Donnerstag, 23.02.2012 01:37 Uhr

Gelnhäuser Urgestein Thomas Kupferschmidt hört auf

Verfasser: Rainer Michelmann Gelnhausen, 22.12.2011, 10:35 Uhr
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Thomas Kupferschmidt - Immer nah dabei
Thomas Kupferschmidt - Immer nah dabei  Bild: © Rainer Michelmann ©

Gelnhausen [ENA] Solche Menschen, die sich im Verein ehrenamtlich stark engagieren, gibt es immer weniger. Deshalb ist es auch unvorstellbar, dass der Kreisoberliga Spitzenreiter Gelnhausen ein Heimspiel ausrichtet, aber Carmen und Thomas Kupferschmidt nicht auf dem Spielgelände sind. Jetzt soll aber Schluss sein.

Da Kupferschmidt mit 50 Jahren noch einmal Vater wird, es wird wohl ein Mädchen und sie soll Marie heißen, ist er vom Amt des Wirtschaftsausschussvorsitzenden zurückgetreten. „Das ist ein herber Schlag für uns“, kommentierte Spielertrainer Ljubio Miloloza diese Entscheidung von „Kupfer“. Die Vorstandsmitglieder, Spieler und Fans werden ähnlich gedacht haben. 15 Jahre lang er sich um alles gekümmert. Weitere zwölf Jahre war er zusammen mit seiner Frau tätig. Seit 43 Jahren ist Thomas Kupferschmidt Mitglied beim GFC. Er hat aktiv gespielt.

Alle Höhen und Tiefen hat er hautnah miterlebt. Mit Edgar Keunen setzte Kupferschmidt im Spielausschuss seine Ideen ein. Später hatte er auch den Spielausschussvorsitz inne. „Es ist kein einfaches Amt, denn es ist sehr zeitintensiv“. Bei jedem Heim- und Auswärtsspiel waren die Kupferschmidt dabei. Sie haben viele Stunden Nerven, Freude und Leid geteilt. „Es fiel mir nicht leicht, aber ich habe vier Public-Viewing, viele Fest und andere Feierlichkeiten geplant und durgeführt. Da hat das Familienleben gelitten. Wenn man mit 50 Jahren nochmal Vater wird, dann ist das eine Aufgabe. Dann muss ich mich 100 Prozent der Familie widmen.

Ich habe noch vier Söhne aus erster Ehe und die kamen oft zu kurz. Jetzt ziehen wir uns vom Fußball ganz zurück und genießen einfach Eltern zu sein“. Thomas Kupferschmidt kennt seine Carmen zwölf Jahre und seit 2006 sind sie verheiratet. Er hat im Gespräch mit dem GT versichert, dass er erst einmal dem Fußballplatz in Gelnhausen fern bleiben will. „Distanz ist erst einmal ganz gut, denn wenn ich in Gelnhausen bei den Heimspielen dabei wäre, kommen bestimmt viele Fragen zum Wirtschaftsdienst“, glaubt der 50jährige. Bei den Auswärtsspielen, das hat er versprochen, ist er immer da.

„Ich habe in alle den Jahren viele schöne Zeiten erlebt und viele Meisterschaften gefeiert. Deshalb habe ich auch schwer mit dem Rückzug gekämpft“. Wie oft hat Thomas Kupferschmidt um Hilfe und Unterstützung gerufen, aber es ist nichts passiert. Jetzt steht die Familie an erster Stelle. Er will aber mit Rat und Tat zur Seite stehen. Apropos Seite: Mannschaft, Vorstand und das nahe Umfeld wissen, was die Kupferschmidt für den Klub geleistet haben. Von der Mannschaft erhielten sie sogar einen Gutschein für einen Kinderwagen.

Wenn die Verbandsrunde sich langsam dem Ende zuneigt, dann werden Carmen und Thomas Kupferschmidt mit dem Kinderwagen und ihrer Marie auch die Heimspiele besuchen. „Das sind auch meine Buben. Das lasse ich mir nicht nehmen“. Und sollte am Ende der Meistertitel herausspringen, dann hätten auch die frischgebackenen Eltern einen Anteil daran. „Ohne Abschied gibt's kein Wiedersehen“ (Walter Ludin, *1945 - Schweizer Journalist, Redakteur, Aphoristiker und Buchautor).

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