Sonntag, 26.06.2022 16:56 Uhr

Unser Gehirn merkt sich den Rausch

Verantwortlicher Autor: Thomas Träger Berlin, 24.05.2022, 17:52 Uhr
Fachartikel: +++ Special interest +++ Bericht 4490x gelesen
Suchtgedächtnis
Suchtgedächtnis  Bild: Thomas Träger

Berlin [ENA] Unser Gehirn speichert Belohnungen sofort und merkt sich den Rausch durch Alkohol oder Drogen zunächst als angenehmen Zustand. Doch das kann schnell zu einem ernsten Problem werden. Die Ursachen für Abhängigkeit sind bei den meisten Suchtformen. Egal ob Nikotin, Alkohol oder auch Heroin

Diese Drogen werden in der Regel in bestimmten Situationen konsumiert, zum Beispiel bei Stress oder während einer Feier Doch die Droge, die anfangs angenehm berauscht, kann schnell zu einem ernsten Problem werden. Belohnungen und ihre Auslöser speichert unser Gehirn sofort. Das Gehirn lernt, das Trinken mit einem guten Gefühl zu verbinden. Das geschieht über eine Reihe biochemischer Prozesse, die den Weg in den totalen Kontrollverlust fördern. Durch den Alkohol kommt es im Gehirn zu einem Dopamin-Kick, der das Lustzentrum anheizt.

Auf Dauer verändert dieser Reiz die Gehirnstruktur. Es entstehen mehr Nervenzellen, die auf Alkohol ansprechen. Denn je mehr Nervenenden bereitgehalten werden, an denen die Alkoholmoleküle andocken können, umso besser wird das positive Gefühl verwertet. Es bildet sich ein Suchtgedächtnis. Jetzt reicht schon ein kleiner Anstoß und der Wunsch nach dem guten Gefühl wird übermächtig. Der Griff nach der Droge ist im Nervennetzwerk festgelegt, das panisch reagiert und heftig rebelliert, wenn es nicht bekommt, worauf es nun programmiert ist. Der Körper zeigt Entzugserscheinungen. Diese Veränderung im Gehirn scheint sehr stabil zu sein und bildet sich bei Abstinenz nur sehr langsam wieder zurück.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.