Donnerstag, 24.09.2020 17:12 Uhr

CH - Corona im Kanton Waadt - Unsere Spitäler sind voll

Verantwortlicher Autor: Reto Turotti Widen, 16.09.2020, 10:16 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Special interest +++ Bericht 2063x gelesen

Widen [ENA] Die Waadt hat alles verspielt: Die Regierung blieb trotz warnender Anzeichen untätig. Nun explodieren die Corona-Fallzahlen geradezu und drohen, die Spitäler zu überfordern. Doch der Kanton behauptet weiter, alles im Griff zu haben. Regierungsrätin Ruiz warnt vor Kollaps des Gesundheitssystems. Am Donnerstag um 15 Uhr zieht die Waadt die Schraube an. Ab dann gelten im drittgrössten Kanton der Schweiz die strengsten

Corona Massnahmen im Land: Die Maskenpflicht wird von Geschäften auf sämtliche öffentliche Gebäude wie Kinos, Bibliotheken, Museen und Amtsstellen ausgeweitet. Sogar in Restaurants müssen Gäste eine Maske tragen, wenn sie nicht gerade am Tisch sitzen. Nachtclubs müssen wieder schliessen, Veranstaltungen mit über 100 Personen sind verboten. Vorerst bis Ende Oktober. «Die Situation ist entgleist» Waadt war gezwungen zu handeln, wie Gesundheitsdirektorin Rebecca Ruiz (38) gegenüber BLICK zugibt: «Angesichts der Kurve, die nicht aufhört zu steigen, müssen wir nun Massnahmen treffen.» Der Kanton registrierte in den vergangenen zwei Wochen mit Abstand am meisten Neuinfektionen. Jeder dritte Test mit positivem Ergebnis stammt derzeit aus der Waadt

193 Fälle waren es am Sonntag, die Positiv-Rate liegt derzeit bei 6,5 Prozent. Zum Vergleich: Im Kanton Zürich wurden am selben Tag 71 Infektionen gemeldet. Nur 2,5 Prozent der Tests fallen dort positiv aus. Roger Nordmann (47), Waadtländer Nationalrat und SP-Fraktionspräsident, spricht angesichts der Zahlen Klartext: «In den letzten zwei Wochen ist die Situation bei uns entgleist.» Er hoffe, dass die Verschärfungen Wirkung zeigen. Laut Ruiz sind bereits Schritte geplant, sollte das nicht der Fall sein. «Wir tun alles, um einen erneuten Lockdown zu verhindern», beteuert sie. Beim Contact Tracing am Anschlag - Bedingung dafür ist, dass der Kanton mit dem Contact Tracing nachkommt. Doch daran bestehen Zweifel.

Knapp 2000 Waadtländerinnen und Waadtländer befinden sich derzeit in Quarantäne, weil sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten. Hinzu kommen 900 Personen, die aus einem Risikogebiet einreisten. Betroffene berichten, dass sie erst nach mehreren Tagen kontaktiert worden seien. Es wird Kritik laut, die Waadt nehme es bei der Nachverfolgung der Infektionsketten nicht sonderlich ernst. Der Kanton hingegen behauptet, die Rückverfolgung im Griff zu haben. In der vergangenen Woche habe man die Kapazitäten verdoppelt – mit Zivilschützern. Insgesamt 100 Personen stünden derzeit im Einsatz. Waadt schaute zu lange nur zu - Eine weitere Frage ist, weshalb ausgerechnet die Waadt zum Corona-Hotspot geworden ist.....

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.