Samstag, 17.04.2021 04:40 Uhr

CS am Zittern nach Hedgfund-Kollaps

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Zürich, 29.03.2021, 13:27 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 2953x gelesen

Zürich [ENA] Es droht nächster Milliardenverlust rund um einen grossen Kunden, dem die Bank viel Kredit gab. Wie viel hält die Credit Suisse noch aus? Auf Greensill Capital folgt Archegos Capital, ein US-Hedgefund. Auch hier ist die Credit Suisse an vorderster Front dabei. Der Hedgefund ist in Schieflage geraten, die Banken liquidieren die Sicherheiten rund um den Kunden. Die CS könnte Verluste in Milliardenhöhe erleiden.

Die Grossbank hält sich dazu bedeckt und schreibt heute früh lediglich, diese könnten „highly significant and material to our first quarter results“ sein. Die Aktie des Schweizer Finanzmultis droht abzustürzen. Vorbörslich zeichnete sich ein mehrprozentiger Crash ab. Bei der Börseneröffnung um 9 Uhr betrug das Minus beim CS-Titel 10 Prozent. Betroffen sind weitere Banken, darunter die japanische Nomura. Die Financial Times berichtet mit Bezug auf Analysten von einem möglichen Minus von 2 Milliarden Dollar bei der Nomura. Am Freitag waren die Kurse zahlreicher US-Aktien ins Bodenlose gefallen, darunter jene der US-TV-Kette ViacomCBS. Goldman Sachs und Morgan Stanley hätten die Positionen eines Grosskunden liquidiert, berichteten schon Ende

letzte Woche Finanzmedien. Was dahintersteckte, war da noch nicht klar. Nun überschlagen sich die Ereignisse. Laut der Financial Times (FT) hat auch die andere Grossbank, die UBS, die Archegos Capitol als Prime Brokerage-Kunden. Von der Nummer 1 der Schweiz ist bisher nichts zu vernehmen. Umso gravierender scheint die Lage bei der CS. Die Situation in der Zentrale der Bank am Paradeplatz wird unübersichtlich, es drohen an mehreren Stellen horrende Verluste. Soeben noch versuchte die CS, ihr Greensill-Debakel in den Griff zu kriegen. Zu diesem Zweck liessen ihre Abgesandten durchblicken, dass die Bank reiche Kunden mit Greensill-Investments im Portefeuille teilweise schadlos halten würde. In den Medien war die Rede von rund 2 Milliarden

Verlusten, welche die Bank auf die eigene Kappe nehmen würde. Während Greensill die Chefetage im überschaubaren Zürich auf Trab hielt, explodierte an der Wallstreet der Hedgefund. Goldman Sachs und Morgan Stanley stiessen am Freitag früh die von Archegos gehaltenen Sicherheiten, sprich deren Aktienpositionen, unter Hochdruck ab. Die Kurse brachen ein. Der Wert von ViacomCBS sowie eines zweiten Unternehmens, an dem Archegos eine grosse Beteiligung hielt, lag innert Stunden massiv tiefer als zuvor. Die CS war am Freitag offenbar nicht bereit. Das Gleiche gilt für Nomura. Die beiden hatten wie die Wallstreet-Häuser dem Hedgefund hohe Kredite gegeben. Diese Banken seien „langsamer im Offloading von Aktienblöcken als ihre Mitstreiter“, gewesen.

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