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Distanzreiten: Erneut 7 tote Pferde - FEI überfordert?

Verantwortlicher Autor: Horst-Peter Nauen Lausanne (CH), 14.02.2017, 19:47 Uhr
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Distanzreiten: Erneut 7 tote Pferde - ist der Weltreiterverband überfordert?
Distanzreiten: Erneut 7 tote Pferde - ist der Weltreiterverband überfordert?  Bild: Horst Nauen

Lausanne (CH) [ENA] Bei internationalen Distanzritten in den Vereinigten Arabischen Emiraten kam es in den letzten Wochen wieder zu tödlichen Stürzen und Dopingvergehen. Wie lange benötigt der Weltreiterverband (FEI) noch um diese skandalösen Ereignisse zu beenden und um den Sport zu säubern!?

Seit vielen Jahren steht die internationale Distanzreiterei unter scharfer Kritik bei der sich der Weltreiterverband (FEI) als Ausrichter präsentiert. Todesfälle - Doping - Bestechung - kollabierende Pferde sind bei diesen Wettbewerben an der Tagesordnung. Bei der WM 2014 in Frankreich warfen Reiter, Trainer und Betreuer der FEI schon eine höchst schlampige Arbeit vor: ,,Auf kilometerlange unter Wasser stehende Salzwiesen durch wochenlangen Starkregen, versackten unsere Pferde bis zum Vorderfußwurzelgelenk (rund 35 cm) im Schlamm." Der "Technische Delegierte der FEI" hatte damals aber die Strecke als bedenkenlos freigegeben. Das Resultat, total erschöpfte Pferde, ein Pferd mit Genickbruch, schwer verletzte Reiter und frustrierte Trainer.

WM-Distanzreiten 2016 in der Slowakei - eine haarsträubende BIlanz, von 133 gestarteten Pferden erreichten nur 47 das Ziel, ein Pferd musste bei Kilometer 130 nach einem stressbedingten Beinbruch eingeschläfert werden. Unglaubliche Szenen spielten sich ab als das erste Paar nach 160 Km das Ziel passierte, Reiter AL Mozroui Saif Ahmed (UAE) mir "Mapoli del Ma" wurden zum Weltmeister ernannt obwohl das Pferd eine extrem schlechte Verfassung aufwies. Erst nach einem Einspruch wurde die Entscheidung aufgehoben und das Pferd wurde nun plötzlich wegen Lahmheit disqualifiziert. Ebenfalls wurden die Pferde des zweiten sowie des dritten Final-Einlaufs wegen totaler Überbeanspruchung disqualifiziert.

In der Präsidentschaft (2006-2014) von Prinzessin Haya Bint al Hussein wurden zwar etliche Millionen an Sponsorengelder herbeigeschafft, aber der Distanzsport rückte in den Jahren ihrer Amtszeit immer öfter in die negativen Schlagzeilen. Anzeichen um den Sport zu verbessern und mehr Wert auf das Wohl der Pferde zu legen fand nicht statt. Nicht zuletzt weil ihr Ehemann Mohammed al Maktum als Distanzrenn-Weltmeister davon provetiert hat und mehrfach des Dopings überführt wurde.

Ingmar de Vos, FEI-Präsident und Nachfolger von Prinzessin Haya hat es in zwei jähriger Amtszeit ebenso wenig geschafft den Distanzsport zu säubern, dabei ist es doch höchste Zeit den "Mief" der FEI aufzuarbeiten und für die Gesundheit der Pferde zu verbessern. Angeblich befasst sich seit 2013 eine Arbeitsgruppe der FEI die Missstände im internationalen Distanzsport aufzuarbeiten - fast vier Jahre und immer noch keine Änderungen um einen sauberen Sport zu präsentieren. Das ist sehr peinlich! Eins ist sicher, die nächsten FEI-Veranstaltungen-Distanzreiten werden von den Medien verstärkt beobachtet.

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