Sonntag, 25.10.2020 10:01 Uhr

CH - Neue Corona Regeln Was wir noch dürfen und was nicht

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Bern, 18.10.2020, 10:15 Uhr
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Bern [ENA] Was kommt mit den neuen Corona-Regeln auf uns zu? Die zweite Welle ist da – und hat die Schweiz fest im Griff. Jetzt ­reagiert der Bundesrat mit Einschränkungen. Nachdem monatelang jeder Kanton sein eigenes Süppchen gekocht hat, wird nun durchgegriffen. Für heute Sonntag, 11 Uhr, hat Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (60) eine Notsitzung angeordnet. Die neuen Corona-­Regeln sind einschneidend –

und doch weniger drastisch als von vielen erhofft. Das öffentliche ­Leben in der Schweiz soll weiter­gehen, der Wirtschaft keine wirk­liche Einschränkung zugemutet werden. Und das steht im Entwurf «Verordnung über Massnahmen in der besonderen Lage zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie», in den SonntagsBlick Einsicht hatte: Die Maskenpflicht wird ausgeweitet, Beschäftigte sollen wie im Frühjahr verstärkt von zu Hause aus arbeiten – und Anlässen mit Familien und Freunden sind enge Grenzen gesetzt. Ein zweiter Lockdown soll aber ver­mieden werden. Die Grundregel der neuen Massnahmen: Alles, wofür es ein Schutzkonzept gibt, bleibt erlaubt. Alles, was spontan stattfinden könnte, wird verboten. Die Frage ist: Reichen diese Regeln?

Die Lage ist schliesslich ernst. Sie hat sich um einiges verschärft: Am Freitag meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 3105 Neuinfektionen – mehr als doppelt so viele wie auf dem Höhepunkt der Epidemie im Frühjahr. In zwei Wochen könnten es 12'000 pro Tag sein, fürchtet Martin Ackermann (49), Präsident der Schweizer Corona-Task-force. Die Genfer Epidemio­login Isabella Eckerle (40) sieht die Schweiz diesbezüglich aktuell zwischen Deutschland und Frankreich – unsere französischen Nachbarn leben seit Mittwoch wieder im Gesundheitsnotstand, für Paris und weitere Metro­polen gilt eine nächtliche Ausgangssperre, die Spitalbetten sind schon jetzt teilweise knapp. Die neuen Schweizer ­Regeln finden denn auch breite Unterstützung

in den Departementen. Auch das Wirtschaftsdepartement von Guy Parmelin (60) stellt sich hinter die allermeisten Einschränkungen, wie Quellen aus Bundesbern vermelden. Einzig Finanzminister Ueli Maurer (69) will keine neuen Corona-Regeln – mit ­dieser Haltung steht der SVP-Mann allerdings allein auf weiter Flur. Wie kommt der Bundesrat auf die neuen Regeln? - Als Vorbild gilt das «Genfer Modell». Im Hotspot der Romandie sind private Anlässe schon seit Mitte ­August streng reguliert. Vergangene Woche zog der neben Schwyz von Corona am meisten betroffene Kanton nochmals die Zügel an: spontane Versammlungen höchstens mit 15 Personen, Bewilligungspflicht für Veranstaltungen mit grösserer Teilnehmerzahl, Maskenpflicht in allen öffentlichen Räumen

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