit seinem Bankrat auf die Pauke. Eine grosse, neue, digitale Anbieterin für die Schweiz entsteht, so die BLKB in einem Communiqué in den frühen

Morgenstunden. Man werde grün sein, und unabhängig, posaunt die BLKB hinaus, mit einer eigenen Firma, einem eigenen Logo, einer eigenen Führung. Dafür stelle man nun ein Dreamteam auf die Beine. Mit dabei ein hoher Chef von der direkten Konkurrenz. Luca Pertoldi, bisher Nummer 2 in der Geschäftsleitung bei Nachbarin Basler KB, wird neuer Finanzchef der BLKB. CFO Pertoldi, CEO Häfelfinger und einzelne Bankräte sollen der geplanten Digital-Einheit zum Durchbruch verhelfen. Grosse Ankündigungen eines völlig in den Sternen stehenden Projekts. Noch wissen die BLKB-Leute nicht einmal, ob sie für ihr Baby eine Bankenlizenz beantragen wollen. Dafür kommt der interne Projektname mit grossem Pathos daher. „Ethos“ heisst er. Was damit gemeint ist,

führt Chef Häfelfinger in der Mitteilung aus. „Unser Credo auch bei diesem Vorhaben ist die Nachhaltigkeit. Wir richten uns an eine digitalaffine Kundschaft, für die Nachhaltigkeit ein entscheidendes Kriterium ist.“ „Hier sehen wir ein grosses Marktpotenzial und damit unsere Chance, als digitale Finanzdienstleisterin im Schweizer Markt Fuss zu fassen.“ Es handelt sich um nichts weniger als den Ausbruch aus dem Stammgebiet. Mit Projekt „Ethos“ will die BLKB die Schweiz erobern, als grüne, digitale Universal-Anbieterin. Direktkonkurrentin BKB, also die Kantonalbank von Basel-Stadt, reibt sich die Augen. Was ist nur in unsere Kollegen gefahren? Diese haben längst zum Halali auf die Baselstädter gerufen: mit einem grossen Ableger im Zentrum

der City am Rhein. Mit ihrer „schweizweiten digitalen und nachhaltigen Finanzdienstleisterin“, wie die BLKB ihr „Ethos“ nennt, wagt die Baselland-KB einen grossen Schritt. Sie wird national – und das geht ins Geld. Laut einer Quelle sei bei der BLKB ein dreistelliger Millionenbetrag für den Aufbau des Vorhabens geplant. Entsprechend die Medienmitteilung. Die hat eine Länge, als ob die Baselland-KB soeben sie Postfinance übernommen hätte.

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