Mittwoch, 25.11.2020 17:45 Uhr

CS-Schweiz-Chef Helfenstein im Schilf

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 21.11.2020, 10:14 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 1020x gelesen

Zürich [ENA] Kein Nachfolger für Firmenkunden, Aderlass nach NAB-Aus, Hobby-Truppe in Leitung: Vorzeigebereich verliert Schwung. André Helfenstein ist ein Lieber und Netter. Wenn ihm sein Chef Thomas Gottstein, der CEO der Credit Suisse Gruppe, etwas befiehlt, dann befolgt der Leiter für den Bereich Schweiz die Anweisung. Ohne Widerstand. „Helfenstein ist intelligent, aber er geht nicht voraus, packt nicht von sich aus an“,

so ein Gesprächspartner.Das hat Folgen. Die CS Schweiz ist in eine Krise geschlittert, ohne dass dies richtig bemerkt worden wäre. Die CS dementiert das, es gebe keine Krise. Es klaffen Lücken im obersten Führungsteam, dort gibt es Manager, die nicht überzeugen, und der Chef selbst, Helfenstein, lässt zu, dass ihm CEO Gottstein ins Geschäft pfuscht. Sinnbildlich diese Woche. Thomas Gottstein, der bis zu seiner Berufung ganz nach oben den Bereich Schweiz selber vier Jahre lange geleitet hatte und danach Helfenstein das Steuer übergab, gilt als Vater eines viel beachteten Deals. Es geht um das Sponsoring des Schweizer Klubfussballs, das die CS von der Raiffeisen übernimmt. Helfenstein wurde zwar in der CS-Medienmitteilung zitiert,

doch auf dem Finanzplatz galt Fussball-Fan Gottstein als Initiant des Coups. Gottstein, so ein Beobachter, würde Helfenstein zum Adabi degradieren, einem, der Auch dabei ist. Ein Braver, den man nach Belieben herumstossen kann. Das Problem ist dabei nicht Gottstein, sondern Helfenstein. Der ringt mit der Aufgabe, die Swiss Universal Bank, wie die CS ihr Schweiz-Geschäft nennt, weiter auf der Erfolgsspur zu halten. Intern am meisten zu reden geben die personellen Lücken. Didier Denat, der langjährige Chef des Firmenkundengeschäfts, fällt krankheitshalber aus. In die Lücke springt mit Albert Angehrn einer, der in wenigen Monaten in Rente geht. Schon Anfang Jahr hatte Angehrn Denat vertreten, als Letzterer eine Auszeit genommen hat.

Helfenstein hatte damit genug Zeit, intern einen Nachfolger aufzubauen. Das hat er verpasst. Ebenso ohne Ersatz steht Helfenstein im Firmenkunden-Geschäft für die Region Zürich da. Es handelt sich um das zentrale Marktgebiet, hier sind alle grossen Unternehmen. Nun ist der Bisherige von Bord. Er hat laut einer Quelle gehen müssen. Wird die Lücke sofort mit einem Neuen geschlossen? Fehlanzeige, wie bei Denat. Ein Sprecher der CS will nichts von Vakuum wissen. „Es gibt keine Führungslücke“, meinte er gestern Abend auf Anfrage. Die Bank verfüge „über alle Führungsstufen hinweg über Nachfolgepläne.“ Über die Nachfolge in der Region Zürich würde „zu gegebener Zeit“ informiert.

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